Seitenverkehrt

Pedestrian zebra crossing in London

„Drive on the left, drive on the left, drive on the left.“ Dieser Satz wird zum Mantra, wann immer wir in Folkstone den Shuttlezug des Channel Tunnel verlassen. Wer zwischen Kontinentaleuropa und Großbritannien hin‑ und herreist, muss sich immer wieder an die korrekte Fahrtrichtung erinnern. Auch meinem englischen Ehemann passiert es nach Jahren noch, dass er an der falschen Seite ins Auto steigen will. Doch nicht nur der Straßenverkehr ist in England irgendwie anders (siehe Verkehrserziehung auf Englisch) …

Nicht nur als Autofahrer muss man auf der Insel genau achtgeben, wenn man Rechtsverkehr gewohnt ist – auch als Fußgänger kann es verwirrend sein, dass die Autos aus der anderen Richtung kommen. In London und anderen Städten wird der Fußgänger an Überwegen vorsichtshalber durch einen Hinweis mit Pfeil am Fahrbahnrand entsprechend instruiert („LOOK LEFT“ bzw. „LOOK RIGHT“). Es gibt durchaus Zustände, in denen auch ein Brite dankbar für diese Anweisung ist.

Bewegt man sich zu Fuß auf englischen Bürgersteigen, so wird man feststellen, dass entgegenkommende Passanten, analog zur Fahrtrichtung auf den Straßen, intuitiv nach links ausweichen, wohingegen sie dies in unseren Breiten eher nach rechts tun. Kollisionen vorprogrammiert!

Doch auch zu Tisch wird der aufmerksame Europäer seltsam anmutende Handgriffe beobachten können. Schließt mal kurz die Augen und stellt Euch vor, wie Ihr Suppe löffelt. Nichts dabei, oder? Die Briten machen das jedoch anders. Sie kippen einen so gut wie leeren Teller Suppe meist nach hinten, also vom Körper weg, um den Rest der Flüssigkeit dann mit einer Bewegung auszulöffeln, die ebenfalls vom Körper weg weist. Sieht für uns etwas sonderbar aus – ist aber so!

Eine Sache gibt es jedoch, die in Deutschland und England gleich ist. ÖPNV-Profis werden sofort wissen, wovon ich spreche. Auf allen Rolltreppen beider Nationen gibt es, zumindest in größeren Städten, die (hierzulande ungeschriebene, in London allerorten ausgewiesene) Regel „Rechts stehen, links gehen“. In beiden Ländern werden Pendler ungehalten, wenn Ungeübte die Passage für Eilige auf der linken Seite versperren.

Zum Fahren im Linksverkehr gibt es noch eine Anekdote, wie sie in ähnlicher Form sicher viele zu erzählen wissen. Als Jugendliche machte ich einmal mit meiner Familie und einer befreundeten Familie in England Urlaub. Unterwegs im Mietwagen auf der Straße tippte unsere Freundin ihren Mann, der vorne rechts saß, an und forderte ihn auf, sich mal umzudrehen und sich etwas anzuschauen. Dieser erwiderte entsetzt: „Aber ich fahre doch!“

Aber wehe man ist dann auch noch Linkshänder – dann ist das Chaos perfekt! Und wie dann Daumendrücken geht, sehen wir nächste Woche.

Der Pommes-Buddha sagt: Mein rechter, rechter Platz ist frei …

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The land of Me

Euromnzen auf weiem Hintergrund

Have you ever been to a shop in Britain? It’s lovely. First off, Anglo-Saxons have a natural urge to queue. It’s like the click of a buckle – they snap into place, no elbows or headlocks involved. Just like driving in the UK, it is utterly relaxing (when you’re used to German roads). Also, checkout assistants are usually friendly and will exchange a few words or even banter with customers. You think that’s a given? Here’s your pep talk for shopping in Germany.

German people’s behaviour in public spaces is not exactly one of our flagship qualities. Here’s what it is all about (other than the Hokey Cokey, of course):

1. The non-queue
Don your fighting gear. Germans seem to have an inborn itch to come first. The towel-on-the-deckchair phenomenon is not a myth! My English husband always says, the way to a German checkout is like a Formula 1 race. (Especially when a new till opens – a German will not have you snatch the butter from her bread, as the saying goes.)

Once it’s your turn, know that you’re expected to proceed efficiently. Elderly citizens idly counting their small change will be huffed and puffed at, just as will anyone who doesn’t vacate the packing area soon enough, i.e. in a nanosecond. (Sales assistants may even push your shopping out of the way.)

Oh, and we also don’t do common sense, especially not when it comes to queuing. I’ve tried to use it at several instances, and it ended in arguments each and every time. Picture a counter with two checkouts. What will Germans never do? Form one queue. They will form two queues and join whichever one looks shorter.

If you want to force Germans to form one single file, you need to make them take numbers. This worked so well at post offices in the past that these are now the only places in Germany where the system works (meanwhile even without taking numbers).

2. The Wechselgeldschale
This is a very German phenomenon: people avoid body contact with strangers. So to that end (and possibly to make the process of handing back change more efficient as no waiting for human interaction is required), there are trays for change on almost every German shop counter. The money is placed on the tray instead of in the customer’s hand. And if there is no tray, the change will often be placed on the counter for the customer to pick up.

So now you know what we Germans mean when we complain about our own country as Servicewüste Deutschland, a place deserted of service.

Okay, US-American shop assistants may take it a bit too far to the other extreme. A very dear Irish friend of mine was rather startled when, on leaving a boutique in L.A., she heard the salesperson chirp ‘Missing you already!’ When she turned around in confusion, she saw that the young lady in question hadn’t even lifted her head from whatever she was scribbling. L.A. – so blasé.

Next week, we’ll see what’s really good about Germany.

The Pommes Buddha says: Hooookey Cokey Cokey!

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Movember

Mustache

Ja, es ist wieder Herbst. Bald ist Halloween und dann … Movember! Ja, Movember. Nicht November. Also, November auch, aber: Movember – nie gehört? Dann lernt Ihr heute was über eine junge aus den USA stammende PR-Aktion, die sich inzwischen in vielen englischsprachigen Ländern etabliert hat.

„Mann“ trägt ja neuerdings Bart. Als wir vor Kurzem einem Bekannten meines Mannes begegneten und dieser ihn nicht sofort erkannte, erklärte ich, es könne daran liegen, dass er sich seit dem letzten Jahr einen Bart hat wachsen lassen. Darauf erwiderte der Bekannte: „We’ve all grown a beard since last year!“ Stimmt. Seit ganz Hollywood „ja“ zur Gesichtsbehaarung sagt, sind Vollbärte absolut gefragt.

Wer im November allerdings vermehrt Herren mit Schnurrbärten sieht, wundere sich nicht. Einige, die sonst keine Gesichtsbehaarung tragen, rasieren sich im gesamten Monat November die Oberlippe nicht. Andere, die sonst Vollbart tragen, rasieren sich diesen bis auf den Schnurrbart ab. Und das nicht nur, weil’s Spaß macht und oft ziemlich bescheuert aussieht, sondern für einen guten Zweck. Jeder Schnurrbartträger versucht, so viele Sponsoren wie möglich zu finden, die ihm Schmerzensgeld dafür zahlen, einen ganzen Monat lang im Zuhälter-Look herumlaufen und sich gegenüber so manchem Kunden erklären zu müssen. Das so gesammelte Geld kommt dem Kampf gegen Prostata‑ und Hodenkrebs zugute.

Und warum heißt das Ganze Movember? Dieses Kunstwort setzt sich aus dem Monat November und dem englischen Wort für Schnurrbart moustache zusammen. Bros with mos (= brothers with moustaches; „Brüder mit Schnurrbärten“) lautet das Motto.

Mittlerweile geht diese kultige Aktion sogar schon so weit, dass sich auch Frauen anschließen und sich jeden Tag des Monats November mit einem (angeklebten oder ‑gemalten) Schnurrbart zeigen. Die Mo Bros werden von Mo Sistas unterstützt.

Und entzückt stellte ich bei meiner Recherche fest: Es gibt den Movember nun auch in Deutschland! Hier erfahrt Ihr mehr darüber, wie man mitmachen und/oder spenden kann.

Mein englischer Ehemann und seine Kollegen hatten sich übrigens vor zwei Jahren so lächerliche Schnurrbärte wachsen lassen, dass sie sich am Ende des Monats, kurz vor der Schur, in Indianer‑ und Polizeikostümen als The Village People fotografieren ließen. Hei, was für ein Spaß!

Und nächste Woche geht’s nicht um einen Monat, sondern um einen Tag.

Der Pommes-Buddha sagt: Just a mo, bro!

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Rough and ready

Klassische Raufasertapete wei Hintergrund

Thinking back to my blog post of the other day about quintessential Britishness, I wondered what my English husband would consider the most German thing of all German things. And then I remembered his horror when we first set foot into our first joint flat in Germany.

‘What’s that on the walls?’ he exclaimed. ‘Wallpaper,’ I said. ‘Yeah, but it looks so retro. We had that stuff in the ‘70s,’ he continued in disgust. Thus went his first encounter with an inexplicable German phenomenon aka The Obsession with Raufasertapete.

How do I begin? For those of you who are unfamiliar with the product: it’s wallpaper with small wood chips in it, which make it very knobbly. It’s hideous. And it’s everywhere. Even on the ceilings. (At least in rented flats.) It’s the cheapest wallpaper you can get in Germany. But don’t ask me who decided it was the bee’s knees. (It does indeed seem like a mandatory piece of interior design in any German home.)

For those of you who are not British, rented flats and houses in Britain do usually not have wallpaper nowadays. They just have rendered walls with a coat of paint on them. And tenants are often not allowed to change the colour of the walls or put a nail in them or anything.

Germany, on the other hand, is the nirvana of tenants. Tenants can do whatever they please. Well, at least they can paint walls monkey-puke yellow and riddle them with Rawlplugs so long as they put everything back into its original state when they move out, i.e. refill the holes and repaint the walls in a light colour.

So here we were in our first German home, applying roll after roll of masking tape to these wood-chip walls. If you’ve ever done that, you know that, the next day, you can’t feel your fingertips. It’s Braille overkill. Honestly, how is a landlord or lady free to paper walls with something that can do irreversible damage to your digital nerves?

Raufaser stands for many German things. It’s unpretentious, sensible (read: cheap) and practical. German bliss!

Next week, learn about language made to measure.

The Pommes Buddha says: I hate Bauhaus.

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Rote Sauce

tomato ketchup

Was ist ein „halber Hahn“? Die meisten Deutschen werden hier zunächst an ein halbes Brathähnchen (in Ostdeutschland „Broiler“) denken. Wer jedoch in Köln einen „Halven Hahn“ bestellt, bekommt ein Roggenbrötchen mit einer fingerdicken Scheibe Gouda serviert. Doch nicht nur im Deutschen gibt es Ausdrücke, die nicht das sind, was sie vorgeben.

Die englische Sprache wird oft unterschätzt. Wer sie lernt, macht anfangs oft rasch Fortschritte, da die Grundregeln ihrer Grammatik leicht zu erlernen sind. Hat man jedoch ein gewisses Niveau erreicht, ist das Englische ebenso komplex und facettenreich wie andere Sprachen. Es kann durchaus verwirrend sein – sowohl phonetisch als auch semantisch. Die folgenden Wörter beispielsweise werden im Britischen gleich ausgesprochen: torque und talk, pair und pear, shake und sheikh. Dahingegen werden nachfolgende Wörter je nach Kontext und Bedeutung jeweils unterschiedlich ausgesprochen: read, wound, tear. Und dann gibt es noch die Wörter, meist Eigennamen, die viel zu viele (also stumme) Buchstaben haben: Worcester, Leicester, Warwick.

Für Außenstehende ist es vollkommen unlogisch, dass Privatschulen in England public schools heißen, dass marmalade ausschließlich aus Zitrusfrüchten gemacht werden darf und dass die wichtigsten Spiele des Nationalsports Cricket sich test matches nennen. Manche Engländer sagen dinner und meinen das Mittagessen, manche sagen tea und meinen das Abendessen. Und das, was wir (und die Amerikaner und wahrscheinlich alle anderen Völker der Welt) schlicht „Ketchup“ nennen, betiteln die Briten oft als red sauce oder tomato sauce. Und dann gibt es noch brown sauce, eine würzige Tinktur, die in so gut wie jedem englischen Vorratsschrank zu finden ist – ähnlich beliebt wie Maggi im deutschen Durchschnittshaushalt. Überhaupt ist alles Mögliche sauce, was in anderen Sprachen niemals so genannt würde. Außer Bratensauce, die heißt gravy.

Als wir vor einiger Zeit mit unserer englischen Familie im Urlaub waren, fragte Auntie Sylvie meine dreijährige Tochter, auf die Ketchup-Flasche zeigend, wie red sauce auf Deutsch heiße. Das Kind sah sie völlig ungläubig an. Man konnte ihm beim Denken zusehen: „Ist das eine Fangfrage oder bist du wirklich so doof, dass du das nicht weißt?“ Es entschied sich für letztere Variante und sagte mit bevormundender Fassungslosigkeit: „Ketchup!“ Tante Sylvie und alle Anderen, die ein elaboriertes deutsches Wort erwartet hatten, schüttelten sich vor Lachen.

Wusstet ihr übrigens, dass die englische Sprache mehr als eine Million Wörter hat?

Natürlich hat das Deutsche auch sehr, sehr viele Wörter. Und was die Deutschen „englisch“ nennen und umgekehrt, erfahrt ihr nächste Woche!

Der Pommes-Buddha sagt: Would you like some black pudding for dessert?

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Big business

2015-KW34 Loo

Last week, we visited the bathroom. It’s only a small step further to a facility that lends itself to extensive cultural studies. In many Asian countries, the sounds produced by a person using a WC are considered very private and shouldn’t be witnessed by other people under any circumstances. Therefore, lavatories are often equipped with sound machines imitating the flush to mask any possibly embarrassing noise (replacing the use of the actual flush, which had led to an exorbitant waste of water). So what about Germany? Here’s a bit of German loo etiquette.

As many of you globetrotters will know (for one will reliably bump into a German in even the remotest corner of this earth), Germans are embarrassed by hardly anything. While individuals from other cultural backgrounds go to great length to conceal or play down whatever they create – in every sense of the word – Germans are proud and boastful with regard to both national and personal output. The Swiss don’t call us Kannich (‘I can do it!’) for nothing! As you’ve learned, we show every last wrinkle of our bodies to total strangers at sauna spas. And that’s only the beginning. (Attention! German explicitness alert!)

When poor, unsuspecting Mr K, paper in hand and anticipating some pleasant reading time, first used a proper German toilet (they are a dying species now but can still be found) for Number Two (or ‘big business’ [‘das große Geschäft’] in German), he found himself propelled into a chemical warfare scenario. The paper was misappropriated for hectic fanning. ‘Proper’ German toilets, you see, have a sort of open-air ledge where all your hard day’s work will sit patiently for inspection and approval by the rightful owner (or whatever other suitable purpose one can think up). The fact that, at this point, there is no water to absorb any untoward odours, catches many a guileless foreigner by ugly surprise. Or, to be more graphic, let’s just say, you had no idea what yours really smells like … (Though my husband says the worst is the burning sensation in your eyes.)

Of course, one needs mind-blowing water power to persuade the purposefully-perched bundle of processed food to so much as consider moving in the rough direction of the sewer. Be warned: the flush is deafening!

Ironically, we dub the toilet ‘the silent place’ (‘das stille Örtchen’). If you think that’s weird, read next week how screwed up some English names for things can be!

The Pommes Buddha says: My own smells alright …

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Erlebnis Bad

2015-KW33 Erlebnis Bad

Wenn man in einem fremden Land ein Badezimmer betritt, ist immer irgendetwas anders. In Italien beispielsweise muss man erst einmal herausfinden, dass der Buchstabe „C“ oder das Wort „caldo“ auf dem Wasserhahn nicht für „kalt“, sondern für „heiß“ steht. Gut – Ausschlussprinzip. Nicht so kompliziert. In England jedoch erwartet einen im häuslichen Badbereich eine ganz eigene Welt …

Meine erste bewusste Begegnung mit einem englischen Bad war im Jahr 2000, als ich, wie das in London so üblich ist, in einer WG („shared flat“) wohnte. „Und was mag das für ein Zimmer sein?“ dachte ich bei mir, der Auslegeware durch eine Tür folgend, bis ich plötzlich vor einer Badewanne stand. Teppich im Bad??? Meine Mutter hätte seinerzeit hyperventiliert ob der Aussicht, uns als Kinder in einem solchen Raum mit dem recht formfreudigen Element Wasser uns selbst zu überlassen.

Für großen intrafamiliären Diskussionsstoff sorgt im Hause King die Tatsache, dass deutsche Badezimmer in den Augen meines englischen Ehemannes Todesfallen sind, kann man dort doch tatsächlich in unmittelbarer Wassernähe elektrische Geräte in Wandsteckdosen stecken! Ich erzähle ihm dann immer eine Anekdote aus Zeiten vor dem FI-Schalter, der zufolge ein Bekannter eines Bekannten behauptete, einen Fernseher auf dem Badewannenrand so positioniert zu haben, dass dieser, sollte er je ins Wasser fallen, dabei seinen eigenen Stecker ziehen würde. Unser Disput darüber, ob nun aufgrund der hiesigen Badbeschaffenheit mehr Deutsche als Briten den Stromtod sterben, konnte bisher trotz Zuhilfenahme der folgenden Statistiken nicht geklärt werden (also: Nein!). [Englische Statistik 2012 / Deutsche Statistik 2012]

Zuletzt noch eine Warnung an den arglosen deutschen Nasszellenbenutzer: Viele Duschen im Vereinigten Königreich haben einen integrierten Durchlauferhitzer mit drei Wasserdruckstufen („Low“, „High“ und „Very High“). Drückt man wagemutig auf den letzteren Knopf, so halte man sich mit beiden Händen gut an der Duschkabine fest und lehne sich mit all seinem Körpergewicht dem Duschkopf entgegen. Mit ungeahnter Schnelligkeit und Heftigkeit wird einem ein niagarafallartiger Wasserschwall ins überraschte Gesicht geschleudert, dass es nur so prasselt!

Also, Ihr Deutschen in UK, immer schön im Neoprenanzug duschen, damit die Haut nicht aufreißt. Für Briten in Germania indes empfiehlt es sich für ein erhöhtes Heimatgefühl immer ein Stück hochflorigen Bodenbelag mit sich zu führen. Und für deutsche Toiletten gibt’s eine separate Anleitung – nächste Woche!

Der Pommes-Buddha sagt: Im Bad geföhnt ist halb gewonnen.

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Verkehrserziehung auf Englisch

Destination Milton Keynes!

Die Deutschen lieben ihre Autobahn. Viele Ausländer jedoch schütteln ungläubig den Kopf über die fehlende Geschwindigkeitsbeschränkung und empfinden den vorherrschenden Fahrstil als rücksichtslos. Angenehmer fährt es sich da auf der Insel …

Dort, wie auch in den USA, wird weniger gedrängelt und weniger aggressiv gefahren. Zudem ist die Beschilderung an Schnellstraßen orientierungsfreundlicher, da oft die Himmelsrichtung mit angegeben wird. „The North“ oder „The South“ steht da. Das erinnert mich an DDR-Zeiten, als wir regelmäßig Pakete „inne Zone“ („Den Osten“) schickten, wie meine aus Brandenburg stammende Großmutter zu sagen pflegte.

Dennoch gilt es im englischen Straßenverkehr einige Dinge zu beachten. Insbesondere das Fahren im – in Großbritannien recht häufig vorkommenden – Kreisverkehr kann eine Herausforderung darstellen. Dabei braucht man sich eigentlich nur wenige Regeln zu merken.

Crashkurs für den britischen Verteiler
1. Da Linksverkehr herrscht, fährt man im Uhrzeigersinn in den Kreisel ein.
2. Die Fahrzeuge im Kreisverkehr haben immer Vorfahrt. (Das ist in Deutschland eigentlich nicht so, da es aber fast jeder intuitiv so empfindet, sind die meisten Verteiler mit entsprechenden Verkehrszeichen bestückt.)
3. Wer in den Kreisverkehr einfährt, muss seine letztendliche Fahrtrichtung genau so anzeigen, als stünde er an einer Kreuzung. Das heißt, man blinkt rechts (auch wenn man zunächst natürlich leicht links fährt), wenn man von Süden kommend nach Osten fährt. Der Blinker sollte bis kurz vor der Ausfahrt rechts blinken und dann kurz links, um das Verlassen des Kreisels anzuzeigen.
4. Je nach letztendlicher Richtung ordnet man sich in die Fahrspur ein. Bei zwei Fahrspuren ordnen sich Linksabbieger in die linke, Rechtsabbieger in die rechte Spur ein. Geradeausfahrer können in der Regel beide Spuren verwenden. Bei drei Fahrspuren ist meist die mittlere Spur für die Geradeausfahrer reserviert. Bei mehr Spuren ist die Richtung meist auf der Fahrspur angezeigt.

Wenn man das System einmal verstanden hat, ist es recht eingängig und einer entspannten Fahrt steht nichts mehr im Wege.

Lokal kann der Verkehr allerdings auch in England eine ziemliche Nervenprobe darstellen. Noch um einiges anstrengender als in Köln ist auch das Fahren im Londoner Stadtgebiet ein Alptraum. Daher hat die Stadtverwaltung in Kooperation mit London Transport derzeit unter #ShareTheRoad Fernsehwerbung für ein rücksichtsvolleres Verhalten aller Verkehrsteilnehmer geschaltet. Wie man in deutschen Stadtgebieten die Umweltplakette benötigt, so muss man auch in London eine Congestion Charge zahlen.

Und hier noch ein kleines Glossar zur Erklärung englischer Straßenschilder. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die deutschen Übersetzungen sind eher als Erläuterung denn als akkurate Entsprechung aufzufassen.

abnormal load Schwertransport
congestion Stau
construction traffic only Baufahrzeuge frei
diverted traffic Umleitung
hard shoulder Seitenstreifen
keep apart 2 chevrons 2 Zeichen Abstand halten
keep your distance Abstand halten!
lay-by Haltebucht
merge in turn Reissverschlussverfahren
queues likely Staugefahr
road liable to flooding Überflutungsgefahr
roundabout Kreisverkehr, Verteiler
slip road Autobahnauffahrt, Autobahnausfahrt, Autobahnzubringer
works access Baustelleneinfahrt
works exit Baustellenausfahrt
works traffic, site traffic, construction traffic Achtung Baustellenverkehr!

Dass es einem auch bei manchen Wortschöpfungen schwindelig werden kann, erfahrt Ihr nächste Woche.

Der Pommes-Buddha sagt: Gute Fahrt, Mr Krabs!

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Fingerfertigkeit

Closeup on business woman showing 3 fingers

Zählen auf Englisch ist einfach, oder? One, two, three, four, five … Klar, wenn man die Zahlen nur liest oder hört, ist das keine Hexerei. Aber sobald man die Finger zu Hilfe nimmt, enttarnt man seine Herkunft.

Wer den Quentin-Tarantino-Film Inglourious Basterds gesehen hat, kennt die Szene, in der ein britischer Leutnant sich in einer Spelunke als Deutscher ausgibt. Seinen leicht gefärbten Akzent erklärt er damit, dass er aus einem abgelegenen Bergdorf komme. Damit kommt er zunächst durch. Seine Tarnung fliegt jedoch endgültig auf, als er für sich und seine Begleitung drei Gläser bestellt und dabei Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger hochhält. So würde kein Deutscher die Zahl Drei zeigen.

In Deutschland beginnt man beim Zählen für gewöhnlich mit dem Daumen, dann kommen Zeigefinger, Mittelfinger usw. hinzu. In England fängt man entweder beim kleinen Finger oder beim Zeigefinger an und nimmt erst zuletzt den Daumen dazu. Wenn man die Zahl Drei zeigt, ist demnach die oben beschriebene Variante gängig.

Meine bilingual (und bikulturell) aufwachsende Tochter kennt beide Varianten und unterscheidet sie derzeit (mit knapp vier Jahren), im Gegensatz zu den verbalen Sprachen, noch nicht klar. Sie zeigt die Eins mal mit dem Zeigefinger, mal mit dem Daumen, und erklärt schlicht: „Man kann das auch so zeigen.“

Und wie sieht es mit anderen Fingergesten aus? Der einzeln von einer mit dem Handrücken nach vorn gerichteten Hand nach oben gestreckte Mittelfinger gilt so gut wie weltweit als schlimme Beleidigung ‒ eine Geste, auf die man sich in der verbalen deutschen Sprache schlicht als „Der Finger“, oder auch „Der Stinkefinger“, bezieht, im Englischen analog als „The Finger“. In Großbritannien häufiger im Gebrauch und ähnlich vulgär ist jedoch der V-förmig nach oben gestreckter Zeige- und Mittelfinger bei nach vorne weisendem Handrücken – eine in Deutschland unbekannte Geste. Die Herkunft beider Gesten wird bei mittelalterlichen (oft normannischen) Bogenschützen verortet. Sie demonstrierten ihren Feinden durch das zeigen des Fingers bzw. der Finger, mit dem bzw. denen sie den Bogen spannen: „Schau‘ her, ich kann dir gefährlich werden!“

„Den Vogel“ (Zeigefinger an die Schläfe tippen) zeigt man in England auch – dort allerdings bedeutet er schlicht: „Denk‘ mal nach!“

Also, Vorsicht bei Fingerübungen im Ausland! Und wo’s andernorts noch brenzlig werden kann, ist beim Essen Bestellen. Aber mehr dazu nächste Woche …

Der Pommes-Buddha sagt: Immer schön Hände waschen!

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The naked truth

Traditional wooden sauna for relaxation with set of clean towels

When I was fifteen, I went on a school exchange to Villa Park near Los Angeles in the USA. One day, I remember chatting, unceremoniously as one does, about going to the sauna in Germany – my parents had one at home that we used regularly. The expression of total shock and horror on the American students’ faces when I told them that we go there in the nude! Then uncontrollable giggling. They asked me a million questions about it. They could not believe it! And when they eventually did, they didn’t buy that it was nothing sexual.

I was truly surprised. I thought people went to saunas naked all over the world. For a German person, there’s nothing to it. Seriously. At hotels, in spas – Germans drop trou. Later in my life, my sister and I, sitting in a German hotel sauna in our birthday suits as per usual, were joined by an English lady in a swimming costume. Germans find that unhygienic, especially if that person puts no towel underneath herself. We were polite, though – and strongly impressed that she was obviously equally tolerant enough to stay. After she’d left, we couldn’t help joking that Brits and Americans are probably born with their swimsuits on.

So all you lovely people who did not grow up textilfrei will appreciate how my English husband felt when – and he only told me this recently – apparently one of the first-ever meetings with my parents involved all of us going to my parents’ sauna naturist style. I love him dearly for submitting to it without batting an eyelash. He played it really cool, while thinking my dad was subjecting his bits and pieces to some killer scrutiny for eligibility.

Meanwhile, all is well. My husband has taken a proper shine to ‘sauna Continental style’. It is actually quite liberating and much less of a fuss than you might think. Come on, when in Rome … You should give it a go! Canadian friends have come to love visiting Claudiustherme in Cologne. Our all time favourite is Neptunbad. Take your pick from more venues here: https://www.koelnbaeder.de/sauna.html.

Next week, it will be one of those days …

The Pommes Buddha says: FKK – every day!

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