Glücksrad

Fahrradweg

England ist das Land der … Was fällt einem da spontan ein? Dichter und Denker? Sicherlich. Romantischen Gärten? Durchaus. Radfahrer? Ganz bestimmt nicht. Doch neulich traute ich meinen Augen kaum, sah ich auf der Insel doch einen Menschen sich auf einer Landstraße auf einem Fahrrad fortbewegen. Ein Zufall?

Rührend war, dass dieser Mensch genau so aussah, wie mein englischer Ehemann deutsche Trekking-Urlauber beschreibt: heillos überausgerüstet. Man hatte jedenfalls den Eindruck, dass hier der Drahtesel nicht zweckmäßig als Fortbewegungsmittel eingesetzt, sondern vielmehr als Sportgerät genutzt wurde.

Das Fahrrad als Vehikel wird jedoch auch in England beliebter. Der Londoner Oberbürgermeister Boris Johnson, der sich in seiner Heimat selbst immer wieder gern als passionierter Radler inszeniert, eröffnete Ende 2015 die erste britische Radfahrer-Autobahn.

Ah, die Autobahn – Schauplatz so manchen Emotionskontrollverlusts! Im Englischen gibt’s den wunderbaren Ausdruck road rage (Lehnwortalarm!). Wer wie ich jüngst das Buch The Chimp Paradox von Steve Peters gelesen hat, wird aus Kräften versuchen, es nicht persönlich zu nehmen, wenn ein Bergheimer BMW mal wieder den Fahrradweg mit der Rechtsabbiegespur verwechselt … Oooommmmm! (Peters sagt auch, man soll nicht in Stereotypen denken.)

Aber road rage funktioniert natürlich auch umgekehrt (Diese rücksichtslosen Radfahrer!) oder gar innerhalb der eigenen Sippe. Ich fahre am liebsten hinter verantwortungsbewussten Radfahrern, zu erkennen an Helm und Warnweste, und denen, die nichts dem Zufall überlassen, zu erkennen an dem zusätzlichen Regenschutz auf dem Fahrradhelm. Da sind keine unvorhergesehenen Bewegungen zu erwarten.

Zum Bürgerkrieg unter Radfahrern gibt es ein Schmankerl aus dem coolen New York. Obgleich diese Stadt für Radfahrer wieder ganz anders tickt, passen die Kategorien unterschiedlicher Radler-Archetypen, die der Bike Snob in diesem sehr unterhaltsamen Artikel umreißt, meiner Meinung nach wunderbar auf die meisten Großstädte dieser Welt.

Übrigens, ein super Fahrrad-Reparaturladen in Köln ist Portz am Ring. Freundliche Mitarbeiter, faire Preise, super Service, zentrale Lage.

Und nächste Woche kommen wir den Siezern auf die Spur.

Der Pommes-Buddha sagt: Ein Rad kommt selten allein.

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Magnum in distress

Microphone And Singer

As most of you know, in Germany films are dubbed (see “An mein Ohr kommt nur Wasser und O-Ton”). So on TV and in most cinemas, Daniel Craig and Jennifer Lawrence speak German while their lips form English words. But of course, this being Germany, voice-overs are not services purchased randomly for each film project. No, there is method in this madness. Read on and see for yourself what this entails and why Herr Lehmann is not just a good book.

Each popular American and English actress has her very own German voice, i.e. she is usually dubbed by one and the same voice-over artist in whatever film or series she stars. Voice-over artists may have several actors, but each actor generally has one voice-over artist and thus a recognisable German voice.

Consequently, Germans, unless they are either proper cinema aficionados or interpreters and watch every film in its original version, would never recognise, say, Sean Connery by his real voice.

On the other hand, who’d expect that the unsuspicious-sounding name Manfred Lehmann belongs to the German voice of not only Bruce Willis but also Dolph Lundgren, Gérard Depardieu and Kurt Russell, among others?

As for animated films, the UK, in its own productions, and Germany both make it a crucial part of a film’s PR to use famous actresses and actors for voice-over. For example, the little snowman Olaf in Frozen is spoken by German ‘household-name’ comedian Hape Kerkeling. And UK-produced films such as Arthur Christmas or Flushed Away feature celebs such as Hugh Laurie, James McAvoy, Hugh Jackman and Kate Winslet.

Sometimes, well-known voices can play tricks on you. Do you remember the American TV series Magnum, P.I.? A friend of mine knows a guy who works as a handyman for a film production company. One day, that guy comes home to find an answerphone message by Tom Selleck’s German voice saying, “Hey, Andreas, I have some computer trouble. Could you please give me a ring”? How cool must this Andreas be if Magnum calls him for help!

So voices can definitely leave quite an impression. As an interpreter, I’m very aware of that. Try my podcast to see if you like this text being read to you.

And now get in gear for next week’s road trip.

The Pommes Buddha says: The name is Bond. James Bond.

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Kneipentour

Glass of dark beer with candle in pub setting

Habt Ihr schon einmal bemerkt, dass, wo immer man sich in der Welt bewegt, Kneipen immer ein scheinbar vom Rest des öffentlichen Lebens getrennt funktionierender Kosmos sind? Auch wenn man durchschaut, wie die meisten anderen Gesellschaftsbereiche eines Landes funktionieren, wird man doch oft von den ungeschriebenen Gesetzen beispielsweise eines Pubs überrascht. Wie bestellt man also ein Bier in England?

Im Vereinigten Königreich gibt es in Kneipen, genannt pubs (kurz für public house), keine Bedienung an den Tischen. Man geht an die Theke und bestellt. Meist gibt es eine Auswahl mehrerer Biere vom Fass (draught / on tap) sowie ein bis zwei Sorten cider (Apfelwein). Manche Biere (oft die sogenannten ales) werden bei Raumtemperatur getrunken. Alles vom Fass gibt es als pint (knapp 500 mL) oder als half (pint). Ein Bier mit Limonade (in Deutschland je nach Region „Radler“ oder „Alster“) heißt shandy. Man bezahlt gleich an der Theke und setzt sich dann an einen freien Tisch.

In Deutschland kann man in der Regel annehmen, dass in allen Gastwirtschaften, also Restaurants und Kneipen, am Tisch bedient wird. Das Angebot der Biersorten unterscheidet sich regional und reicht von Weißbier bzw. Weizenbier über Pils bis hin zu Kölsch (Köln) und Alt (Düsseldorf), wobei jedes Bier in einem anderen Glas und in anderer Menge serviert wird. Das Kölsch wird in sogenannten Stangen (200 mL) ausgeschenkt. In Brauhäusern ist es Usus, dass ein leeres Glas automatisch durch ein volles ersetzt wird. Will man kein weiteres Kölsch, so legt man seinen Bierdeckel auf das Glas.

Im britischen Pub ist es üblich, so man in einer überschaubaren Gruppe unterwegs ist, dass reihum jeweils einer eine Runde holt. Scheint dies logistisch unpraktisch oder zu teuer, weil es zu viele Gruppenmitglieder sind, so wird oft vorgeschlagen: „Shall we go Dutch?“, das heißt, jeder holt und zahlt sein eigenes Getränk.

An Karneval, wenn die Kölner Kneipen so voll sind, dass Tischbedienung nicht mehr möglich ist, wird das englische System übernommen. Man zahlt an der Theke und holt normalerweise gleich eine ganze Runde. Dazu kann man beispielsweise einen Kranz (siehe Kölsch-Knigge auf der Webseite der StäV) oder einen Meter Kölsch bestellen. (Mehr zur kölnischen Kultur auf www.koeln-lese.de.)

Wenn man im Pub Essen bestellt, tut man dies ebenfalls an der Theke, bezahlt es dort und erhält dann meist einen Gegenstand mit einer Nummer darauf. Das Essen wird an den Tisch gebracht, wobei die Bedienung den richtigen Tisch anhand dieser Nummer identifiziert.

Übrigens, ein kleiner Exkurs ans andere Ende der Welt: In Australien steht auf Pubs oft Hotel. Auf Hotels steht aber auch Hotel. Also Vorsicht: Nicht jedes hotel hat auch tatsächlich Zimmer zu vermieten. „Eine Runde spendieren“ oder „einen ausgeben“ heißt im australischen Englisch (und nur dort!) to shout. Man hört dort also oft „My shout!“ oder „Can I shout you a drink?“

Für die Nachlese zur englischen Kultur empfehle ich auch an dieser Stelle gerne wieder Kate Fox’ Buch Watching the English. The Hidden Rules of English Behaviour. (Siehe Links.)

Das war’s mit unserer kleinen Kneipentour (Englisch: pub crawl). Weiter geht es nächste Woche mit Stimmen aus dem Off.

Der Pommes-Buddha sagt: Das letzte Kölsch war schlecht.

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Germans are everywhere

hiking in the mountains

During my time in Australia, some of which I spent travelling around the country, I realised that there’s no escape. I was picturing a secluded part of the world, literally the furthest away from my home country, where I would be left in peace and have a chance to immerse myself into a different culture, completely unfettered by my roots, for a while. But no!

Not only did I not feel secluded at all because, obviously, there was e-mail and Skype – and even people on the telephone in Europe sounded like they were just around the corner. But also, wherever I went, on every last bloody jeep safari into the remotest part of the bush, I would bump into fellow countrymen and women.

Germans do like to travel. The World Tourism Organization UNWTO says that until 2011 Germans were the world champions of travelling, at least based on the money spent in tourism.

Whenever my English husband and I are hiking abroad, he takes mischievous pleasure in a little pastime he calls Spot the German. Having trotted the odd part of the globe, he says you can always recognise Germans by their top-notch, super-organised equipment. And by their Jack Wolfskin coats – which, he assumes, will expand into a fully-equipped tent or ready-to-use canoe at the hassle-free pull of a strap.

I was surprised to hear he’d never heard of Jack Wolfskin before going backpacking. I thought it came from some English-speaking country, but it is actually a German brand.

‘You would never see a German on a hiking trail just wearing a pair of old trainers,’ says Mr K. Yes, we like to be prepared. That makes us feel safe. And when we’re prepared and feel safe, most of us will be in the right mindset to actually let our hair down.

When I went on a trekking tour in Tasmania, I was incredulous at one Irish girl wearing trainers. It did say on the equipment list that rain and mud were to be expected. And this poor girl ended up with very, very, very wet feet, while my feet were nicely dry and snug in my Meindl leather boots. Sometimes it’s nice to be German.

But, oh, what woe if we fall prey to imponderabilities! Imagine … ‘Liebling, I’ve lost my Swiss Army knife. Go, go, you can make it without me!’ – ‘But Schatz, I think we’ll be fine. It’s only the Cologne Zoo cable car.’

Now get your pickaxe, coz next week we’re going on a pub crawl.

The Pommes Buddha says: When in doubt, ask a German. (There’ll probably be one right next to you.)

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