Booty

Sinterklaas . Dutch chocolate figure

If you live in Germany, you may have noticed that, on the evening of the 5th December, children put their boots – or sometimes just one boot – outside their front door. The next morning, these boots can mysteriously be found filled with gifts, such as a fir branch, nuts, tangerines, chocolate and one or two small presents. What is that strange custom, so shortly before Christmas?

The sixth of December is the day when Christians remember Saint Nicholas. He was the Bishop of Myra, who died on that date in the year 343 and was said to have performed various miracles and good deeds. One of the latter, legend has it, was giving presents to three virgins, hence the custom of filling boots with goodies (and telling children that Saint Nicholas did it). This, however, is but one of several assumptions regarding the origin of the tradition.

Der Nikolaus, as he is called in German, may even appear in person – for example in school or at sports clubs. He will come with a bag of goodies and question each child as to whether he or she was good in the past year. And, to make matters worse, St Nicholas may chose to drag along his sidekick Knecht Ruprecht, whose sole raison d’être is scaring the children by threatening to punish the naughty ones with a twig thrashing.

Saint Nicholas is often portrayed not as a bishop but as a hefty man with a white beard in a fluffy red coat. This depiction of Santa Claus, as he became known in the US, or Father Christmas in the UK, gained global ground in the 19th century and was cunningly used and thus made even more popular in soda giant Coca Cola’s advertising campaigns. So, historically, St Nicholas and Santa Claus are identical. In Germany, however, most people will say that der Nikolaus is different from der Weihnachtsmann, the latter bringing presents on 24th December. More on this is to follow nearer to Christmas.

Next week, we’ll remember another important date.

The Pommes Buddha says: Are you all booted up?

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Movember

Mustache

Ja, es ist wieder Herbst. Bald ist Halloween und dann … Movember! Ja, Movember. Nicht November. Also, November auch, aber: Movember – nie gehört? Dann lernt Ihr heute was über eine junge aus den USA stammende PR-Aktion, die sich inzwischen in vielen englischsprachigen Ländern etabliert hat.

„Mann“ trägt ja neuerdings Bart. Als wir vor Kurzem einem Bekannten meines Mannes begegneten und dieser ihn nicht sofort erkannte, erklärte ich, es könne daran liegen, dass er sich seit dem letzten Jahr einen Bart hat wachsen lassen. Darauf erwiderte der Bekannte: „We’ve all grown a beard since last year!“ Stimmt. Seit ganz Hollywood „ja“ zur Gesichtsbehaarung sagt, sind Vollbärte absolut gefragt.

Wer im November allerdings vermehrt Herren mit Schnurrbärten sieht, wundere sich nicht. Einige, die sonst keine Gesichtsbehaarung tragen, rasieren sich im gesamten Monat November die Oberlippe nicht. Andere, die sonst Vollbart tragen, rasieren sich diesen bis auf den Schnurrbart ab. Und das nicht nur, weil’s Spaß macht und oft ziemlich bescheuert aussieht, sondern für einen guten Zweck. Jeder Schnurrbartträger versucht, so viele Sponsoren wie möglich zu finden, die ihm Schmerzensgeld dafür zahlen, einen ganzen Monat lang im Zuhälter-Look herumlaufen und sich gegenüber so manchem Kunden erklären zu müssen. Das so gesammelte Geld kommt dem Kampf gegen Prostata‑ und Hodenkrebs zugute.

Und warum heißt das Ganze Movember? Dieses Kunstwort setzt sich aus dem Monat November und dem englischen Wort für Schnurrbart moustache zusammen. Bros with mos (= brothers with moustaches; „Brüder mit Schnurrbärten“) lautet das Motto.

Mittlerweile geht diese kultige Aktion sogar schon so weit, dass sich auch Frauen anschließen und sich jeden Tag des Monats November mit einem (angeklebten oder ‑gemalten) Schnurrbart zeigen. Die Mo Bros werden von Mo Sistas unterstützt.

Und entzückt stellte ich bei meiner Recherche fest: Es gibt den Movember nun auch in Deutschland! Hier erfahrt Ihr mehr darüber, wie man mitmachen und/oder spenden kann.

Mein englischer Ehemann und seine Kollegen hatten sich übrigens vor zwei Jahren so lächerliche Schnurrbärte wachsen lassen, dass sie sich am Ende des Monats, kurz vor der Schur, in Indianer‑ und Polizeikostümen als The Village People fotografieren ließen. Hei, was für ein Spaß!

Und nächste Woche geht’s nicht um einen Monat, sondern um einen Tag.

Der Pommes-Buddha sagt: Just a mo, bro!

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The Crime Scene

Fadenkreuz

Have you ever asked a German what she does on Sunday night? Try it! A great deal of my fellow countrypeople will say, ‘Sunday night is Tatort night!’ You (and many Germans) may think of it what you will, but you can’t begin to grasp the German psyche without investigating (pun intended) the Tatort (= crime scene) phenomenon. Let’s embark on a somewhat bumpy journey through German television history.

It’s a mystery: along with Dinner for one, Tatort is one of the shows with the highest TV ratings ever, yet many Germans will admit that they don’t actually enjoy watching it all that much. We just grew up with it.

The first Tatort was broadcasted in 1970. The thing that strikes the unsuspecting viewer is that the opening sequence and music have never been changed. You’ll think you’re stuck in a time warp. It’s like Point Pleasant Police Department, only for real. At least the episodes are recent. The concept is based on twenty-odd changing locations around Germany, and sometimes Austria and Switzerland, with the investigation team in each town or city remaining the same. Each 90-minute episode is thus a separate, self-sufficient unit.

Tatort is often criticised for being overly serious and socio-critical and accused of delivering Betroffenheitsfernsehen. Some viewers miss the light-heartedness and tranquility of Cornwall-set British crime series or the tech-savviness and action of the average US series. However, everyone has one or two favourite Tatorte. The witty Tatort Münster, for example, has evolved into something like a cult, with a rating of just short of 13 million and an expansive following, including a number of fan-fiction writers. One of my personal favourites (although I truly rarely ever watch it at all) is the new Tatort Saarbrücken with the divine Devid Striesow. And, historically, one must mention the roughneck Kommissar Schimanski, played by Götz George, who has gone down in TV history.

As it is so controversial, Tatort is ridiculed, worshipped and modified in many ways (just search on YouTube). Some Germans claim they only watch Tatort to follow the simultaneous live tweets online because it is so much fun making fun of it. And German comedian Michael Kessler calls it Tatort-Terror.

The bottom line is: you have to watch at least three different Tatorte before you’re entitled to dismiss the show. And if you don’t get it, you’ve at least learned that German TV is … different.

Let’s hear about how guys (and some girls) make a difference next week.

The Pommes Buddha says: Murder is the best medicine.

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Umlaute und andere Katastrophen

Schreibschrift

Im Deutschen gibt es fünf Vokale: a, e, i, o und u. Das weiß jedes i-Dötzchen. Ganz einfach? Denkste! Zum einen können diese Vokale lang oder kurz, offen oder geschlossen, gerundet oder ungerundet, vorne, zentral oder hinten im Mundraum ausgesprochen werden. Dann gibt es noch die Umlaute, ä, ö und ü, für die dasselbe gilt. Zusammen mit dem Halbvokal y bringt es die deutsche Sprache so auf 15 unterschiedliche Vokallaute (hier eine Übersicht; außerdem empfehle ich zur vertiefenden Lektüre gerne den Blog meines treuen Lesers Cliff, Berg ≠ Burg. get your German right). Aber wer hat schon mal ein „e“ mit Punkten drauf gesehen?

Das sogenannte Trema, tritt dann auf, wenn zwei nebeneinander stehende Buchstaben getrennt voneinander auszusprechen sind. Der Vokal „e“ wird im Deutschen mit einem Trema versehen, um die Aussprache von der der Umlaute in alternativer Schreibung (ä > ae, ö > oe, ü > ue) oder des Dehnungs-„e“s wie beim „langen I“ („Biene“) oder in Ortsnamen wie „Soest“ zu differenzieren. Häufig ist das bei Eigennamen wie Hoëcker (gesprochen Ho-ecker und nicht Höcker) oder Piëch (gesprochen Pi-ech und nicht Piech) der Fall.

Für uns Deutsche verwirrend kann das Trema sein, wenn es bei ausländischen Namen auf den Vokalen a, o und u steht und somit für einen Umlaut gehalten werden kann, wie beispielsweise bei dem Fußballer Agüero (gesprochen Agu-ero).

In meinem Blog-Eintrag „Haare außer Kontrolle“ habe ich mir den Scherz erlaubt, den Pommes-Buddha von „zuën Haaren“ sprechen zu lassen. Dies bildet das umgangssprachliche, oft kindliche, Phänomen ab, dem zufolge prädikative Adjektive („Die Haare sind zu.“) unsachgemäß in attributive Adjektive („zue bzw. zuë Haare“) umgewandelt werden. Liebe Nicht-Muttersprachler des Deutschen: „Zuë Haare“ bitte nicht im Einbürgerungstest verwenden! Oder, um eines der deutschen Lieblingswörter vieler Nicht-Deutscher zu verwenden: Zuë Haare sind verboten! (Ein weiteres für die Linguistin schier unerträgliches Phänomen wird in Bastian Sicks übrigens sehr empfehlenswerter Zwiebelfisch-Kolumne beschrieben: die Adjektivierung.)

Übrigens, für diejenigen, die denken, Englisch sei eine einfache Sprache: Das Englische bewegt sich um etwa 23 Vokallaute herum, und das ohne die Diphtonge und Triphtonge – je nach Sprachvariante kann man noch wesentlich mehr Laute unterscheiden (siehe Tabelle hier).

Zuletzt möchte ich Euch noch zwei Webseiten mit exzellenten Quellen und Beispielen für englische Dialekte sehr ans Herz legen. Zunächst einen Blog, über den ich bei der Recherche gestolpert bin: dialectblog.com – großartig, dort einfach nur zu stöbern! Des Weiteren den reichen Fundus weloveaccents.co.uk, auf den mich meine Schwiegermutter aufmerksam gemacht hat.

Und nächste Woche geht es um eine Institution der deutschen Fernsehgeschichte.

Der Pommes-Buddha sagt: Ein Leben ohne Trema ist möglich, aber trostlos.

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