Strandurlaub

Sunrise at Brixam in Devon

Wenn ich Freunden und Bekannten erzähle, dass ich nach England in den Sommerurlaub fahre, ernte ich oft mitleidige Blicke. England hat bei den Deutschen, vollkommen zu Unrecht, den Ruf, täglich mit Regen oder zumindest allenfalls unbeständigem Wetter aufzuwarten. Hier eine kleine Anleitung für diejenigen, die sich trotzdem trauen.

Großbritannien ist bekanntlich eine Insel und hat somit viel Strand. Mein englischer Ehemann wird es nicht müde zu betonen, dass man von jedem beliebigen Punkt in England aus binnen maximal zweier Autostunden am Strand ist. Doch was erwartet einen dort?

Das hängt von der Wahl des Urlaubsortes ab. Der typische britische Badeort, für den Brighton wohl als Vorführbeispiel gelten darf, verfügt über ein Pier, oft aus viktorianischer Zeit und mit Lichterketten dekoriert, einen Strand mit beach huts, die obligatorischen Billig-Souvenirläden, eine sogenannte arcade (eine Art Spielhalle mit zahlreichen Münzautomaten, an denen Groß und Klein Tand gewinnen kann), einen Minigolfplatz (Crazy Golf o. Ä.), eine Bimmelbahn und ggf. auch den einen oder anderen künstlerisch inspirierten Laden in den versteckten Gässchen des Ortes.

Natürlich gibt’s dazu auch gemäßigte Alternativen diverser Abstufungen bis hin zum verschlafenen Fischerörtchen mit einem Tante-Emma-Laden und einem Pub (Polruan in Cornwall beispielsweise).

Meine Schwiegermutter besteht darauf, dass es für einen echten Küstenurlaub zweier Dinge bedarf: eines Strandhäuschens (beach hut – auch tageweise zu mieten), in dem man sich aufhalten und allerlei Ausrüstung lagern kann, und crabbing, also Krabbenfischen mit einer crab line und einem Eimer.

Entgegen den Befürchtungen vieler Kontinentaleuropäer regnet es in vielen Gegenden Englands nicht besonders viel. Manche Gebiete wie Cornwall oder Dorset sind gar für ihre vielen Sonnenstunden bekannt, und aus eigener Erfahrung kann ich das nur bestätigen. Von Mai bis September gibt’s hier meist ein angenehmes Klima, und sogar im Oktober hatten wir in Cornwall schon oft trockenes Wetter.

Viele Orte, die zu Stoßzeiten überfüllt sind, sind in der Nebensaison wunderbar (Fowey in Cornwall, Swanage in Dorset).

Klar, es ist nicht ganz günstig, in England Urlaub zu machen – aber das ist es an der Nordsee auch nicht. Und auch wenn es schwer fällt, dem Brexit ansonsten etwas Gutes abzugewinnen: Zumindest das Britische Pfund ist derzeit wieder erschwinglich für uns Europäer …

Ein paar Webseiten für nette Ferienhäuschen:

http://www.islandcottageholidays.com

https://www.cornishhorizons.co.uk/

Nächstes Mal … Ach, lasst Euch überraschen!

Der Pommes-Buddha sagt: Ich bin reif für die Insel.

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Gendering German

Teamgeist

It’s not easy to be English these days. First the Brexit shock, then being kicked out of EURO 2016 by a country that previously didn’t even exist on the European football map. Now you poor lads and lasses really have to take a lot of grief from your German and Icelandic friends. But cheer up! After the match is before the match, as Sepp Herberger once remarked. So let’s keep playing and look at a particular linguistic oddity in football.

German has many words that foreigners find hard to understand. Frauenmannschaft is one of my English husband’s favourites. It refers to an all-female sports team, which seems odd, as the German word for ‘team’ (Mannschaft) is based on the word ‘man.’ How can women be men at the same time? If you’ve ever seen the Cologne Christopher Street Day Parade you wouldn’t even ask this question. If not, here’s what I think.

Unbeknownst to the average German, the German language is secretly the most sociologically advanced language. See, we don’t even consider men and women any different from one another, so women can be men any time they please.

But wait a minute, I can sense a tad of injustice manifesting itself here … What about men who want to be women? Unfortunately, our poor male national football squad don’t have the option of being a Frauschaft. But I’m sure if they took a unanimous vote the German language would be open for suggestions.

Seriously, now. The crux of German is that gendering is so bloody awkward – if not outright impossible. As a result, time and again some important officials come up with ridiculous official names for groups of people, such as Studierende instead of Studenten because the latter excludes Studentinnen.

The thing is, if you want to write correct German, you cannot be politically correct and reader-friendly at the same time. Plus there is no agreed form of gendered language. You are spoilt for choice between the rather old-fashioned slash (“Sehr geehrte/r Herr/Frau X”), the brackets (“Liebe(r) Freund(e)”), the Binnen-I (“Wir wünschen allen KundInnen ein frohes Fest!”), the asterisk (“Partner*innen”) and, of course, using the long forms of everything (“Wir bitten jede Abonnentin und jeden Abonnenten, sich mit ihrem bzw. seinem vollen Namen anzumelden.”).

So, don’t try too hard. It’s impossible to get it right. Just enjoy Schland for what it is.

And next time, we’ll take trip to a faraway land …

The Pommes Buddha says: Manu, put on your hand shoes and save us into the final!

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