Die Frühjahrsfibel

Wiese mit bunten Blumen im Frhling

Mit dem Beginn des Frühlings geht jedes Jahr so einiges einher. Allenthalben werden Phänomene wie die Frühjahrsmüdigkeit und der Frühjahrsputz von allerlei Blickwinkeln beleuchtet. Schauen wir uns mal einige dieser Phänomene an. Gibt’s die eigentlich auch in Großbritannien?

Mich hat’s irgendwie auch erwischt. Im März fühlte ich mich eine ganze Weile lang matt und ständig müde. Das ist die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit, die laut einer WDR-Reportage auf die energieraubende Umstellung des Stoffwechsels zurückzuführen ist und etwa zwei Drittel aller Menschen betrifft. Mein englischer Ehemann hatte davon noch nie gehört. Also googelte ich dieses Phänomen und fand heraus, dass es auf Englisch offenbar spring fever genannt werden kann. Eine Umfrage unter einer Handvoll muttersprachlicher Freunde und Kolleginnen ergab jedoch, dass spring fever 1. nicht sehr verbreitet bis hin zu unbekannt ist und 2., wenn überhaupt, meist eher in der nachgerade antonymen Bedeutung, nämlich im Sinne eines Herbeisehnens des Frühlings, verwendet wird. Das Konzept der Frühjahrsmüdigkeit scheint also in den englischsprachigen Kulturen kein etabliertes zu sein.

Den Frühjahrsputz hingegen gibt es auch im englischen Sprachraum. Dort heißt er spring cleaning. Das wissen wir spätestens seit der gleichnamigen Folge der international bekannten englischen Kinder-Kultserie Shaun das Schaf.

Es ist schon seltsam, aber auch ich verspüre dieser Tage einen gesteigerten Drang, auszumisten und alles schön zu machen. „Ausmisten“ ist übrigens auch ein schönes deutsches Wort, das eigentlich aus der Agrarwirtschaft kommt und clearing out (the dung) bedeutet. Wenn eine Deutsche, die keinen Bauernhof betreibt, jedoch sagt: „Ich hab‘ ausgemistet“, bezieht sich dies immer auf das Aussortieren von Alltagsgegenständen zum Wegwerfen, Weggeben (also Verschenken) oder Verkaufen.

Neulich fuhren wir mit unseren Kindern im Auto zum nächstgelegenen Erlebnisbauernhof (wie man das als Mittelschicht-Städter mit ökologischem Sendungsbewusstsein so macht). Vor uns fuhr ein grauhaariger Herr recht langsam und unsicher. „Sunday driver“, kommentierte mein englischer Ehemann. Ah, dachte ich, den Sonntagsfahrer gibt’s also auch auf Englisch – scheint ein international verbreitetes Phänomen zu sein. Ganz im Gegensatz zum Geisterfahrer, wie in diesem Medium bereits berichtet.

Am letzten Wochenende im März ist es dann stets soweit: Die Uhren werden auf Sommerzeit umgestellt. Das geschieht in Großbritannien übrigens zur selben Zeit. Die Sommerzeit, die ja eigentlich die „falsche“, also die von der allgemeinen Übereinkunft abweichende, Zeitzählung ist, heißt dort Daylight Saving Time, also die Zeit, die das Tageslicht erhält.

Und was hat es eigentlich mit dem Ausdruck „Fibel“ aus dem Titel auf sich? Es handelt sich, wie ich finde, um ein sehr schönes, altes deutsches Wort. Heutzutage wird es nicht mehr oft gebraucht, früher bezeichnete es ein Lesebuch, mit dem Schüler das Lesen lernten. Heute wird es laut Duden eher für Lehrbücher verwendet, die in ein Fachgebiet einführen.

Also, nun seid Ihr für den britisch-deutschen Frühling gefibelt und dürft ihn in vollen Zügen genießen!

Der Pommes-Buddha sagt: Ein Sonntagsfahrer macht noch keinen Frühling.

Teilen│Share:Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someone
  

Fresh fruit salad

Heallthy Organic Fruit Salad

One, two, three, four, Mary at the cottage door. Five, six, seven, eight, eating cherries off a plate. Thus goes an English nursery rhyme. But who picked the cherries Mary is innocently eating here? And do Germans pick cherries too? Read more on cherries and other proverbial fruit …

Fresh fruit salad has for decades been on British hotel breakfast menus. I recently remembered I saw it on a menu in Jersey once, and this made me think how different cultures use fruit in their proverbs and figures of speech.

The proverbial ‘cherry picking’, which is increasingly used as a loan word in German (as this example shows), i.e. the act of selectively considering only information which serves a certain purpose and thus taking the best bits of something, is referred to in German as ‘raisin picking’ (sich die Rosinen herauspicken).

A similar turn of phrase in English is ‘to have your cake and eat it (too)’, i.e. to have the best of both worlds. In German, one could say something along the lines of auf zwei/allen Hochzeiten (gleichzeitig) tanzen.

In German, cherries are usually mentioned in relation to neighbours (die Kirschen in Nachbars Garten sind süßer), to which situation Englishpeople would say the grass is always greener (on the other side (of the fence)). However, if someone is a moper, we say mit dem ist nicht gut Kirschen essen.

Speaking of fruit-bearing trees in gardens, apples are a popular subject in turns of phrases. In German, when faced with a difficult situation but having to endure it, you ‘bite the sour apple’ (in den sauren Apfel beißen). In English, you ‘bite the bullet’ or ‘grasp the nettle’ (ouch!).

In both languages, you can’t ‘compare apples and pairs’ (Äpfel mit Birnen vergleichen), the equivalent in non-British English being ‘apples and oranges’. ‘Apples and pairs’, though not actually used much these days, is also one of the flagship examples of Cockney Rhyming Slang (see earlier blog post ‘Poesie made in London’).

If you are making a great bargain in German, you buy something ‘for an apple and an egg’ (für’n Appel und ‘n Ei), in English it is ‘cheap as chips’ (in US American English ‘a dime a dozen’). In England, ‘an apple a day keeps the doctor away’.

If you are insinuating that a daughter is very much like her mother, the German and English sayings are similar: der Apfel fällt nicht weit vom Stamm (‘the apple does not fall far from the trunk’) and ‘the apple never falls far from the tree’. However, ‘like mother, like daughter’ is also commonly used.

Oh, we could go on for ages dwelling on the sheer abundance of fruit and vegetable-related utterances. Let me finish with some of my personal favourites.

The first one will blow your German friends away if used after a long period of not seeing each other. If they have been neglecting communication, take that, ‘Du treulose Tomate!’

The second one, using the same fruit (someone told me once that tomatoes are fruit and not vegetables – no clue if that’s true or just an alternative fact), could be a door-opener at the Ausländerbehörde, where most of you poor Brexit-beaten bastards are presently queuing for German citizenship. If you can squeeze that one in, they will let you go without a language test for sure. Just say something like, ‘Ich glaub’ ich hab’ Tomaten auf den Augen. Ich konnte Zimmer 305 nicht finden.‘ That’s it. You must be German! Come into my arms, son! Here, have a piece of Blutwurst!

And finally, numbers three and four are English expressions referring to a person who behaves in a rather strange or crazy manner: ‘nutter’ and, turning full circle back to fruit salad, ‘fruitcake’.

So enjoy your fruit salad, or fruitcake, whichever it may be, and feel free to contribute more in the comments section below.

The Pommes Buddha says: Do you have beans in your ears?

Teilen│Share:Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someone
  

Wetterkunde

Pinker Regenschirm und gelbe Gummistiefel Freisteller

Mein englischer Ehemann ist schon ganz genervt: Immer wenn er sagt, woher er kommt, erntet er von den Deutschen mitleidige Blicke und einen Kommentar über den vielen Regen in England. „In London regnet es viel weniger, als ihr denkt!“ ruft er dann stets verzweifelt gen Himmel. Was aber ist dran, an dem Mythos vom Engländer und dem Wetter?

Es ist das ultimative Klischee: Der Engländer spricht gern über das Wetter. Allzu oft trifft dies jedoch in der Tat zu. Der perfekte Einstieg für jede Unterhaltung mit einem Fremden sind Sätze wie It’s turned out nice again (dieser klassische Ausspruch ist sogar in Form eines Films verewigt worden).

Woran dies liegen mag ist eine Frage mit vielen möglichen Antworten. Ein Grund ist sicherlich, dass das Wetter auf der Insel sich für gewöhnlich rasch ändert und somit nahezu unerschöpflichen Gesprächsstoff liefert. Die sprichwörtlichen vier Jahreszeiten an einem Tag habe ich persönlich diverse Male erlebt, beispielsweise im April 2000, als ich mit Freunden zunächst noch im T-Shirt im St James‘ Park picknickte, dann wurde es stürmisch und begann zu schütten, kurz darauf fielen ein paar Schneeflocken und wenige Minuten später kam wieder die Sonne heraus.

Der Exildeutsche Henning Wehn hat das Phänomen des Wettergesprächs in seiner TV-Mini-Serie An Immigrant’s Guide to Britain (Channel 4) sehr anschaulich demonstriert. Eine ungarische Einwanderin machte dort (S01 E01) den Test: Die ungarische Art, in Form eines Komplimentes mit Fremden ins Gespräch zu kommen, sorgte allseits für Misstrauen. Sobald die Kontaktsuchende jedoch einen Kommentar zum Wetter offerierte, waren die Menschen offen und gesprächig.

Dass dieses metereologische Vor-sich-hin-Philosophieren nicht einmal bewusst als „Gespräch“ wahrgenommen wird, zeigt die folgende Situation aus dem Immigrant’s Guide: Ein Herr ergeht sich ganze 30 Minuten in Bemerkungen zum Wetter der letzten Tage. „You like talking about the weather?“ fragt die Ungarin ihn. Es schaut daraufhin ganz erstaunt und erwidert: “Not particularly, no. Why?”

Das Wetter ist das Sesam-öffne-dich zur britischen Seele. Eine Zauberformel, die die Macht besitzt, selbst schüchterne Mauerblümchen in smooth operators zu verwandeln. Probiert es doch bei nächster Gelegenheit einmal aus. Es mag zwar einfallslos sein, wie Oscar Wilde befand, doch es erfüllt seinen Zweck. Ich verspreche Euch, Ihr werdet Überraschendes erleben!

Übrigens ist, wie bereits im Beitrag „Radiokult“ erwähnt, der Seewetterbericht (shipping forecast) eine besondere Ausprägung der britischen Wettervernarrtheit.

Für die weitere Lektüre über das Englischsein sei zudem zum wiederholten Male Kate Fox‘ Buch Watching the English wärmstens empfohlen.

Der Pommes-Buddha sagt: Auf Regen folgt Sonnenschein.

Teilen│Share:Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someone
  

Advent adventure

Paar auf dem Weihnachtsmarkt

As my fellow observer of the German culture Adam Fletcher writes in his new book How To Be German – Part 2, Christmas is serious business in Germany. And it all starts with the run-up to Christmas, which is Adventszeit (Advent season). There are certain things any self-respecting German should do. Here’s a bit of Adventiquette …

Christmas seems to be coming sooner each year. Supermarkets started displaying Christmas paraphernalia such as Lebkuchen (a type of gingerbread), Spekulatius (spicy biscuits) and not to forget the all-German currency Dominosteine (cubes of layered chocolate, gingerbread and marzipan) in late September this year. So you’ve just waved off your beach towel into hibernation and, poof!, it’s Christmas!

And every year I make the mistake of thinking I have plenty of time till Christmas. And every year, the Erster Advent (first Sunday of Advent) comes as an utter surprise. We interpreters have high season in November. So there I am, working my arse off with no figurative room to swing a cat, and I suddenly find myself hauling my exhausted body into the catacombs of my home to find the box with the Christmas decorations because – Lesson 1 – Germans perfuse their places with Räuchermännchen smoke and clutter them with tinsel, an Adventskranz (advent wreath) and possibly even a Christmas tree the fricking second the clock strikes 24th December minus four Sundays, which was 27th November this year.

Lesson 2: Have Adventskaffee on each of the four Sundays leading up to Christmas. In the hardcore (read: default) version, this includes offering a home-baked variety of at least three different sorts of Christmassy biscuits you prepared earlier in life. Not to forget the lighting of the candle(s) and, should you be so inclined, a dollop of Hausmusik.

Lesson 3: Craft an Advent calendar for someone. Honestly, parents go mental just before the end of November. My friend saw one of her friends in a shopping frenzy the other day because when confronting her fourteen and fifteen-year-old daughters with the fact that she assumed they had ‘outgrown’ Advent calendar age, she saw tears dwelling up in her teenage offspring’s eyes.

My own mother, much to my amusement, kept doing Advent calendars for us until we moved out. Thanks to her, I will never run out of little ‘useful’ things such as permanent markers and paper clips in my whole life.

Regarding the crafting front, I went on strike this year, though. After giving my older daughter one little present a day from 1st to 24th December for several years, seeing her roll her eyes at most of the gifts I had so lovingly and carefully selected, I decided it was time to opt for the path of least resistance, hop on the capitalist toy industry’s bandwagon and buy a Playmobil Advent calendar. And what can I say? They. Just. Love it. Every shitty little farmer’s fork provokes outbursts of limitless delight. I’ve spent less time and money, and they are happy as shit. Win-win. What more could a parent’s heart desire?

Lesson 4: On the evening of 5th December, children put one of their (polished!) boots outside the front door and wait for Nikolaus to fill it up with goodies (read more here). Yes, this is on top of Advent calendars and Christmas presents! I know: in November most German parents are left with nothing but heels to chew on while their children feast on the horn of plenty. Modern German Parenting 101.

Lesson 5: In the ample free time that is not used on crafting, baking, decorating, shopping, cleaning boots or playing music, see to your other Germanic duties such as downing some Glühwein (mulled wine) or Feuerzangenbowle (read more on this here) at the Christmas market, eating some Grünkohl (kale – yes, forget the smoothie movement – we started it many moons ago) and, most importantly, joining a round of Wichteln (Secret Santa) or Schrottwichteln (‘Scrap Secret Santa’ – find the most horrible gifts).

Any questions?

Ah, did I mention it’s one of my favourite times of year?

The Pommes Buddha says: Have a lovely German December!

> Audioversion

Teilen│Share:Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someone
  

Manche sind gleicher

Equality concept

Am 10. November war Equal Pay Day im Vereinigten Königreich. Das bedeutet, dass britische Frauen im Durchschnitt von diesem Tag an umsonst arbeiten, während die britischen Männer bis zum 31.12. bezahlt werden. Klingt ungerecht? Ist auch so. Aber wie steht Deutschland im Vergleich da?

Mein englischer Ehemann ist genervt. „Unglaublich, wie sexistisch Deutschland ist!“ findet er immer wieder. Besonders spiegele sich das im deutschen Fernsehprogramm wider. Diskussionsrunden seien fast ausschließlich mit Männern besetzt – und häufig mit einer „Alibi“-Frau, die dann aber auch optisch etwas hermachen müsse. Moderatoren seien vorwiegend männlich. Im Unterhaltungsbereich, aber auch in halb-seriösen Formaten, würden klassische Rollenklischees bedient.

Insbesondere im Sportbereich präsentierten sich Frauen, offenbar auch nach ihrem Selbstverständnis, als schmückendes Beiwerk – man schaue sich eine beliebige Siegerehrung an. Weibliche Fußballkommentatoren würden, so sich denn ein Sender überhaupt einmal progressiv vorwagt und sie einsetzt, von Shitstorms überrollt.

Nicht nur mein Mann findet das peinlich. In vielen anderen europäischen Ländern wird Deutschland als sehr konservativ wahrgenommen, was die Gleichstellung der Geschlechter betrifft. (Siehe hierzu auch „Raven Mothers“.)

Dies drückt sich auch in Zahlen aus. In Prozentpunkten beträgt der sogenannte Gender Pay Gap, also der Verdienstunterschied zwischen den Geschlechtern, in UK 13,9 %. In Deutschland beträgt er saftige 21 %. Deutsche Frauen werden demnach bis zum 18. März 2017 arbeiten müssen, um dasselbe zu verdienen wie deutsche Männer bis Ende 2016. Der 18. März ist denn auch der deutsche Equal Pay Day.

Auch wenn Großbritannien in Geschlechterfragen fortschrittlicher ist als Deutschland, bleibt in beiden Ländern viel zu tun. Hier gilt es, für jede und jeden Einzelnen, auch in den banalsten Situationen Farbe zu bekennen.

Und wer hier Berührungsängste mit dem Wort „Feminismus“ hat, dem lege ich die englische Journalistin Caitlin Moran ans Herz, die in ihrem Buch How to Be a Woman einen Feminismus-Schnelltest entwickelte: „So here is the quick way of working out if you’re a feminist. Put your hand in your pants. a) Do you have a vagina? and b) Do you want to be in charge of it? If you said ‘yes’ to both, then congratulations! You’re a feminist.“

Und als Mann darf man sich fragen: Möchte ich, dass meine Freundin/Ehefrau/Tochter ein selbstbestimmtes Leben führt? Hier gilt entsprechend: Wer diese Frage mit „ja“ beantwortet, ist – hoppla! – Feminist. So schnell kann’s gehen! Been there. Done that.

Wer von seiner neu gewonnenen Identität nun mehr erwartet als nur ein lousy t-shirt, dem sei zum weiteren erbaulichen Konsum, neben Caitlin Morans Buch, der Blog von Pinkstinks (und hier insbesondere der jüngere Beitrag zum Thema Rollenverhalten) und die WDR-Sendung FrauTV wärmstens empfohlen.

Der Pommes-Buddha sagt: Männer sind (noch) gleicher als Frauen.

> Audioversion

Teilen│Share:Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someone
  

Troubled transport

Beautiful railway station with modern red commuter train at suns

The other day I was working in Mainz, and a colleague on my team asked me if I had “mit der Bahn gekommen”. Indeed I had. But what do Germans mean when they say Bahn? And where do ice trains come from or go to? Come and join me on a railway journey through the land of trrrävelling …

Mainz is about 180 km from Cologne. If I had been asked the exact same question (“Bist du mit der Bahn gekommen?”) on a local job in Cologne, it would have meant local public transport, specifically the U-Bahn (underground trains) and Straßenbahn (trams), and sometimes S-Bahn, which stands for Schnellbahn (urban rail).

To make matters even more confusing, there are quite a few German cities, including Cologne, where underground trains turn into trams and vice versa, and Bahn is universally used to mean either.

When you travel further, however, i.e. regionally or (inter)nationally, die Bahn usually refers to regional or national rail services, the largest provider of which is the formerly state-owned Deutsche Bahn (DB). A synonym for travelling by rail is mit dem Zug fahren, which never refers to trams or underground trains.

You will also hear many Germans talk about specific types of Deutsche Bahn trains they use, the most common ones being ICE, IC and Regionalexpress or Regionalbahn. What do these names denote?

ICE (pronounce individual letters, i.e. [i tse e] – although I have taken quite a liking to the fact that other nationals call it the ‘ice train’ … I picture snowy train roofs, frosted windows with icicles and a steam train puffing through a winter wonderland …) stands for – wait for the rather disappointingly prosaic reality check here – Inter City Express. How unimaginative. Picture me pouting.

It’s supposed to be the fastest German train – a concept that is put into perspective in view of the fact that long-distance trains accounted for most of DB’s over seven years of delays in 2015 alone (cf. Handelsblatt article 3,79 Millionen Minuten Verspätung). Yes, I’m sorry to be the one to break this news to all of you who still believed in the fabled German virtue that is punctuality. Woe is me, that ship has sailed. Or rather, that train has left.

And then we have the IC, which is – who can guess? Yes, ta dahhh! The Icicle Crusher! It, too, is a relatively fast train, relatively being the operative word here.

Finally, you have your Regionalexpress and your Regionalbahn. The former is the train that stops at the larger regional stops, i.e. metropolises including Oer-Erkenschwick and Bad Oeynhausen, while the latter, also referred to as Bummelzug or Bummelbahn, stops an jeder Milchkanne, as we Germans say. Both are 5 minutes late by default. This is because only delays in excess of 5 minutes appear in DB’s delay statistics.

As for the Bummelbahn, though, it can get even bummeliger than that. DB has even sub-regional trains up its sleeve, some of which run on diesel fuel, going where no man has ever gone before. Where no Milchkanne has ever been spotted, even. Picture a poor, lonely, dusty train all alone, tumbleweed, and, in the distance, a stranger playing the harmonica … I digress.

I like trrrävelling viz Deutsche Bahn because, if nothing else, you will always have enough time to finish prepping for the job you’re going to. Or writing blog entries about die Bahn.

The Pommes-Buddha says: Five minutes are zero minutes. (Zero minutes can feel very long.)

> Audioversion

Teilen│Share:Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someone
  

Die Kürbispolizei

skull, jack-o-lantern and text happy halloween in a chalkboard

Als ich im September 1999 in einem Kaufhaus in Paris das erste Mal Halloween-Dekoration als Kaufartikel sah, dachte ich, sieh‘ mal an, jetzt ist dieser Brauch also endgültig auch nach Europa übergeschwappt. Damals kannte man Halloween vornehmlich aus amerikanischen Filmen. Etliche Halloween-Partys später scheinen die damit verbundenen Bräuche nun auch in Deutschland flächendeckend Einzug zu erhalten. Doch woher kommt Halloween eigentlich?

Das Wort Halloween, da ist sich die Literatur einig, geht zurück auf All Hallow’s Eve, den Abend vor Allerheiligen. In unterschiedlichen Quellen finden sich unterschiedliche Erklärungen des Ursprungs von Halloween. Man kann wohl davon ausgehen, dass es sich um einen keltischen Brauch handelt, durch den am letzten Tag des keltischen Jahres, dem 31. Oktober, böse Geister vertrieben werden sollten.

Dieser Brauch war besonders in Irland verbreitet, von wo aus ihn die Gründerväter in die USA einführten und dort die mit ihm verbundenen Rituale weiter entwickelten. In der zeitgenössischen Ausprägung dieses Brauchtums steht in Nordamerika das sogenannte trick-or-treating im Mittelpunkt. Das bedeutet, dass Kinder, wie u. a. aus dem Film E.T. – Der Außerirdische bekannt, in möglichst gruseligen Kostümen von Haus zu Haus gehen und nach Süßigkeiten (treats) fragen. Wer nichts gibt, dem wird ein kleiner Streich (trick) gespielt – beispielsweise der Briefkasten mit Mehl bestäubt oder Ähnliches.

Als Mutter kleiner Kinder habe ich in den letzten Jahren mitbekommen, dass es hier in Deutschland tatsächlich Stadtteile und Wohnviertel gibt, in denen das trick-or-treating bereits Einzug erhalten hat. Dies ist besonders in kinderreichen vorstädtischen Gebieten der Fall, beispielsweise in Frechen-Königsdorf (für diejenigen, die sich im Kölner Umland auskennen). Im Stadtgebiet von Köln habe ich das bisher nicht erlebt.

Ansonsten gibt es in den letzten Jahren vermehrt Halloween-Partys, sowohl öffentliche als auch private. Dies bietet sich besonders deshalb an, weil der darauffolgende Tag, der 1. November, in vielen deutschen Bundesländern ein Feiertag ist. Doch auch in der Kita wird dieses Jahr zum ersten Mal eine Halloween-Party gemacht – wobei es sich um eine bilinguale Kita handelt und einige Erzieherinnen einen amerikanischen Hintergrund haben.

Ähnlich liegt der Fall übrigens in England. Auch dort war Halloween bisher nicht sehr verbreitet, was sich jedoch derzeit ändert.

Was auch immer ihr Halloween vorhabt, legt Euch nicht mit der Kürbispolizei an. Eine Freundin berichtete aus ihrem beschaulichen Kölner Vorort, dass sie im ersten Jahr nach ihrem Zuzug dorthin von einer Nachbarin auf den im Küchenfenster dekorierten Kürbis mit den Worten angesprochen wurde: „Du, so was machen wir hier im Viertel eigentlich nicht.“ Mein Tipp: wegziehen!

Vergnügliches Kostümieren und Kürbismodellieren allerseits!

Der Pommes-Buddha sagt: Ein Kürbis kommt selten allein!

> Audioversion

Teilen│Share:Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someone
  

Mushy speak

Fish and chips fast food

Among the many things that can cause confusion – generally in this world, but in particular to persons like many of yourselves, dear readers, who live in a country where the main language is not their mother tongue – are words that sound the same but mean something entirely different in two languages. Here’s why you should never bring a ‘gift’ to a German home.

 Further to what has been discussed in “Gute Fahrt, Mr Krabs!” a while back, I would like to take you on another little stroll through the maize of acoustic pitfalls between English and German. Let the following tales be a gentle warning to any unsuspecting Yorkshire dinner guest.

One of my office mates, a sound engineer, once told me that she was involved in designing and naming a new mixer console, which was to be marketed globally. All was well, the hardware had been assembled to all the international stakeholders’ content, alas a suitable product name was to be found. The Germans came up with a name that sounded entirely unconspicuous, even professional, to the ear of a German sound mixer. The Americans, however, emmed and erred about the name, saying it didn’t quite work for them, without being too explicit. The Germans, had no idea what was wrong with the name they had so carefully concocted, until someone eventually took pity and explained what Uranus sounds like in American English (‘your anus’). (Oh, hello, Austin Powers!)

Another anecdote takes us to the north of England, where a fellow German has dinner with his English girlfriend and her mother. They are having a take-away from the local fish-and-chip shop – cod, chips, mushy peas, the whole shebang. So, with a northern accent, the mother asks the prospective son-in-law, ‘You like mushy peas?’ His face drops. What did she just ask me? Surely, she can’t have said ‘Do you like Muschi …?’ Muschi, you see, is like ‘pussy’ in English. It could just be a cat, but to the average adult it’s female genitals.

Well, and of course you may bring gifts to a German home, just don’t say ‘Das ist ein Gift’ or something, as Gift in German means ‘poison.’ Which reminds me of a very common brand of children’s bicycles in Germany, PUKY (pronounce: ‘pookie’, with a short ‘oo’ sound, or [ˈpʊki]). It’s a made-up word with no particular meaning, and, of course, it sounds nothing like throwing up in German.

So, here you are, just be careful what you say (or hear) … and enjoy dinner with your in-laws!

The Pommes Buddha says: I have a Master’s from FU Berlin.

> Audioversion

Teilen│Share:Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someone
  

Wo ist die Gurke?

Cucumber and slices isolated over white background

Neulich hatte ich mal wieder ein Synchron-Erlebnis der dritten Art. Ich sah mir im WDR die erste Folge der Serie Cucumber an (Spoiler-Alarm!). (Ja, wie schon letztes Mal erwähnt: Ich bin in der digitalen Steinzeit aufgewachsen und schaue oft ganz gewöhnliches Fernsehen. Freddy würde hierzu sagen: „That’s so 35-years-old!“) Der Trailer hatte mich neugierig gemacht. Aber da die Serie auf Deutsch synchronisiert war, fehlten mir grundlegende Informationen.

Zu Beginn geht ein Mann etwa mittleren Alters durch einen Supermarkt. Aus dem Off hört man seine Stimme. Aus dem Trailer wusste ich, dass die Serie synchronisiert ist, und nahm an, es handele sich um eine US-amerikanische Serie. Hätte ich diese Off-Stimme gleich im Original gehört, hätte ich gewusst, dass es eine britische Serie ist.

Gut, diese Information kann sich die aufmerksame Zuschauerin dann kurz später zusammenreimen, da sie bald britische Straßenzüge (enge Straßen, britische Verkehrszeichen, gelbe Linien am Straßenrand etc.) erspäht. Da fragte ich mich dann, mangels unmissverständlich zuordenbarer Bauwerke, ob die Serie wohl in London spielt. Dies hätte sich gegebenenfalls ebenso durch eine Kumulation entsprechender regionaler Sprachakzente erkennen lassen.

Nach etwa einer halben Stunde wird über Daniel, den neuen Kollegen einer der Hauptfiguren, Lance, gesagt, er sei „moved up here from London“. Hm. Also nicht London. Kurz darauf wird dann Manchester erwähnt – eine Stadt, deren Akzent für Geübte recht eindeutig erkennbar ist.

Verblüffend, dachte ich mir, wie viel doch in ein paar kleinen originalen englischen Sätzen liegen kann. Insbesondere, da in der gesprochenen britischen Sprache die Regionalität sehr stark ausgeprägt ist und in britischen TV-Produktionen oft eine wichtige dramaturgische Rolle spielt. Auch erinnere ich mich, dass es früher bei deutschen Synchronisationen üblich war, die mit dieser Regionalität verknüpften Assoziationen durch eine ähnliche entsprechende Färbung in der Zielsprache hervorzurufen. Beispielsweise hat der Texaner Major Kong in der deutschen Fassung von Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb einen ruhrdeutschen Akzent. (Mehr über den Umgang mit Ruhrpottlern und deren Sprache findet Ihr hier: http://www.ruhrgebietssprache.de/.)

Um mich nicht des Sprecher-Bashings schuldig zu machen, ist es mir ganz grundsätzlich übrigens ein Anliegen, einmal zu erwähnen, dass es nicht die deutschen Stimmen als solche sind, die die Synchronisation zu einer Zumutung machen. Viele Sprecher leisten ganz wunderbare Arbeit und bemühen sich, der jeweiligen Figur Leben einzuhauchen. Mich stört vielmehr die künstliche Distanz, die durch die Synchronisation selbst, ungeachtet ihrer Qualität, geschaffen wird. Mehr zum Thema schrieb ich bereits in „An mein Ohr kommt nur Wasser und O-Ton“ und in „Magnum in distress“.

Ich begrüße daher die Initiative einiger Sender, einige englischsprachige Serien und Shows im Original mit Untertiteln zu zeigen. Besonders lobend erwähnt sei in diesem Zusammenhang die großartige Tonight Show mit Jimmy Fallon, die der TV-Sender „One“ (ehemals „Einsfestival“) tagesaktuell mit deutschen Untertiteln zeigt, vor denen man nur den Hut ziehen kann! (Leonie and colleagues, you rock!)

Wie dem auch sei: Mein englischer Ehemann und ich besorgten uns dann jedenfalls Cucumber auf Englisch und waren, kurz gesagt, begeistert! Ein unkonventionelles Setting in der LGBT-Szene von Manchester, eine Erzählung mit stilsicheren Pointen, in der sich dennoch jeder wiederfindet und eine Besetzung, die wie Arsch auf Eimer passt, machen dieses Juwel der britischen Fernsehwelt zu einem herausragenden Comedy-Drama. Cucumber sei jeder ans Herz gelegt, die jenseits der Vorstadtidyllen-Unterhaltung die eigenen Vorstellungen aus einem inspirierenden Blickwinkel unter die Lupe nehmen und mal wieder so richtig lachen (und ein wenig weinen) möchte.

Wer sich übrigens manchmal fragt, wer eigentlich die deutsche Stimme von … ist, wird hier sicher fündig: https://www.synchronkartei.de.

Der Pommes-Buddha sagt: Gurke mit Untertiteln – ein Gedicht!

> Audioversion

Teilen│Share:Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someone
  

Don’t Fräulein me!

mdchen und bursche auf feldweg laufend I

Recently, I watched Season 5 of Homeland. (In British English, it used to be “Series 5” – and while people still say this, the American version of Staffel is slowly taking over.) This latest series of Homeland (and in my personal view best one yet) being based in Berlin, I was flummoxed by a few rather striking blunders. Here’s what Homeland doesn’t get quite right about Germany. (Spoiler alert!)

  1. We don’t use Fräulein At all.

Contrary to what American film and TV productions would like the world to think – because it sounds so neat and German or for whatever other reason – in the German language we no longer distinguish between a married and an unmarried woman. Since the 1980s, we have been using “Frau” to address any female person over 16 years of age. (For more details, please read “You can say you to me”.) No exceptions. Fräulein, which Carrie uses referring to her daughter’s teacher, sounds very wrong!

  1. Doctor-patient privilege applies to gunshot wounds as well.

Interestingly, in the extras on the Homeland DVD (yes, my name is Sarah and I’m not a digital native, and I still watch DVDs – Hello Sarah!) the producers say they chose Germany as a setting for their plot specifically for its strict privacy laws. Yet they ignore one of the central privacy laws in Germany which says that it is not only not obligatory but even prosecutable for a doctor to report a gunshot wound. So it is simply unthinkable that a former intelligence officer (Peter Quinn) who knows any country he is in like the back of his hand would refuse medical treatment in Germany if he is shot.

  1. The BND does not have its own police force.

Unlike the CIA, the German intelligence service BND (Bundesnachrichtendienst) has no police force of its own. The national police forces are the Bundespolizei (Federal Police), the Bundeskriminalamt (the Federal Criminal Police Office, where I happen to have worked as a translator at the beginning of my career) and the Polizei beim Bundestag (German Parliament Police).

  1. German legal proceedings do not include video-taping or depositions.

As an interpreter working in patent law, I found this slip quite interesting, especially as I often interpret during depositions, even depositions held on German soil – but they are never part of German proceedings. Also, at no point during German legal proceedings are testimonies or any kinds of statements recorded live, ie on audio or audiovisual media (with possible exceptions when children are heard as witnesses). Usually, we do not even have word-for-word transcripts – these can only be requested in court as an exception.

So despite the fact that the Homeland crew apparently gets high-ranking (former) intelligence-service experts to sit around a table to bounce ideas off them while not thinking to find a person who has lived in Germany in the past decade to double-check basic facts that, if got right, would lend the programme more credence (thanks for staying tuned to the end of this monster subclause) I still consider this latest Homeland series the most exquisite one yet. The plot is just so well-written and the characters are superbly played. Turn a blind eye to some basics, and you will have a nail-biting ball!

More food for series junkies coming soon …

The Pommes Buddha says: No, we don’t all wear lederhosen, thank you very much!

> Audioversion

Teilen│Share:Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someone