Rote Sauce

tomato ketchup

Was ist ein „halber Hahn“? Die meisten Deutschen werden hier zunächst an ein halbes Brathähnchen (in Ostdeutschland „Broiler“) denken. Wer jedoch in Köln einen „Halven Hahn“ bestellt, bekommt ein Roggenbrötchen mit einer fingerdicken Scheibe Gouda serviert. Doch nicht nur im Deutschen gibt es Ausdrücke, die nicht das sind, was sie vorgeben.

Die englische Sprache wird oft unterschätzt. Wer sie lernt, macht anfangs oft rasch Fortschritte, da die Grundregeln ihrer Grammatik leicht zu erlernen sind. Hat man jedoch ein gewisses Niveau erreicht, ist das Englische ebenso komplex und facettenreich wie andere Sprachen. Es kann durchaus verwirrend sein – sowohl phonetisch als auch semantisch. Die folgenden Wörter beispielsweise werden im Britischen gleich ausgesprochen: torque und talk, pair und pear, shake und sheikh. Dahingegen werden nachfolgende Wörter je nach Kontext und Bedeutung jeweils unterschiedlich ausgesprochen: read, wound, tear. Und dann gibt es noch die Wörter, meist Eigennamen, die viel zu viele (also stumme) Buchstaben haben: Worcester, Leicester, Warwick.

Für Außenstehende ist es vollkommen unlogisch, dass Privatschulen in England public schools heißen, dass marmalade ausschließlich aus Zitrusfrüchten gemacht werden darf und dass die wichtigsten Spiele des Nationalsports Cricket sich test matches nennen. Manche Engländer sagen dinner und meinen das Mittagessen, manche sagen tea und meinen das Abendessen. Und das, was wir (und die Amerikaner und wahrscheinlich alle anderen Völker der Welt) schlicht „Ketchup“ nennen, betiteln die Briten oft als red sauce oder tomato sauce. Und dann gibt es noch brown sauce, eine würzige Tinktur, die in so gut wie jedem englischen Vorratsschrank zu finden ist – ähnlich beliebt wie Maggi im deutschen Durchschnittshaushalt. Überhaupt ist alles Mögliche sauce, was in anderen Sprachen niemals so genannt würde. Außer Bratensauce, die heißt gravy.

Als wir vor einiger Zeit mit unserer englischen Familie im Urlaub waren, fragte Auntie Sylvie meine dreijährige Tochter, auf die Ketchup-Flasche zeigend, wie red sauce auf Deutsch heiße. Das Kind sah sie völlig ungläubig an. Man konnte ihm beim Denken zusehen: „Ist das eine Fangfrage oder bist du wirklich so doof, dass du das nicht weißt?“ Es entschied sich für letztere Variante und sagte mit bevormundender Fassungslosigkeit: „Ketchup!“ Tante Sylvie und alle Anderen, die ein elaboriertes deutsches Wort erwartet hatten, schüttelten sich vor Lachen.

Wusstet ihr übrigens, dass die englische Sprache mehr als eine Million Wörter hat?

Natürlich hat das Deutsche auch sehr, sehr viele Wörter. Und was die Deutschen „englisch“ nennen und umgekehrt, erfahrt ihr nächste Woche!

Der Pommes-Buddha sagt: Would you like some black pudding for dessert?

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Big business

2015-KW34 Loo

Last week, we visited the bathroom. It’s only a small step further to a facility that lends itself to extensive cultural studies. In many Asian countries, the sounds produced by a person using a WC are considered very private and shouldn’t be witnessed by other people under any circumstances. Therefore, lavatories are often equipped with sound machines imitating the flush to mask any possibly embarrassing noise (replacing the use of the actual flush, which had led to an exorbitant waste of water). So what about Germany? Here’s a bit of German loo etiquette.

As many of you globetrotters will know (for one will reliably bump into a German in even the remotest corner of this earth), Germans are embarrassed by hardly anything. While individuals from other cultural backgrounds go to great length to conceal or play down whatever they create – in every sense of the word – Germans are proud and boastful with regard to both national and personal output. The Swiss don’t call us Kannich (‘I can do it!’) for nothing! As you’ve learned, we show every last wrinkle of our bodies to total strangers at sauna spas. And that’s only the beginning. (Attention! German explicitness alert!)

When poor, unsuspecting Mr K, paper in hand and anticipating some pleasant reading time, first used a proper German toilet (they are a dying species now but can still be found) for Number Two (or ‘big business’ [‘das große Geschäft’] in German), he found himself propelled into a chemical warfare scenario. The paper was misappropriated for hectic fanning. ‘Proper’ German toilets, you see, have a sort of open-air ledge where all your hard day’s work will sit patiently for inspection and approval by the rightful owner (or whatever other suitable purpose one can think up). The fact that, at this point, there is no water to absorb any untoward odours, catches many a guileless foreigner by ugly surprise. Or, to be more graphic, let’s just say, you had no idea what yours really smells like … (Though my husband says the worst is the burning sensation in your eyes.)

Of course, one needs mind-blowing water power to persuade the purposefully-perched bundle of processed food to so much as consider moving in the rough direction of the sewer. Be warned: the flush is deafening!

Ironically, we dub the toilet ‘the silent place’ (‘das stille Örtchen’). If you think that’s weird, read next week how screwed up some English names for things can be!

The Pommes Buddha says: My own smells alright …

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Erlebnis Bad

2015-KW33 Erlebnis Bad

Wenn man in einem fremden Land ein Badezimmer betritt, ist immer irgendetwas anders. In Italien beispielsweise muss man erst einmal herausfinden, dass der Buchstabe „C“ oder das Wort „caldo“ auf dem Wasserhahn nicht für „kalt“, sondern für „heiß“ steht. Gut – Ausschlussprinzip. Nicht so kompliziert. In England jedoch erwartet einen im häuslichen Badbereich eine ganz eigene Welt …

Meine erste bewusste Begegnung mit einem englischen Bad war im Jahr 2000, als ich, wie das in London so üblich ist, in einer WG („shared flat“) wohnte. „Und was mag das für ein Zimmer sein?“ dachte ich bei mir, der Auslegeware durch eine Tür folgend, bis ich plötzlich vor einer Badewanne stand. Teppich im Bad??? Meine Mutter hätte seinerzeit hyperventiliert ob der Aussicht, uns als Kinder in einem solchen Raum mit dem recht formfreudigen Element Wasser uns selbst zu überlassen.

Für großen intrafamiliären Diskussionsstoff sorgt im Hause King die Tatsache, dass deutsche Badezimmer in den Augen meines englischen Ehemannes Todesfallen sind, kann man dort doch tatsächlich in unmittelbarer Wassernähe elektrische Geräte in Wandsteckdosen stecken! Ich erzähle ihm dann immer eine Anekdote aus Zeiten vor dem FI-Schalter, der zufolge ein Bekannter eines Bekannten behauptete, einen Fernseher auf dem Badewannenrand so positioniert zu haben, dass dieser, sollte er je ins Wasser fallen, dabei seinen eigenen Stecker ziehen würde. Unser Disput darüber, ob nun aufgrund der hiesigen Badbeschaffenheit mehr Deutsche als Briten den Stromtod sterben, konnte bisher trotz Zuhilfenahme der folgenden Statistiken nicht geklärt werden (also: Nein!). [Englische Statistik 2012 / Deutsche Statistik 2012]

Zuletzt noch eine Warnung an den arglosen deutschen Nasszellenbenutzer: Viele Duschen im Vereinigten Königreich haben einen integrierten Durchlauferhitzer mit drei Wasserdruckstufen („Low“, „High“ und „Very High“). Drückt man wagemutig auf den letzteren Knopf, so halte man sich mit beiden Händen gut an der Duschkabine fest und lehne sich mit all seinem Körpergewicht dem Duschkopf entgegen. Mit ungeahnter Schnelligkeit und Heftigkeit wird einem ein niagarafallartiger Wasserschwall ins überraschte Gesicht geschleudert, dass es nur so prasselt!

Also, Ihr Deutschen in UK, immer schön im Neoprenanzug duschen, damit die Haut nicht aufreißt. Für Briten in Germania indes empfiehlt es sich für ein erhöhtes Heimatgefühl immer ein Stück hochflorigen Bodenbelag mit sich zu führen. Und für deutsche Toiletten gibt’s eine separate Anleitung – nächste Woche!

Der Pommes-Buddha sagt: Im Bad geföhnt ist halb gewonnen.

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Verkehrserziehung auf Englisch

Destination Milton Keynes!

Die Deutschen lieben ihre Autobahn. Viele Ausländer jedoch schütteln ungläubig den Kopf über die fehlende Geschwindigkeitsbeschränkung und empfinden den vorherrschenden Fahrstil als rücksichtslos. Angenehmer fährt es sich da auf der Insel …

Dort, wie auch in den USA, wird weniger gedrängelt und weniger aggressiv gefahren. Zudem ist die Beschilderung an Schnellstraßen orientierungsfreundlicher, da oft die Himmelsrichtung mit angegeben wird. „The North“ oder „The South“ steht da. Das erinnert mich an DDR-Zeiten, als wir regelmäßig Pakete „inne Zone“ („Den Osten“) schickten, wie meine aus Brandenburg stammende Großmutter zu sagen pflegte.

Dennoch gilt es im englischen Straßenverkehr einige Dinge zu beachten. Insbesondere das Fahren im – in Großbritannien recht häufig vorkommenden – Kreisverkehr kann eine Herausforderung darstellen. Dabei braucht man sich eigentlich nur wenige Regeln zu merken.

Crashkurs für den britischen Verteiler
1. Da Linksverkehr herrscht, fährt man im Uhrzeigersinn in den Kreisel ein.
2. Die Fahrzeuge im Kreisverkehr haben immer Vorfahrt. (Das ist in Deutschland eigentlich nicht so, da es aber fast jeder intuitiv so empfindet, sind die meisten Verteiler mit entsprechenden Verkehrszeichen bestückt.)
3. Wer in den Kreisverkehr einfährt, muss seine letztendliche Fahrtrichtung genau so anzeigen, als stünde er an einer Kreuzung. Das heißt, man blinkt rechts (auch wenn man zunächst natürlich leicht links fährt), wenn man von Süden kommend nach Osten fährt. Der Blinker sollte bis kurz vor der Ausfahrt rechts blinken und dann kurz links, um das Verlassen des Kreisels anzuzeigen.
4. Je nach letztendlicher Richtung ordnet man sich in die Fahrspur ein. Bei zwei Fahrspuren ordnen sich Linksabbieger in die linke, Rechtsabbieger in die rechte Spur ein. Geradeausfahrer können in der Regel beide Spuren verwenden. Bei drei Fahrspuren ist meist die mittlere Spur für die Geradeausfahrer reserviert. Bei mehr Spuren ist die Richtung meist auf der Fahrspur angezeigt.

Wenn man das System einmal verstanden hat, ist es recht eingängig und einer entspannten Fahrt steht nichts mehr im Wege.

Lokal kann der Verkehr allerdings auch in England eine ziemliche Nervenprobe darstellen. Noch um einiges anstrengender als in Köln ist auch das Fahren im Londoner Stadtgebiet ein Alptraum. Daher hat die Stadtverwaltung in Kooperation mit London Transport derzeit unter #ShareTheRoad Fernsehwerbung für ein rücksichtsvolleres Verhalten aller Verkehrsteilnehmer geschaltet. Wie man in deutschen Stadtgebieten die Umweltplakette benötigt, so muss man auch in London eine Congestion Charge zahlen.

Und hier noch ein kleines Glossar zur Erklärung englischer Straßenschilder. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die deutschen Übersetzungen sind eher als Erläuterung denn als akkurate Entsprechung aufzufassen.

abnormal load Schwertransport
congestion Stau
construction traffic only Baufahrzeuge frei
diverted traffic Umleitung
hard shoulder Seitenstreifen
keep apart 2 chevrons 2 Zeichen Abstand halten
keep your distance Abstand halten!
lay-by Haltebucht
merge in turn Reissverschlussverfahren
queues likely Staugefahr
road liable to flooding Überflutungsgefahr
roundabout Kreisverkehr, Verteiler
slip road Autobahnauffahrt, Autobahnausfahrt, Autobahnzubringer
works access Baustelleneinfahrt
works exit Baustellenausfahrt
works traffic, site traffic, construction traffic Achtung Baustellenverkehr!

Dass es einem auch bei manchen Wortschöpfungen schwindelig werden kann, erfahrt Ihr nächste Woche.

Der Pommes-Buddha sagt: Gute Fahrt, Mr Krabs!

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Fingerfertigkeit

Closeup on business woman showing 3 fingers

Zählen auf Englisch ist einfach, oder? One, two, three, four, five … Klar, wenn man die Zahlen nur liest oder hört, ist das keine Hexerei. Aber sobald man die Finger zu Hilfe nimmt, enttarnt man seine Herkunft.

Wer den Quentin-Tarantino-Film Inglourious Basterds gesehen hat, kennt die Szene, in der ein britischer Leutnant sich in einer Spelunke als Deutscher ausgibt. Seinen leicht gefärbten Akzent erklärt er damit, dass er aus einem abgelegenen Bergdorf komme. Damit kommt er zunächst durch. Seine Tarnung fliegt jedoch endgültig auf, als er für sich und seine Begleitung drei Gläser bestellt und dabei Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger hochhält. So würde kein Deutscher die Zahl Drei zeigen.

In Deutschland beginnt man beim Zählen für gewöhnlich mit dem Daumen, dann kommen Zeigefinger, Mittelfinger usw. hinzu. In England fängt man entweder beim kleinen Finger oder beim Zeigefinger an und nimmt erst zuletzt den Daumen dazu. Wenn man die Zahl Drei zeigt, ist demnach die oben beschriebene Variante gängig.

Meine bilingual (und bikulturell) aufwachsende Tochter kennt beide Varianten und unterscheidet sie derzeit (mit knapp vier Jahren), im Gegensatz zu den verbalen Sprachen, noch nicht klar. Sie zeigt die Eins mal mit dem Zeigefinger, mal mit dem Daumen, und erklärt schlicht: „Man kann das auch so zeigen.“

Und wie sieht es mit anderen Fingergesten aus? Der einzeln von einer mit dem Handrücken nach vorn gerichteten Hand nach oben gestreckte Mittelfinger gilt so gut wie weltweit als schlimme Beleidigung ‒ eine Geste, auf die man sich in der verbalen deutschen Sprache schlicht als „Der Finger“, oder auch „Der Stinkefinger“, bezieht, im Englischen analog als „The Finger“. In Großbritannien häufiger im Gebrauch und ähnlich vulgär ist jedoch der V-förmig nach oben gestreckter Zeige- und Mittelfinger bei nach vorne weisendem Handrücken – eine in Deutschland unbekannte Geste. Die Herkunft beider Gesten wird bei mittelalterlichen (oft normannischen) Bogenschützen verortet. Sie demonstrierten ihren Feinden durch das zeigen des Fingers bzw. der Finger, mit dem bzw. denen sie den Bogen spannen: „Schau‘ her, ich kann dir gefährlich werden!“

„Den Vogel“ (Zeigefinger an die Schläfe tippen) zeigt man in England auch – dort allerdings bedeutet er schlicht: „Denk‘ mal nach!“

Also, Vorsicht bei Fingerübungen im Ausland! Und wo’s andernorts noch brenzlig werden kann, ist beim Essen Bestellen. Aber mehr dazu nächste Woche …

Der Pommes-Buddha sagt: Immer schön Hände waschen!

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The Pout

gelangweilter Mann

Every culture has gestures or facial expressions that have a meaning even without words. Every person brought up in a particular culture (or having spent a sufficient amount of time in it) will understand them. For example, Italians are particularly renowned for underlining their utterances by countless gestures (please find examples here). However, in a foreign culture, one will at times encounter non-verbal communication one can’t quite locate …

If he were asked to make the most German gesture he can think of, my husband would doubtless do The Pout. Germans use The Pout a lot. They use it when they listen carefully (along with The Squint and The Frown – we might call it ‘The PSF’; it looks fierce but is just a Germanic way of saying ‘I’m taking what you are saying seriously’). They use it when they are weighing up the pros and cons of something. They use (or maintain) it when they intend to qualify their ‘Yes’. In fact, The Pout can put a little tag on anything. A tag saying, ‘Why not?’ A tag saying, ‘It could be worse’ (for example, when asked how things are going). A tag saying, ‘It could be better’ (for example, when asked how things are going).

So The Pout is big. Any self-respecting German has it in her box of tricks. In fact, I’m sure I heard that it has recently been included in a newly-introduced practical part of the Einbürgerungstest (‘Demonstrieren Sie drei typisch deutsche Gesten’).

The other day, Mr K and I were sitting at our dinner table. I asked him if he’d like a yogurt. And there it was! I couldn’t believe it. He pouted, and then said ‘Yes’. At that moment I knew that, even without an Einbürgerungstest, he was properly naturalised. Above his head a blinking yellow sign said, ‘Germanisation completed’. It was an ‘Oi!’ moment. (You know, when Charlotte in Sex and the City, in the process of converting to Judaism, said her first ‘Oi!’) I was so proud.

Next week, we’ll revisit gestures and learn what fingers can tell you.

The Pommes Buddha says: When in doubt, use The Pout.

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The naked truth

Traditional wooden sauna for relaxation with set of clean towels

When I was fifteen, I went on a school exchange to Villa Park near Los Angeles in the USA. One day, I remember chatting, unceremoniously as one does, about going to the sauna in Germany – my parents had one at home that we used regularly. The expression of total shock and horror on the American students’ faces when I told them that we go there in the nude! Then uncontrollable giggling. They asked me a million questions about it. They could not believe it! And when they eventually did, they didn’t buy that it was nothing sexual.

I was truly surprised. I thought people went to saunas naked all over the world. For a German person, there’s nothing to it. Seriously. At hotels, in spas – Germans drop trou. Later in my life, my sister and I, sitting in a German hotel sauna in our birthday suits as per usual, were joined by an English lady in a swimming costume. Germans find that unhygienic, especially if that person puts no towel underneath herself. We were polite, though – and strongly impressed that she was obviously equally tolerant enough to stay. After she’d left, we couldn’t help joking that Brits and Americans are probably born with their swimsuits on.

So all you lovely people who did not grow up textilfrei will appreciate how my English husband felt when – and he only told me this recently – apparently one of the first-ever meetings with my parents involved all of us going to my parents’ sauna naturist style. I love him dearly for submitting to it without batting an eyelash. He played it really cool, while thinking my dad was subjecting his bits and pieces to some killer scrutiny for eligibility.

Meanwhile, all is well. My husband has taken a proper shine to ‘sauna Continental style’. It is actually quite liberating and much less of a fuss than you might think. Come on, when in Rome … You should give it a go! Canadian friends have come to love visiting Claudiustherme in Cologne. Our all time favourite is Neptunbad. Take your pick from more venues here: https://www.koelnbaeder.de/sauna.html.

Next week, it will be one of those days …

The Pommes Buddha says: FKK – every day!

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Die ewige Einkaufsliste

Shopping List

Wer schon einmal längere Zeit im Ausland war, wird das kennen: Man vermisst ganz einfache Produkte wie Laugenbretzeln oder Milka-Schokolade. Hat man dann jedoch das dortige Sortiment erkundet und seine Lieblinge gefunden, wird es einem nach der Rückreise ebenso gehen. Für mich sind das zum Beispiel die amerikanischen chocolate chip cookies von Mrs. Fields (alle hier verfügbaren Kekse dieser Art sind mir zu hart). Wenn unsere Familie nach England fährt, steht deshalb ein Besuch bei Waitrose, Sainsbury’s oder Marks & Spencer (ja, dort gibt es auch Lebensmittel) immer auf dem Programm. Und was kaufen wir dort ein?

Unsere ewige Einkaufsliste enthält:

  • tea bags (Alle Teetrinker, die ich kenne, bestätigen: In England ist die Qualität des portionierten Tees unschlagbar.)
  • black bean sauce (Schwarzbohnensauce – eine wichtige Zutat für viele asiatische Rezepte)
  • creamed coconut (wichtige Zutat für beef madras – hier auch zu bekommen, jedoch teurer als in UK)
  • baked beans (auch hier erhältlich, aber nicht die der bevorzugten Marke Branston)
  • malt vinegar (ein Muss auf Pommes bzw. chips)
  • kaffir lime leaves (Kaffirlimonenblätter – hier nicht überall erhältlich)
  • crumpets (kleine Teigküchlein, die man zum Frühstück toastet und mit Butter und/oder Marmelade bestreicht)

Am liebsten würden wir auch die unersetzbare, frische clotted cream mitbringen – aber die muss durchgehend gekühlt werden. Grußkarten und Kleidung sind in Großbritannien ebenfalls viel schöner und oft günstiger als hier.

Doch was, wenn man keine Bezugsquelle in Großbritannien hat? Dann wird’s zwar etwas teurer, aber es gibt keinen Grund zur Verzweiflung: Rettung naht in Form des English Shop in Köln, auf dessen Webseite man – übrigens auch amerikanische Artikel – online bestellen kann! Dort gibt es zumindest eine haltbare Version der für den cream tea obligatorischen clotted cream. Wie der Quark ist dieser Streichrahm ein Milchprodukt, das es in dieser Form woanders nicht gibt. In Ermangelung des Originals kann man die leckeren scones im größten Notfall auch mit Crème double bestreichen. Die kommt der clotted cream am nächsten – wenn sie auch kein würdiger Ersatz ist.

Für Kleidung und Schreibwaren eignet sich Marks & Spencer. Dieses Unternehmen hat mittlerweile sogar eine deutsche Webseite.

Ohne Kleidung kommt man in Deutschland jedoch auch zurecht. Mehr dazu nächste Woche …

Der Pommes-Buddha sagt: Shopping is always nicer on the other side (of the Channel Tunnel).

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The plait scale

braid girl

There are several reasons for this week’s revelation. One, it’s an act of reprisal: my husband hijacked my Facebook page the other day, so I’m hijacking his idea. Two, I’m on a rescue mission. This fascinating observation on the German culture is otherwise likely to pass into oblivion as it’s safe to assume that the blog my magnificent other was going to launch won’t be launched for another 150 years or so. (In case it does I herewith officially recognise his intellectual property rights.) So let’s learn about the mysterious plait scale …

‘The Plait Scale’ indicates the number of people in a country using some form of braiding in their hairdos, or, to put it in statistical terms, the ‘braid penetration’ of the population. The very concept of a braid was alien to my husband, who claimed that no girl or woman in England ever braided their hair. This may be changing as we speak (or read, as the case may be), as the plait, together with its masculine equivalent, the beard, has been making a strong case for itself on the international fashion stage lately.

So Mr K was intrigued to find plaited hair in various shapes and forms in a part of Germany outside of the world-acclaimed Plait Zone of Bavaria. Even more intriguingly, he observed that the number of people (mostly women) plaiting their hair dwindles gradually as you travel northwards, starting from, say, Oberstdorf. Women as far north as Hamburg, he noticed, were extremely unlikely to braid their hair at all. So the plait scale ranges from Algriet (north, no plaits) to Zenzi (south, corded maize of plaits), with Cologne approximately in midfield (plaits can be seen but are not ubiquitous).

If only I knew how this gem of insight could be of any relevant use … Well, I thought I’d share it with you anyway. You never know when this bit of trivia may come in handy. (As an interpreter I know that there is no such thing as useless information!)

More tasty tidbits are to come (see, I can’t do without food references). But first, let’s look at some practical issues of British-German life next week.

The Pommes Buddha says: Happy braiding!

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Britische Behaglichkeit

England

Wenn mich jemand fragte, wie ich in einem Satz die Essenz der englischen Kultur wie ich sie kenne zusammenfassen würde, so wäre die Antwort eine Frage, die für mich der Inbegriff der britischen Behaglichkeit ist. Unzählige Male schon wurde sie mir gestellt – eigentlich so gut wie jedes Mal, wenn ich auf der Insel bei jemandem zu Hause war.

„Shall I put the kettle on?“ Nun muss man etwas ausholen … Das was im typischen deutschen Haushalt die gute alte Kaffeemaschine ist (ich meine diese nun schon fast antik anmutende Konstruktion mit Filteraufsatz, Glaskanne und Warmhalteplatte), ist in Großbritannien the kettle, der (heutzutage vorwiegend elektrische) Wasserkocher. Fassungslos stand ich im Jahr 2000, zu Beginn meines Auslandssemesters in London, in der Küche meiner Unterkunft – es gab keine Kaffeemaschine! Ein Wasserkocher fand sich immerhin, aber kein Filteraufsatz, um wenigstens von Hand aufzubrühen. Nachdem ich auf der Suche nach Kaffeepulver lediglich auf körnigen Kaffee stieß, wurde mir klar: Im durchschnittlichen Haushalt wird Kaffee hier tassenweise hergestellt, und zwar aus Instant-Kaffeepulver. (Ja, ganz im Gegensatz zu Australien und Neuseeland hinkte Großbritannien dem Rest von Europa – oder auf Britisch Europe bzw. the Continent – in der Kaffeekultur lange weit hinterher.)

Tee wird, so man nicht der detaillierten Anweisung des Britischen Instituts für Normung (BSI) folgt, die 8 Seiten umfasst und für lächerliche 90 GBP zu erwerben ist, ebenfalls pro Tasse bzw. Becher aufgegossen. Milch darf selbstverständlich nicht fehlen. Und ein echter „Bauarbeitertee“ (siehe „builder’s brew“) wird’s nur mit reichlich Zucker. Da bekommt Stephen Twining Schnappatmung! Er erklärt auf Youtube, wie es richtig geht. Und hier schreibt der Independent über die perfekte Tasse Tee.

„Shall I put the kettle on?“ ist somit eine meist rhetorische Frage, die sagen soll: „Komm’, wir machen es uns gemütlich und trinken einen Tee (oder Kaffee)!“

Nächste Woche geht’s zur Abwechslung dann mal um nicht-kulinarische Verflechtungen …

Der Pommes-Budhha sagt: Manche mögen’s heiß!

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