Die Frühjahrsfibel

Wiese mit bunten Blumen im Frhling

Mit dem Beginn des Frühlings geht jedes Jahr so einiges einher. Allenthalben werden Phänomene wie die Frühjahrsmüdigkeit und der Frühjahrsputz von allerlei Blickwinkeln beleuchtet. Schauen wir uns mal einige dieser Phänomene an. Gibt’s die eigentlich auch in Großbritannien?

Mich hat’s irgendwie auch erwischt. Im März fühlte ich mich eine ganze Weile lang matt und ständig müde. Das ist die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit, die laut einer WDR-Reportage auf die energieraubende Umstellung des Stoffwechsels zurückzuführen ist und etwa zwei Drittel aller Menschen betrifft. Mein englischer Ehemann hatte davon noch nie gehört. Also googelte ich dieses Phänomen und fand heraus, dass es auf Englisch offenbar spring fever genannt werden kann. Eine Umfrage unter einer Handvoll muttersprachlicher Freunde und Kolleginnen ergab jedoch, dass spring fever 1. nicht sehr verbreitet bis hin zu unbekannt ist und 2., wenn überhaupt, meist eher in der nachgerade antonymen Bedeutung, nämlich im Sinne eines Herbeisehnens des Frühlings, verwendet wird. Das Konzept der Frühjahrsmüdigkeit scheint also in den englischsprachigen Kulturen kein etabliertes zu sein.

Den Frühjahrsputz hingegen gibt es auch im englischen Sprachraum. Dort heißt er spring cleaning. Das wissen wir spätestens seit der gleichnamigen Folge der international bekannten englischen Kinder-Kultserie Shaun das Schaf.

Es ist schon seltsam, aber auch ich verspüre dieser Tage einen gesteigerten Drang, auszumisten und alles schön zu machen. „Ausmisten“ ist übrigens auch ein schönes deutsches Wort, das eigentlich aus der Agrarwirtschaft kommt und clearing out (the dung) bedeutet. Wenn eine Deutsche, die keinen Bauernhof betreibt, jedoch sagt: „Ich hab‘ ausgemistet“, bezieht sich dies immer auf das Aussortieren von Alltagsgegenständen zum Wegwerfen, Weggeben (also Verschenken) oder Verkaufen.

Neulich fuhren wir mit unseren Kindern im Auto zum nächstgelegenen Erlebnisbauernhof (wie man das als Mittelschicht-Städter mit ökologischem Sendungsbewusstsein so macht). Vor uns fuhr ein grauhaariger Herr recht langsam und unsicher. „Sunday driver“, kommentierte mein englischer Ehemann. Ah, dachte ich, den Sonntagsfahrer gibt’s also auch auf Englisch – scheint ein international verbreitetes Phänomen zu sein. Ganz im Gegensatz zum Geisterfahrer, wie in diesem Medium bereits berichtet.

Am letzten Wochenende im März ist es dann stets soweit: Die Uhren werden auf Sommerzeit umgestellt. Das geschieht in Großbritannien übrigens zur selben Zeit. Die Sommerzeit, die ja eigentlich die „falsche“, also die von der allgemeinen Übereinkunft abweichende, Zeitzählung ist, heißt dort Daylight Saving Time, also die Zeit, die das Tageslicht erhält.

Und was hat es eigentlich mit dem Ausdruck „Fibel“ aus dem Titel auf sich? Es handelt sich, wie ich finde, um ein sehr schönes, altes deutsches Wort. Heutzutage wird es nicht mehr oft gebraucht, früher bezeichnete es ein Lesebuch, mit dem Schüler das Lesen lernten. Heute wird es laut Duden eher für Lehrbücher verwendet, die in ein Fachgebiet einführen.

Also, nun seid Ihr für den britisch-deutschen Frühling gefibelt und dürft ihn in vollen Zügen genießen!

Der Pommes-Buddha sagt: Ein Sonntagsfahrer macht noch keinen Frühling.

  

Wetterkunde

Pinker Regenschirm und gelbe Gummistiefel Freisteller

Mein englischer Ehemann ist schon ganz genervt: Immer wenn er sagt, woher er kommt, erntet er von den Deutschen mitleidige Blicke und einen Kommentar über den vielen Regen in England. „In London regnet es viel weniger, als ihr denkt!“ ruft er dann stets verzweifelt gen Himmel. Was aber ist dran, an dem Mythos vom Engländer und dem Wetter?

Es ist das ultimative Klischee: Der Engländer spricht gern über das Wetter. Allzu oft trifft dies jedoch in der Tat zu. Der perfekte Einstieg für jede Unterhaltung mit einem Fremden sind Sätze wie It’s turned out nice again (dieser klassische Ausspruch ist sogar in Form eines Films verewigt worden).

Woran dies liegen mag ist eine Frage mit vielen möglichen Antworten. Ein Grund ist sicherlich, dass das Wetter auf der Insel sich für gewöhnlich rasch ändert und somit nahezu unerschöpflichen Gesprächsstoff liefert. Die sprichwörtlichen vier Jahreszeiten an einem Tag habe ich persönlich diverse Male erlebt, beispielsweise im April 2000, als ich mit Freunden zunächst noch im T-Shirt im St James‘ Park picknickte, dann wurde es stürmisch und begann zu schütten, kurz darauf fielen ein paar Schneeflocken und wenige Minuten später kam wieder die Sonne heraus.

Der Exildeutsche Henning Wehn hat das Phänomen des Wettergesprächs in seiner TV-Mini-Serie An Immigrant’s Guide to Britain (Channel 4) sehr anschaulich demonstriert. Eine ungarische Einwanderin machte dort (S01 E01) den Test: Die ungarische Art, in Form eines Komplimentes mit Fremden ins Gespräch zu kommen, sorgte allseits für Misstrauen. Sobald die Kontaktsuchende jedoch einen Kommentar zum Wetter offerierte, waren die Menschen offen und gesprächig.

Dass dieses metereologische Vor-sich-hin-Philosophieren nicht einmal bewusst als „Gespräch“ wahrgenommen wird, zeigt die folgende Situation aus dem Immigrant’s Guide: Ein Herr ergeht sich ganze 30 Minuten in Bemerkungen zum Wetter der letzten Tage. „You like talking about the weather?“ fragt die Ungarin ihn. Es schaut daraufhin ganz erstaunt und erwidert: “Not particularly, no. Why?”

Das Wetter ist das Sesam-öffne-dich zur britischen Seele. Eine Zauberformel, die die Macht besitzt, selbst schüchterne Mauerblümchen in smooth operators zu verwandeln. Probiert es doch bei nächster Gelegenheit einmal aus. Es mag zwar einfallslos sein, wie Oscar Wilde befand, doch es erfüllt seinen Zweck. Ich verspreche Euch, Ihr werdet Überraschendes erleben!

Übrigens ist, wie bereits im Beitrag „Radiokult“ erwähnt, der Seewetterbericht (shipping forecast) eine besondere Ausprägung der britischen Wettervernarrtheit.

Für die weitere Lektüre über das Englischsein sei zudem zum wiederholten Male Kate Fox‘ Buch Watching the English wärmstens empfohlen.

Der Pommes-Buddha sagt: Auf Regen folgt Sonnenschein.

  

Manche sind gleicher

Equality concept

Am 10. November war Equal Pay Day im Vereinigten Königreich. Das bedeutet, dass britische Frauen im Durchschnitt von diesem Tag an umsonst arbeiten, während die britischen Männer bis zum 31.12. bezahlt werden. Klingt ungerecht? Ist auch so. Aber wie steht Deutschland im Vergleich da?

Mein englischer Ehemann ist genervt. „Unglaublich, wie sexistisch Deutschland ist!“ findet er immer wieder. Besonders spiegele sich das im deutschen Fernsehprogramm wider. Diskussionsrunden seien fast ausschließlich mit Männern besetzt – und häufig mit einer „Alibi“-Frau, die dann aber auch optisch etwas hermachen müsse. Moderatoren seien vorwiegend männlich. Im Unterhaltungsbereich, aber auch in halb-seriösen Formaten, würden klassische Rollenklischees bedient.

Insbesondere im Sportbereich präsentierten sich Frauen, offenbar auch nach ihrem Selbstverständnis, als schmückendes Beiwerk – man schaue sich eine beliebige Siegerehrung an. Weibliche Fußballkommentatoren würden, so sich denn ein Sender überhaupt einmal progressiv vorwagt und sie einsetzt, von Shitstorms überrollt.

Nicht nur mein Mann findet das peinlich. In vielen anderen europäischen Ländern wird Deutschland als sehr konservativ wahrgenommen, was die Gleichstellung der Geschlechter betrifft. (Siehe hierzu auch „Raven Mothers“.)

Dies drückt sich auch in Zahlen aus. In Prozentpunkten beträgt der sogenannte Gender Pay Gap, also der Verdienstunterschied zwischen den Geschlechtern, in UK 13,9 %. In Deutschland beträgt er saftige 21 %. Deutsche Frauen werden demnach bis zum 18. März 2017 arbeiten müssen, um dasselbe zu verdienen wie deutsche Männer bis Ende 2016. Der 18. März ist denn auch der deutsche Equal Pay Day.

Auch wenn Großbritannien in Geschlechterfragen fortschrittlicher ist als Deutschland, bleibt in beiden Ländern viel zu tun. Hier gilt es, für jede und jeden Einzelnen, auch in den banalsten Situationen Farbe zu bekennen.

Und wer hier Berührungsängste mit dem Wort „Feminismus“ hat, dem lege ich die englische Journalistin Caitlin Moran ans Herz, die in ihrem Buch How to Be a Woman einen Feminismus-Schnelltest entwickelte: „So here is the quick way of working out if you’re a feminist. Put your hand in your pants. a) Do you have a vagina? and b) Do you want to be in charge of it? If you said ‘yes’ to both, then congratulations! You’re a feminist.“

Und als Mann darf man sich fragen: Möchte ich, dass meine Freundin/Ehefrau/Tochter ein selbstbestimmtes Leben führt? Hier gilt entsprechend: Wer diese Frage mit „ja“ beantwortet, ist – hoppla! – Feminist. So schnell kann’s gehen! Been there. Done that.

Wer von seiner neu gewonnenen Identität nun mehr erwartet als nur ein lousy t-shirt, dem sei zum weiteren erbaulichen Konsum, neben Caitlin Morans Buch, der Blog von Pinkstinks (und hier insbesondere der jüngere Beitrag zum Thema Rollenverhalten) und die WDR-Sendung FrauTV wärmstens empfohlen.

Der Pommes-Buddha sagt: Männer sind (noch) gleicher als Frauen.

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Wo ist die Gurke?

Cucumber and slices isolated over white background

Neulich hatte ich mal wieder ein Synchron-Erlebnis der dritten Art. Ich sah mir im WDR die erste Folge der Serie Cucumber an (Spoiler-Alarm!). (Ja, wie schon letztes Mal erwähnt: Ich bin in der digitalen Steinzeit aufgewachsen und schaue oft ganz gewöhnliches Fernsehen. Freddy würde hierzu sagen: „That’s so 35-years-old!“) Der Trailer hatte mich neugierig gemacht. Aber da die Serie auf Deutsch synchronisiert war, fehlten mir grundlegende Informationen.

Zu Beginn geht ein Mann etwa mittleren Alters durch einen Supermarkt. Aus dem Off hört man seine Stimme. Aus dem Trailer wusste ich, dass die Serie synchronisiert ist, und nahm an, es handele sich um eine US-amerikanische Serie. Hätte ich diese Off-Stimme gleich im Original gehört, hätte ich gewusst, dass es eine britische Serie ist.

Gut, diese Information kann sich die aufmerksame Zuschauerin dann kurz später zusammenreimen, da sie bald britische Straßenzüge (enge Straßen, britische Verkehrszeichen, gelbe Linien am Straßenrand etc.) erspäht. Da fragte ich mich dann, mangels unmissverständlich zuordenbarer Bauwerke, ob die Serie wohl in London spielt. Dies hätte sich gegebenenfalls ebenso durch eine Kumulation entsprechender regionaler Sprachakzente erkennen lassen.

Nach etwa einer halben Stunde wird über Daniel, den neuen Kollegen einer der Hauptfiguren, Lance, gesagt, er sei „moved up here from London“. Hm. Also nicht London. Kurz darauf wird dann Manchester erwähnt – eine Stadt, deren Akzent für Geübte recht eindeutig erkennbar ist.

Verblüffend, dachte ich mir, wie viel doch in ein paar kleinen originalen englischen Sätzen liegen kann. Insbesondere, da in der gesprochenen britischen Sprache die Regionalität sehr stark ausgeprägt ist und in britischen TV-Produktionen oft eine wichtige dramaturgische Rolle spielt. Auch erinnere ich mich, dass es früher bei deutschen Synchronisationen üblich war, die mit dieser Regionalität verknüpften Assoziationen durch eine ähnliche entsprechende Färbung in der Zielsprache hervorzurufen. Beispielsweise hat der Texaner Major Kong in der deutschen Fassung von Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb einen ruhrdeutschen Akzent. (Mehr über den Umgang mit Ruhrpottlern und deren Sprache findet Ihr hier: http://www.ruhrgebietssprache.de/.)

Um mich nicht des Sprecher-Bashings schuldig zu machen, ist es mir ganz grundsätzlich übrigens ein Anliegen, einmal zu erwähnen, dass es nicht die deutschen Stimmen als solche sind, die die Synchronisation zu einer Zumutung machen. Viele Sprecher leisten ganz wunderbare Arbeit und bemühen sich, der jeweiligen Figur Leben einzuhauchen. Mich stört vielmehr die künstliche Distanz, die durch die Synchronisation selbst, ungeachtet ihrer Qualität, geschaffen wird. Mehr zum Thema schrieb ich bereits in „An mein Ohr kommt nur Wasser und O-Ton“ und in „Magnum in distress“.

Ich begrüße daher die Initiative einiger Sender, einige englischsprachige Serien und Shows im Original mit Untertiteln zu zeigen. Besonders lobend erwähnt sei in diesem Zusammenhang die großartige Tonight Show mit Jimmy Fallon, die der TV-Sender „One“ (ehemals „Einsfestival“) tagesaktuell mit deutschen Untertiteln zeigt, vor denen man nur den Hut ziehen kann! (Leonie and colleagues, you rock!)

Wie dem auch sei: Mein englischer Ehemann und ich besorgten uns dann jedenfalls Cucumber auf Englisch und waren, kurz gesagt, begeistert! Ein unkonventionelles Setting in der LGBT-Szene von Manchester, eine Erzählung mit stilsicheren Pointen, in der sich dennoch jeder wiederfindet und eine Besetzung, die wie Arsch auf Eimer passt, machen dieses Juwel der britischen Fernsehwelt zu einem herausragenden Comedy-Drama. Cucumber sei jeder ans Herz gelegt, die jenseits der Vorstadtidyllen-Unterhaltung die eigenen Vorstellungen aus einem inspirierenden Blickwinkel unter die Lupe nehmen und mal wieder so richtig lachen (und ein wenig weinen) möchte.

Wer sich übrigens manchmal fragt, wer eigentlich die deutsche Stimme von … ist, wird hier sicher fündig: https://www.synchronkartei.de.

Der Pommes-Buddha sagt: Gurke mit Untertiteln – ein Gedicht!

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Strandurlaub

Sunrise at Brixam in Devon

Wenn ich Freunden und Bekannten erzähle, dass ich nach England in den Sommerurlaub fahre, ernte ich oft mitleidige Blicke. England hat bei den Deutschen, vollkommen zu Unrecht, den Ruf, täglich mit Regen oder zumindest allenfalls unbeständigem Wetter aufzuwarten. Hier eine kleine Anleitung für diejenigen, die sich trotzdem trauen.

Großbritannien ist bekanntlich eine Insel und hat somit viel Strand. Mein englischer Ehemann wird es nicht müde zu betonen, dass man von jedem beliebigen Punkt in England aus binnen maximal zweier Autostunden am Strand ist. Doch was erwartet einen dort?

Das hängt von der Wahl des Urlaubsortes ab. Der typische britische Badeort, für den Brighton wohl als Vorführbeispiel gelten darf, verfügt über ein Pier, oft aus viktorianischer Zeit und mit Lichterketten dekoriert, einen Strand mit beach huts, die obligatorischen Billig-Souvenirläden, eine sogenannte arcade (eine Art Spielhalle mit zahlreichen Münzautomaten, an denen Groß und Klein Tand gewinnen kann), einen Minigolfplatz (Crazy Golf o. Ä.), eine Bimmelbahn und ggf. auch den einen oder anderen künstlerisch inspirierten Laden in den versteckten Gässchen des Ortes.

Natürlich gibt’s dazu auch gemäßigte Alternativen diverser Abstufungen bis hin zum verschlafenen Fischerörtchen mit einem Tante-Emma-Laden und einem Pub (Polruan in Cornwall beispielsweise).

Meine Schwiegermutter besteht darauf, dass es für einen echten Küstenurlaub zweier Dinge bedarf: eines Strandhäuschens (beach hut – auch tageweise zu mieten), in dem man sich aufhalten und allerlei Ausrüstung lagern kann, und crabbing, also Krabbenfischen mit einer crab line und einem Eimer.

Entgegen den Befürchtungen vieler Kontinentaleuropäer regnet es in vielen Gegenden Englands nicht besonders viel. Manche Gebiete wie Cornwall oder Dorset sind gar für ihre vielen Sonnenstunden bekannt, und aus eigener Erfahrung kann ich das nur bestätigen. Von Mai bis September gibt’s hier meist ein angenehmes Klima, und sogar im Oktober hatten wir in Cornwall schon oft trockenes Wetter.

Viele Orte, die zu Stoßzeiten überfüllt sind, sind in der Nebensaison wunderbar (Fowey in Cornwall, Swanage in Dorset).

Klar, es ist nicht ganz günstig, in England Urlaub zu machen – aber das ist es an der Nordsee auch nicht. Und auch wenn es schwer fällt, dem Brexit ansonsten etwas Gutes abzugewinnen: Zumindest das Britische Pfund ist derzeit wieder erschwinglich für uns Europäer …

Ein paar Webseiten für nette Ferienhäuschen:

http://www.islandcottageholidays.com

https://www.cornishhorizons.co.uk/

Nächstes Mal … Ach, lasst Euch überraschen!

Der Pommes-Buddha sagt: Ich bin reif für die Insel.

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Pressestimmen

Pile of old newspapers, selective focus

Pressestimmen

Wer schon einmal mit der Londoner Tube (U-Bahn) gefahren ist, wird sicherlich dieselbe Beobachtung gemacht haben wie ich: Auffallend viele Menschen in England lesen Zeitung. Laut der deutschen Zeitung Die Welt gilt die Londoner Fleet Street, die sich im britischen Sprachgebrauch als Synonym für „die Presse” etabliert hat, als Vorreiter der deutschen Presselandschaft (siehe dieser Artikel). Hier ein paar Dinge, die man über britische Tageszeitungen wissen sollte.

Zunächst ein paar Zahlen, die vielleicht überraschen: 2014/15 hatte die Tagespresse in UK eine Gesamtauflage von 7 Mio. (bei etwa 65 Mio. Einwohnern), die deutsche 16,8 Mio. (bei etwa 81 Mio. Einwohnern) – das heißt es kommt eine Tageszeitung auf jeden 5. deutschen, jedoch nur etwa jeden 9. britischen Menschen (Quellen: BDZV und Newsworks). Dennoch haben Zeitungen traditionell einen hohen persönlichen Stellenwert im Leben vieler britischer Bürger.

Die britische Tagespresse lässt sich, ähnlich wie die deutsche, grob in zwei Kategorien unterteilen: die eher sachlich-intellektuellen broadsheets und die Boulevardpresse, die tabloids, auch popular press oder yellow press genannt. Oftmals wird heutzutage zusätzlich ein mittleres Segment („mid-market newspapers“) unterschieden.

Sympathisch finde ich, dass man auf der Insel ungeachtet einer persönlichen, meist sozial geprägten Präferenz nicht selten bereit ist, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Im Urlaub oder am Sonntag, wenn genügend Zeit ist, kauft sich der interessierte Brite gerne auch mal zwei oder drei verschiedene Tageszeitungen – wobei die Sonntagsausgaben auch für ein besonders ausschweifendes Leseerlebnis sorgen, das zum britischen Kulturgut gehört.

Doch in der britischen Presselandschaft wird nicht nur gekuschelt. Die Boulevardzeitung The Sun wird seit der Hillsborough-Katastrophe und bis heute in Liverpool weitgehend boykottiert. Das Blatt hatte nach dem Zuschauerunglück im Hillsborough-Stadion in Sheffield beim Halbfinale des britischen Fußballpokalspiels zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest 1989 wahrheitswidrig das Verhalten der Liverpooler Fans verantwortlich für das Ausmaß der Katastrophe gemacht und wird seitdem von vielen Liverpudlians nicht mehr gelesen.

Ein weiterer großer Skandal ist der News-International-Skandal, in dessen Folge die des Abhörens von Mobilfunk-Mailboxen überführte Zeitung News of the World 2011 eingestellt wurde.

Zu guter Letzt sei zum Zwecke der weiteren Erhellung ein Ausflug in die audiovisuellen Medien gestattet, und zwar zu einer der TV-Serien, die meines Erachtens die britische Kultur in unvergleichlich spitzfindiger und pfiffiger Weise treffend widerspiegelt. Es handelt sich um ein Juwel der britischen intelligenten Unterhaltung − das im Übrigen in Deutschland, wo man sich in der Welt der medialen Unterhaltung in der Regel einzig zwischen „niveaulos“ und „hoch-intellektuell“ entscheiden kann, seines Gleichen sucht – und zwar Yes, Prime Minister.

Im Hinblick auf die britische Presse-Arena entspannt sich dort nun in Folge 4 der 2. Staffel dieser Polit-Realsatire der folgende Dialog zwischen dem manipulativen leitenden Regierungsbeamten Sir Humphrey, dem ansonsten als etwas unterbelichtete Marionette des administrativen Establishments dargestellte Premierminister Jim Hacker und dessen Sekretär und Stichwortgeber Bernard Woolley (Namen der Zeitungen diesseits hervorgehoben):

Sir Humphrey: The only way to understand the Press is to remember that they pander to their readers’ prejudices.

Jim Hacker: Don’t tell me about the Press. I know *exactly* who reads the papers. The Daily Mirror is read by the people who think they run the country. The Guardian is read by people who think they *ought* to run the country. The Times is read by the people who actually *do* run the country. The Daily Mail is read by the wives of the people who run the country. The Financial Times is read by people who *own* the country. The Morning Star is read by people who think the country ought to be run by *another* country. The Daily Telegraph is read by the people who think it is.

Sir Humphrey: Prime Minister, what about the people who read The Sun?

Bernard Woolley: Sun readers don’t care *who* runs the country – as long as she’s got big tits.

Yes, Prime Minister: A Conflict of Interest (1987): http://www.imdb.com/title/tt0751828/quotes?item=qt0179457

Ich persönlich fühle mich in meiner Lesepräferenz jedenfalls treffend beschrieben.

Für die weiterführende Lektüre einschließlich einer umfassenden Liste mit allen britischen Zeitungen empfehle ich diesen Link zu Wikipedia.

Und ganz am Schluss hätte ich noch einen Tipp für diejenigen, die genug von destruktivem Journalismus haben: Die neueste Entwicklung im deutschen Online-Journalismus heißt Perspective Daily. Könnte eine Alternative sein …

Und nächstes Mal schauen wir uns an, in welches deutsche Bundesland man ziehen sollte.

Der Pommes-Buddha sagt: A paper a day keeps the Brits in sway.

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Der Klang von Musik

Historic city of Salzburg with Salzach river in summer, Salzburger Land, Austria

Aus einem der ersten Wanderurlaube mit meinem englischen Ehemann erinnere ich mich ganz besonders an eine Szene. Wir spazierten durch eine Postkartenidylle: rollende Hügel, saftig grüne Wiesen und, in der Ferne, die majestätischen Berge. Erfasst von dieser Schönheit breitete Herr K. seine Arme aus, drehte sich um sich selbst und begann zu singen The Hills Are Alive With the Sound of Music … Ich fragte ihn, was das für ein Lied sei.

„Wie, was das für ein Lied ist???“, sprach er entsetzt. „The Sound of Music!!! “ – „Kenne ich nicht, “ erwiderte ich. Er war fassungslos. The Sound of Music kennt doch jeder!!!

Hierzu ist Folgendes zu sagen: Wer im anglo-amerikanischen Sprachraum aufgewachsen ist, hat den Film The Sound of Music von 1965 in der Regel nicht nur gesehen, sondern gewissermaßen mit jeder Pore seiner Haut aufgesogen. Er gehört, ähnlich der Feuerzangenbowle hier, zum gefeierten Kulturgut und ist so gut wie flächendeckend bekannt. Seit ich The Sound of Music gesehen habe, habe ich in unzähligen zeitgenössischen Filmen und Serien Anspielungen darauf entdeckt oder Lieder daraus gehört. Beispielsweise singt Ruth in einer späteren Folge von Six Feet Under das Stück Favourite Things aus dem Film.

Nun, der Film lief damals auch in Deutschland. Doch verziehen sei dem geneigten Kinogänger, der hinter dem deutschen Titel Meine Lieder, Meine Träume nicht unbedingt ein bahnbrechendes Ereignis der Filmgeschichte vermutete und somit fernblieb. Veranlasst hat der geringe Bekanntheitsgrad des Films Barbara Litzlfellner, dessen Unkenntnis als eines von 26 untrüglichen Zeichen dafür zu sehen, dass man in Deutschland geboren und aufgewachsen ist. (Ihre Liste ist übrigens ein gelungenes Abbild der deutschen Mentalität.)

The Sound of Music ist ein Epos. Als deutscher oder österreichischer Zuschauer mag man versucht sein, das Werk ob der Bergkulisse von Salzburg und der scheinbar seichten Dialoge im Genre des Heimatfilms zu verorten – doch dies würde der Komplexität des Films nicht gerecht. Inszeniert wie eine Oper, behandelt er zeitlose Themen wie Unangepasstheit, Konfliktbewältigung und politischen Widerstand, und bleibt somit individual- wie gesellschaftspsychologisch äußerst relevant.

Der Reichtum an Figuren und Themen bietet zudem Rezipienten jeden Alters ein breites Identifikationspotential. Meine vierjährige Tochter ist nahezu besessen von dem Film, der selbst Die Eiskönigin von ihrem Thron zu stoßen vermochte. Sie singt die Lieder rauf und runter, unermüdlich, Tag und Nacht.

Ähnlich gelagert ist der Fall übrigens bei dem in Deutschland um Einiges bekannteren Film Der Zauberer von Oz. Dieser hat im englischsprachigen Raum ebenfalls eine Art Kultstatus erreicht. In England wird er traditionell an Weihnachten geschaut.

Und nächste Woche erzähle ich Euch, wie man so richtig deutsch wird!

Der Pommes-Buddha sagt: Musik lässt Berge beben.

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Tawhydee

Bus rural Australia

Ich werde nie vergessen, wie ich das erste Mal in Australien in einen Bus stieg. Ich war Mitte Zwanzig, hatte in den Studiengängen Dolmetschen und Übersetzen Englisch studiert und schon einige Zeit als Übersetzerin gearbeitet. Man könnte sagen, ich war des Englischen mächtig. Als ich mich nach dem Fahrpreis erkundigte, hörte ich nur „tawhydee“. Das musste eine Zahl sein. Aber welche?

Dialekte stellen nicht nur Touristen und diejenigen, die ohnehin nicht firm in einer Sprache sind, regelmäßig vor große Herausforderungen, sondern auch Sprachprofis.

Es gibt Akzente, die einem nicht liegen. Indisches Englisch zum Beispiel kann eine große Herausforderung sein. Zum Glück arbeitet man als Dolmetscher immer zu zweit. Dies dient nicht nur der körperlich-geistigen Regeneration, sondern stellt auch sicher, dass in Notsituationen einer für den anderen einspringen kann.

Doch nicht nur native Akzente bereiten Probleme. Gerade das oft unterschätzte Englische wird bei internationalen Veranstaltungen gerne als Lingua franca genutzt und somit häufig von Nicht-Muttersprachlern gesprochen. Dabei wird angenommen, es vereinfache die Kommunikation, wenn alle dieselbe Sprache sprechen, doch nicht selten ist das Gegenteil der Fall. Konfrontiert mit so manch deutschem Akzent oder Satzbau verstehen all diejenigen, die des Deutschen nicht mächtig sind, dann nichts mehr – einschließlich Englisch-Muttersprachlern.

Aber was macht man als Dolmetscher, wenn man kein Wort versteht? In Dolmetscherkreisen kursiert der urbane Mythos über einen Kollegen, der einst eine englische Tischrede eines chinesischen Delegierten zu dolmetschen hatte. Der Redner begann zu sprechen, und schnell wurde klar, dass er kein Wort Englisch konnte und versuchte, die Rede phonetisch abzulesen. Die Anwesenden schauten sich betreten an. Niemand verstand auch nur ein Wort. Dann war der Dolmetscher an der Reihe. Er stellte sich vor die Gruppe und hielt eine beeindruckende Rede über die deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen. Am Ende gab es Applaus und Dank und alle waren zufrieden. In einem ruhigen Moment kam einer der höherrangigen Delegierten der deutschen Seite auf den Dolmetscher zu und beglückwünschte ihn zu seiner Leistung – er selbst habe kein Wort verstanden und es sei ihm ein Rätsel, wie dies dem Dolmetscher gelungen sei. Was niemand ahnte, war, dass der Dolmetscher auch kein Wort verstanden hatte. Er hatte auf sein durch Vorbereitung und Erfahrung erworbenes kulturelles und politisches Hintergrundwissen zurückgegriffen und schlicht improvisiert, um den chinesischen Delegierten nicht bloßzustellen.

Zum Glück kommt es äußerst selten vor, dass wir als Dolmetscher nichts verstehen. Zum Einen beugen wir vor, indem wir unser Ohr gern und täglich an immer neue Akzente und Dialekte gewöhnen. Zum Anderen ist es nicht unbedingt notwendig, jedes einzelne Wort zu verstehen, da man mit der Zeit lernt, vortrefflich zu antizipieren. Oft genug weiß man also schon vor der Rednerin selbst, was diese sagen wird, und kann vermeintliche Lücken recht gut füllen.

Zurück zu „tawhydee“. Am ehesten konnte ich mir vorstellen, dass es twenty hieß. Aber zwanzig Dollar war zu viel. Vielleicht zwei Dollar zwanzig? Die legte ich hin. Die Busfahrerin schaute mich immer noch wie versteinert an und wiederholte: „Tawhydee!“ Also legte ich noch einen Dollar dazu. Ich bekam zwanzig Cent zurück. Ah! Two-eighty! Zwei Dollar achtzig!

Und hier findet Ihr eine schöne Auswahl britischer Akzente zum Üben: http://www.weloveaccents.co.uk/.

Nächste Woche geht’s um ein deutsches Phänomen.

Der Pommes-Buddha sagt: Gut präpariert ist halb verstanden.

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Radiokult

Vintage red radio receiver on wood table. Wallpaper 3d

Wann immer ich in England die Familie besuche, stelle ich fest, dass dort zu Hause permanent das Radio läuft. Ich habe den Eindruck, die Briten sind besessen vom Radiohören. Aber ist da wirklich was dran? Drei Thesen zum deutschen und englischen Radiokonsum.

These 1: Die Briten hören mehr Radio als die Deutschen.

Stimmt nicht. Die Zahlen verblüfften mich. Wie man auf der Webseite der Radiozentrale verfolgen kann, hören seit Jahren konstant gut drei Viertel aller Deutschen im Alter über 10 Jahre täglich Radio, und zwar im Durchschnitt 189 Minuten pro Kopf.

Die entsprechenden von der britischen RAJAR erhobenen Daten sind zwar nicht direkt vergleichbar, da hier nach Radiohören pro Woche gefragt wird (90 % der über 15-Jährigen). Die durchschnittliche Hördauer beträgt jedoch derzeit in UK rund 21 Stunden pro Woche, liegt also mit etwa 3 Stunden täglich sogar knapp unter dem deutschen Durchschnitt.

These 2: Das britische Radioprogramm ist abwechslungsreicher als das deutsche.

Nun, hierzu gibt es selbstredend keine belastbaren Daten. Schaltet man jedoch die großen regionalen Sender wie SWR 3 und WDR 2 ein, so drängt sich der Eindruck auf, dass die deutsche Radiolandschaft sich nicht gerade durch Abwechslung auszeichnet. Gespielt wird, so scheint es, jeden Morgen dasselbe Musikprogramm: gefühlt vier oder fünf Hits aus den Charts, die sich nachgerade stündlich wiederholen, und ansonsten nur The Pet Shop Boys und Dido.

Einst war ich großer Jazzradio-Berlin-Fan. Während ich beim Einzug meine Altbauwohnung in Tiergarten strich, divertierte mich der Sender den ganzen Tag. Ich war begeistert von einem wilden Ritt durch Stile und Epochen. Doch selbst Jazzradio Berlin spielt mittlerweile vorwiegend Hammond-Orgel-Easy-Listening.

Nach einer bisher vergeblichen Suche nach einem Sender, der gute Musik mit interessanten Wortbeiträgen abwechselt und ansprechend präsentiert, habe ich also resigniert und höre hauptsächlich Radio aus England. Hier gibt es mehr Auswahl. BBC Radio 2 wartet zum Beispiel mit einer nette solchen Mischung auf. BBC Radio 4 bietet kaum Musik, dafür aber niveauvolle Comedy-Sendungen (The Now Show), ein Radio-Äquivalent von FrauTV (Woman’s Hour) und Talksendungen mit verschiedensten Facetten (Desert Island Discs). Überdies werden viele BBC-Radiosendungen von bekannten Fernsehmoderatoren präsentiert. Man hat das Gefühl, die Radiolandschaft ist lebendiger als hier in Deutschland.

Die Frage ist, geben sich die Deutschen mangels Alternativen mit einem Mainstream-Berieselungsprogramm zufrieden oder hören sie so viel Radio, weil ihnen das Angebot tatsächlich gefällt?

Den Versuch einer Antwort liefert Ulrich Stock auf ZEIT ONLINE mit einem auch heute noch aktuell wirkenden Artikel aus dem Jahr 2007, der passend Rettet das Radio heißt. Dort wird man auch mit neuen Ideen gefüttert, wo’s noch Gutes zu Hören gibt.

These 3: Radio-Hörspiele sind im Vereinigten Königreich beliebter als hierzulande.

Über Anteil und Beliebtheit von Radiospielen konnte ich leider nichts in Erfahrung bringen. Mir scheint, dass sie im öffentlich-rechtlichen britischen Radioprogramm einen hohen Stellenwert haben. Die Hörspielserie The Archers beispielsweise läuft auf BBC Radio 4 seit 1950, mit aktuell unglaublichen mehr als 17.500 Folgen. In Deutschland hingegen findet man Radiospiele kaum.

Radio 4 ist übrigens für ein weiteres Phänomen bekannt: den Seewetterbericht (The Shipping Forecast). Dieser hat durch die repetitive Aneinanderreihung von Orten, die viele Hörer als meditativ bezeichnen, absoluten Kultstatus inne und ist aus der britischen Radiolandschaft nicht wegzudenken. (Mehr dazu auf Wikipedia.)

Nächste Woche sehen wir uns ein kleines Wörtchen näher an.

Der Pommes-Buddha sagt: Die Radiologie ist eine oft unterschätzte Wissenschaft.

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Glücksrad

Fahrradweg

England ist das Land der … Was fällt einem da spontan ein? Dichter und Denker? Sicherlich. Romantischen Gärten? Durchaus. Radfahrer? Ganz bestimmt nicht. Doch neulich traute ich meinen Augen kaum, sah ich auf der Insel doch einen Menschen sich auf einer Landstraße auf einem Fahrrad fortbewegen. Ein Zufall?

Rührend war, dass dieser Mensch genau so aussah, wie mein englischer Ehemann deutsche Trekking-Urlauber beschreibt: heillos überausgerüstet. Man hatte jedenfalls den Eindruck, dass hier der Drahtesel nicht zweckmäßig als Fortbewegungsmittel eingesetzt, sondern vielmehr als Sportgerät genutzt wurde.

Das Fahrrad als Vehikel wird jedoch auch in England beliebter. Der Londoner Oberbürgermeister Boris Johnson, der sich in seiner Heimat selbst immer wieder gern als passionierter Radler inszeniert, eröffnete Ende 2015 die erste britische Radfahrer-Autobahn.

Ah, die Autobahn – Schauplatz so manchen Emotionskontrollverlusts! Im Englischen gibt’s den wunderbaren Ausdruck road rage (Lehnwortalarm!). Wer wie ich jüngst das Buch The Chimp Paradox von Steve Peters gelesen hat, wird aus Kräften versuchen, es nicht persönlich zu nehmen, wenn ein Bergheimer BMW mal wieder den Fahrradweg mit der Rechtsabbiegespur verwechselt … Oooommmmm! (Peters sagt auch, man soll nicht in Stereotypen denken.)

Aber road rage funktioniert natürlich auch umgekehrt (Diese rücksichtslosen Radfahrer!) oder gar innerhalb der eigenen Sippe. Ich fahre am liebsten hinter verantwortungsbewussten Radfahrern, zu erkennen an Helm und Warnweste, und denen, die nichts dem Zufall überlassen, zu erkennen an dem zusätzlichen Regenschutz auf dem Fahrradhelm. Da sind keine unvorhergesehenen Bewegungen zu erwarten.

Zum Bürgerkrieg unter Radfahrern gibt es ein Schmankerl aus dem coolen New York. Obgleich diese Stadt für Radfahrer wieder ganz anders tickt, passen die Kategorien unterschiedlicher Radler-Archetypen, die der Bike Snob in diesem sehr unterhaltsamen Artikel umreißt, meiner Meinung nach wunderbar auf die meisten Großstädte dieser Welt.

Übrigens, ein super Fahrrad-Reparaturladen in Köln ist Portz am Ring. Freundliche Mitarbeiter, faire Preise, super Service, zentrale Lage.

Und nächste Woche kommen wir den Siezern auf die Spur.

Der Pommes-Buddha sagt: Ein Rad kommt selten allein.

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