Die Kürbispolizei

skull, jack-o-lantern and text happy halloween in a chalkboard

Als ich im September 1999 in einem Kaufhaus in Paris das erste Mal Halloween-Dekoration als Kaufartikel sah, dachte ich, sieh‘ mal an, jetzt ist dieser Brauch also endgültig auch nach Europa übergeschwappt. Damals kannte man Halloween vornehmlich aus amerikanischen Filmen. Etliche Halloween-Partys später scheinen die damit verbundenen Bräuche nun auch in Deutschland flächendeckend Einzug zu erhalten. Doch woher kommt Halloween eigentlich?

Das Wort Halloween, da ist sich die Literatur einig, geht zurück auf All Hallow’s Eve, den Abend vor Allerheiligen. In unterschiedlichen Quellen finden sich unterschiedliche Erklärungen des Ursprungs von Halloween. Man kann wohl davon ausgehen, dass es sich um einen keltischen Brauch handelt, durch den am letzten Tag des keltischen Jahres, dem 31. Oktober, böse Geister vertrieben werden sollten.

Dieser Brauch war besonders in Irland verbreitet, von wo aus ihn die Gründerväter in die USA einführten und dort die mit ihm verbundenen Rituale weiter entwickelten. In der zeitgenössischen Ausprägung dieses Brauchtums steht in Nordamerika das sogenannte trick-or-treating im Mittelpunkt. Das bedeutet, dass Kinder, wie u. a. aus dem Film E.T. – Der Außerirdische bekannt, in möglichst gruseligen Kostümen von Haus zu Haus gehen und nach Süßigkeiten (treats) fragen. Wer nichts gibt, dem wird ein kleiner Streich (trick) gespielt – beispielsweise der Briefkasten mit Mehl bestäubt oder Ähnliches.

Als Mutter kleiner Kinder habe ich in den letzten Jahren mitbekommen, dass es hier in Deutschland tatsächlich Stadtteile und Wohnviertel gibt, in denen das trick-or-treating bereits Einzug erhalten hat. Dies ist besonders in kinderreichen vorstädtischen Gebieten der Fall, beispielsweise in Frechen-Königsdorf (für diejenigen, die sich im Kölner Umland auskennen). Im Stadtgebiet von Köln habe ich das bisher nicht erlebt.

Ansonsten gibt es in den letzten Jahren vermehrt Halloween-Partys, sowohl öffentliche als auch private. Dies bietet sich besonders deshalb an, weil der darauffolgende Tag, der 1. November, in vielen deutschen Bundesländern ein Feiertag ist. Doch auch in der Kita wird dieses Jahr zum ersten Mal eine Halloween-Party gemacht – wobei es sich um eine bilinguale Kita handelt und einige Erzieherinnen einen amerikanischen Hintergrund haben.

Ähnlich liegt der Fall übrigens in England. Auch dort war Halloween bisher nicht sehr verbreitet, was sich jedoch derzeit ändert.

Was auch immer ihr Halloween vorhabt, legt Euch nicht mit der Kürbispolizei an. Eine Freundin berichtete aus ihrem beschaulichen Kölner Vorort, dass sie im ersten Jahr nach ihrem Zuzug dorthin von einer Nachbarin auf den im Küchenfenster dekorierten Kürbis mit den Worten angesprochen wurde: „Du, so was machen wir hier im Viertel eigentlich nicht.“ Mein Tipp: wegziehen!

Vergnügliches Kostümieren und Kürbismodellieren allerseits!

Der Pommes-Buddha sagt: Ein Kürbis kommt selten allein!

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Mushy speak

Fish and chips fast food

Among the many things that can cause confusion – generally in this world, but in particular to persons like many of yourselves, dear readers, who live in a country where the main language is not their mother tongue – are words that sound the same but mean something entirely different in two languages. Here’s why you should never bring a ‘gift’ to a German home.

 Further to what has been discussed in “Gute Fahrt, Mr Krabs!” a while back, I would like to take you on another little stroll through the maize of acoustic pitfalls between English and German. Let the following tales be a gentle warning to any unsuspecting Yorkshire dinner guest.

One of my office mates, a sound engineer, once told me that she was involved in designing and naming a new mixer console, which was to be marketed globally. All was well, the hardware had been assembled to all the international stakeholders’ content, alas a suitable product name was to be found. The Germans came up with a name that sounded entirely unconspicuous, even professional, to the ear of a German sound mixer. The Americans, however, emmed and erred about the name, saying it didn’t quite work for them, without being too explicit. The Germans, had no idea what was wrong with the name they had so carefully concocted, until someone eventually took pity and explained what Uranus sounds like in American English (‘your anus’). (Oh, hello, Austin Powers!)

Another anecdote takes us to the north of England, where a fellow German has dinner with his English girlfriend and her mother. They are having a take-away from the local fish-and-chip shop – cod, chips, mushy peas, the whole shebang. So, with a northern accent, the mother asks the prospective son-in-law, ‘You like mushy peas?’ His face drops. What did she just ask me? Surely, she can’t have said ‘Do you like Muschi …?’ Muschi, you see, is like ‘pussy’ in English. It could just be a cat, but to the average adult it’s female genitals.

Well, and of course you may bring gifts to a German home, just don’t say ‘Das ist ein Gift’ or something, as Gift in German means ‘poison.’ Which reminds me of a very common brand of children’s bicycles in Germany, PUKY (pronounce: ‘pookie’, with a short ‘oo’ sound, or [ˈpʊki]). It’s a made-up word with no particular meaning, and, of course, it sounds nothing like throwing up in German.

So, here you are, just be careful what you say (or hear) … and enjoy dinner with your in-laws!

The Pommes Buddha says: I have a Master’s from FU Berlin.

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Wo ist die Gurke?

Cucumber and slices isolated over white background

Neulich hatte ich mal wieder ein Synchron-Erlebnis der dritten Art. Ich sah mir im WDR die erste Folge der Serie Cucumber an (Spoiler-Alarm!). (Ja, wie schon letztes Mal erwähnt: Ich bin in der digitalen Steinzeit aufgewachsen und schaue oft ganz gewöhnliches Fernsehen. Freddy würde hierzu sagen: „That’s so 35-years-old!“) Der Trailer hatte mich neugierig gemacht. Aber da die Serie auf Deutsch synchronisiert war, fehlten mir grundlegende Informationen.

Zu Beginn geht ein Mann etwa mittleren Alters durch einen Supermarkt. Aus dem Off hört man seine Stimme. Aus dem Trailer wusste ich, dass die Serie synchronisiert ist, und nahm an, es handele sich um eine US-amerikanische Serie. Hätte ich diese Off-Stimme gleich im Original gehört, hätte ich gewusst, dass es eine britische Serie ist.

Gut, diese Information kann sich die aufmerksame Zuschauerin dann kurz später zusammenreimen, da sie bald britische Straßenzüge (enge Straßen, britische Verkehrszeichen, gelbe Linien am Straßenrand etc.) erspäht. Da fragte ich mich dann, mangels unmissverständlich zuordenbarer Bauwerke, ob die Serie wohl in London spielt. Dies hätte sich gegebenenfalls ebenso durch eine Kumulation entsprechender regionaler Sprachakzente erkennen lassen.

Nach etwa einer halben Stunde wird über Daniel, den neuen Kollegen einer der Hauptfiguren, Lance, gesagt, er sei „moved up here from London“. Hm. Also nicht London. Kurz darauf wird dann Manchester erwähnt – eine Stadt, deren Akzent für Geübte recht eindeutig erkennbar ist.

Verblüffend, dachte ich mir, wie viel doch in ein paar kleinen originalen englischen Sätzen liegen kann. Insbesondere, da in der gesprochenen britischen Sprache die Regionalität sehr stark ausgeprägt ist und in britischen TV-Produktionen oft eine wichtige dramaturgische Rolle spielt. Auch erinnere ich mich, dass es früher bei deutschen Synchronisationen üblich war, die mit dieser Regionalität verknüpften Assoziationen durch eine ähnliche entsprechende Färbung in der Zielsprache hervorzurufen. Beispielsweise hat der Texaner Major Kong in der deutschen Fassung von Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb einen ruhrdeutschen Akzent. (Mehr über den Umgang mit Ruhrpottlern und deren Sprache findet Ihr hier: http://www.ruhrgebietssprache.de/.)

Um mich nicht des Sprecher-Bashings schuldig zu machen, ist es mir ganz grundsätzlich übrigens ein Anliegen, einmal zu erwähnen, dass es nicht die deutschen Stimmen als solche sind, die die Synchronisation zu einer Zumutung machen. Viele Sprecher leisten ganz wunderbare Arbeit und bemühen sich, der jeweiligen Figur Leben einzuhauchen. Mich stört vielmehr die künstliche Distanz, die durch die Synchronisation selbst, ungeachtet ihrer Qualität, geschaffen wird. Mehr zum Thema schrieb ich bereits in „An mein Ohr kommt nur Wasser und O-Ton“ und in „Magnum in distress“.

Ich begrüße daher die Initiative einiger Sender, einige englischsprachige Serien und Shows im Original mit Untertiteln zu zeigen. Besonders lobend erwähnt sei in diesem Zusammenhang die großartige Tonight Show mit Jimmy Fallon, die der TV-Sender „One“ (ehemals „Einsfestival“) tagesaktuell mit deutschen Untertiteln zeigt, vor denen man nur den Hut ziehen kann! (Leonie and colleagues, you rock!)

Wie dem auch sei: Mein englischer Ehemann und ich besorgten uns dann jedenfalls Cucumber auf Englisch und waren, kurz gesagt, begeistert! Ein unkonventionelles Setting in der LGBT-Szene von Manchester, eine Erzählung mit stilsicheren Pointen, in der sich dennoch jeder wiederfindet und eine Besetzung, die wie Arsch auf Eimer passt, machen dieses Juwel der britischen Fernsehwelt zu einem herausragenden Comedy-Drama. Cucumber sei jeder ans Herz gelegt, die jenseits der Vorstadtidyllen-Unterhaltung die eigenen Vorstellungen aus einem inspirierenden Blickwinkel unter die Lupe nehmen und mal wieder so richtig lachen (und ein wenig weinen) möchte.

Wer sich übrigens manchmal fragt, wer eigentlich die deutsche Stimme von … ist, wird hier sicher fündig: https://www.synchronkartei.de.

Der Pommes-Buddha sagt: Gurke mit Untertiteln – ein Gedicht!

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Don’t Fräulein me!

mdchen und bursche auf feldweg laufend I

Recently, I watched Season 5 of Homeland. (In British English, it used to be “Series 5” – and while people still say this, the American version of Staffel is slowly taking over.) This latest series of Homeland (and in my personal view best one yet) being based in Berlin, I was flummoxed by a few rather striking blunders. Here’s what Homeland doesn’t get quite right about Germany. (Spoiler alert!)

  1. We don’t use Fräulein At all.

Contrary to what American film and TV productions would like the world to think – because it sounds so neat and German or for whatever other reason – in the German language we no longer distinguish between a married and an unmarried woman. Since the 1980s, we have been using “Frau” to address any female person over 16 years of age. (For more details, please read “You can say you to me”.) No exceptions. Fräulein, which Carrie uses referring to her daughter’s teacher, sounds very wrong!

  1. Doctor-patient privilege applies to gunshot wounds as well.

Interestingly, in the extras on the Homeland DVD (yes, my name is Sarah and I’m not a digital native, and I still watch DVDs – Hello Sarah!) the producers say they chose Germany as a setting for their plot specifically for its strict privacy laws. Yet they ignore one of the central privacy laws in Germany which says that it is not only not obligatory but even prosecutable for a doctor to report a gunshot wound. So it is simply unthinkable that a former intelligence officer (Peter Quinn) who knows any country he is in like the back of his hand would refuse medical treatment in Germany if he is shot.

  1. The BND does not have its own police force.

Unlike the CIA, the German intelligence service BND (Bundesnachrichtendienst) has no police force of its own. The national police forces are the Bundespolizei (Federal Police), the Bundeskriminalamt (the Federal Criminal Police Office, where I happen to have worked as a translator at the beginning of my career) and the Polizei beim Bundestag (German Parliament Police).

  1. German legal proceedings do not include video-taping or depositions.

As an interpreter working in patent law, I found this slip quite interesting, especially as I often interpret during depositions, even depositions held on German soil – but they are never part of German proceedings. Also, at no point during German legal proceedings are testimonies or any kinds of statements recorded live, ie on audio or audiovisual media (with possible exceptions when children are heard as witnesses). Usually, we do not even have word-for-word transcripts – these can only be requested in court as an exception.

So despite the fact that the Homeland crew apparently gets high-ranking (former) intelligence-service experts to sit around a table to bounce ideas off them while not thinking to find a person who has lived in Germany in the past decade to double-check basic facts that, if got right, would lend the programme more credence (thanks for staying tuned to the end of this monster subclause) I still consider this latest Homeland series the most exquisite one yet. The plot is just so well-written and the characters are superbly played. Turn a blind eye to some basics, and you will have a nail-biting ball!

More food for series junkies coming soon …

The Pommes Buddha says: No, we don’t all wear lederhosen, thank you very much!

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Strandurlaub

Sunrise at Brixam in Devon

Wenn ich Freunden und Bekannten erzähle, dass ich nach England in den Sommerurlaub fahre, ernte ich oft mitleidige Blicke. England hat bei den Deutschen, vollkommen zu Unrecht, den Ruf, täglich mit Regen oder zumindest allenfalls unbeständigem Wetter aufzuwarten. Hier eine kleine Anleitung für diejenigen, die sich trotzdem trauen.

Großbritannien ist bekanntlich eine Insel und hat somit viel Strand. Mein englischer Ehemann wird es nicht müde zu betonen, dass man von jedem beliebigen Punkt in England aus binnen maximal zweier Autostunden am Strand ist. Doch was erwartet einen dort?

Das hängt von der Wahl des Urlaubsortes ab. Der typische britische Badeort, für den Brighton wohl als Vorführbeispiel gelten darf, verfügt über ein Pier, oft aus viktorianischer Zeit und mit Lichterketten dekoriert, einen Strand mit beach huts, die obligatorischen Billig-Souvenirläden, eine sogenannte arcade (eine Art Spielhalle mit zahlreichen Münzautomaten, an denen Groß und Klein Tand gewinnen kann), einen Minigolfplatz (Crazy Golf o. Ä.), eine Bimmelbahn und ggf. auch den einen oder anderen künstlerisch inspirierten Laden in den versteckten Gässchen des Ortes.

Natürlich gibt’s dazu auch gemäßigte Alternativen diverser Abstufungen bis hin zum verschlafenen Fischerörtchen mit einem Tante-Emma-Laden und einem Pub (Polruan in Cornwall beispielsweise).

Meine Schwiegermutter besteht darauf, dass es für einen echten Küstenurlaub zweier Dinge bedarf: eines Strandhäuschens (beach hut – auch tageweise zu mieten), in dem man sich aufhalten und allerlei Ausrüstung lagern kann, und crabbing, also Krabbenfischen mit einer crab line und einem Eimer.

Entgegen den Befürchtungen vieler Kontinentaleuropäer regnet es in vielen Gegenden Englands nicht besonders viel. Manche Gebiete wie Cornwall oder Dorset sind gar für ihre vielen Sonnenstunden bekannt, und aus eigener Erfahrung kann ich das nur bestätigen. Von Mai bis September gibt’s hier meist ein angenehmes Klima, und sogar im Oktober hatten wir in Cornwall schon oft trockenes Wetter.

Viele Orte, die zu Stoßzeiten überfüllt sind, sind in der Nebensaison wunderbar (Fowey in Cornwall, Swanage in Dorset).

Klar, es ist nicht ganz günstig, in England Urlaub zu machen – aber das ist es an der Nordsee auch nicht. Und auch wenn es schwer fällt, dem Brexit ansonsten etwas Gutes abzugewinnen: Zumindest das Britische Pfund ist derzeit wieder erschwinglich für uns Europäer …

Ein paar Webseiten für nette Ferienhäuschen:

http://www.islandcottageholidays.com

https://www.cornishhorizons.co.uk/

Nächstes Mal … Ach, lasst Euch überraschen!

Der Pommes-Buddha sagt: Ich bin reif für die Insel.

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Gendering German

Teamgeist

It’s not easy to be English these days. First the Brexit shock, then being kicked out of EURO 2016 by a country that previously didn’t even exist on the European football map. Now you poor lads and lasses really have to take a lot of grief from your German and Icelandic friends. But cheer up! After the match is before the match, as Sepp Herberger once remarked. So let’s keep playing and look at a particular linguistic oddity in football.

German has many words that foreigners find hard to understand. Frauenmannschaft is one of my English husband’s favourites. It refers to an all-female sports team, which seems odd, as the German word for ‘team’ (Mannschaft) is based on the word ‘man.’ How can women be men at the same time? If you’ve ever seen the Cologne Christopher Street Day Parade you wouldn’t even ask this question. If not, here’s what I think.

Unbeknownst to the average German, the German language is secretly the most sociologically advanced language. See, we don’t even consider men and women any different from one another, so women can be men any time they please.

But wait a minute, I can sense a tad of injustice manifesting itself here … What about men who want to be women? Unfortunately, our poor male national football squad don’t have the option of being a Frauschaft. But I’m sure if they took a unanimous vote the German language would be open for suggestions.

Seriously, now. The crux of German is that gendering is so bloody awkward – if not outright impossible. As a result, time and again some important officials come up with ridiculous official names for groups of people, such as Studierende instead of Studenten because the latter excludes Studentinnen.

The thing is, if you want to write correct German, you cannot be politically correct and reader-friendly at the same time. Plus there is no agreed form of gendered language. You are spoilt for choice between the rather old-fashioned slash (“Sehr geehrte/r Herr/Frau X”), the brackets (“Liebe(r) Freund(e)”), the Binnen-I (“Wir wünschen allen KundInnen ein frohes Fest!”), the asterisk (“Partner*innen”) and, of course, using the long forms of everything (“Wir bitten jede Abonnentin und jeden Abonnenten, sich mit ihrem bzw. seinem vollen Namen anzumelden.”).

So, don’t try too hard. It’s impossible to get it right. Just enjoy Schland for what it is.

And next time, we’ll take trip to a faraway land …

The Pommes Buddha says: Manu, put on your hand shoes and save us into the final!

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Sahnehäubchen

0086 Sahnehaeubchen

Neulich bei einer Fortbildung unterhielt ich mich beim Mittagessen mit einer deutschen Kollegin, die in England lebt. Plötzlich seufzte diese mit Blick auf den Dessertteller ganz verzückt: „Ach, als Deutsche freue mich ja über die kleinsten Dinge, die ich sonst nicht bekomme – und wenn es nur ein Sahnehäubchen ist!“ England, das Land ohne Sahnehäubchen? Ein kulinarischer Exkurs in die Welt der Milchprodukte.

Nachdem ich ein wenig unschlüssig schaute, führte sie aus: „Na, in England bekommst du die Sahne ja immer nur flüssig.“ Stimmt. Wenn man dort Kuchen mit Sahne bestellt, wird die Sahne einfach flüssig über den Kuchen geschüttet. Dies, liebe Briten, werdet ihr in Deutschland nicht erleben. Sahne im flüssigen Zustand gilt hierzulande allenfalls als Vorstufe eines Produkts, die es weiter zu verarbeiten gilt – sei es als Verfeinerung für Suppen und Saucen oder zu Schlagsahne als Garnierung für Süßspeisen und Obst.

Ein Wort für Schlagsahne gibt es im Englischen auch: whipped cream. Allerdings wird diese weitaus weniger häufig verwendet als in Deutschland. Selbst die für Wimbledon-Zuschauer nahezu obligatorischen strawberries and cream bemühen die Sahne lediglich in flüssiger Form.

Überhaupt sind Milchprodukte ein interessantes Phänomen, da diese sich in so gut wie allen, sogar regionalen, Kulturen in Herstellungsweise und Darreichungsform sowie im praktischen Gebrauch unterscheiden und ihre Benennungen damit meist auch unübersetzbar sind. Ich bin in diesem Blog ja bereits an der Aufgabe verzweifelt, hier in Deutschland frische clotted cream zu erwerben (siehe “Sahnestückchen zum Tee” und “Die ewige Einkaufsliste“). Aber schauen wir uns doch mal einige speziell deutsche Milchprodukte an.

Insbesondere kommen mir da Schmand und Quark in den Sinn. Laut der Webseite www.schmand-sahne-rahm.de unterscheiden sich Sahne, Schmand, clotted cream und sour cream lediglich in ihrem Fettgehalt. Bei der clotted cream kommt hinzu, dass sie weder pasteurisiert noch homogenisiert ist – ansonsten handelt es sich jedoch schlicht um sehr fette saure Sahne (daher am ehesten zu ersetzen durch Crème double).

Quark ist laut Wikipedia ausgefälltes Milcheiweiß. Speisequark ist sehr speziell in Konsistenz und Geschmack. Er verleiht beispielsweise dem deutschen Käsekuchen seine eher lockere und saftige Beschaffenheit im Vergleich zum sehr dichten, cremigen englischen cheesecake. Somit verbirgt sich hinter den vermeintlich Eins zu Eins übersetzbaren Begriffen „Käsekuchen“ und „cheesecake“ eben nicht dasselbe.

Schön, dass es da im Kühlregal eines jeden Landes so viel zu entdecken gibt!

Und beim nächsten Mal schauen wir uns wieder einmal in einer bekannten Ballsportart um.

Der Pommesbuddha sagt: Die Quarktasche – nicht nur Modeaccessoire der Teilchenphysikerin.

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Happy holidays

Urlaub auf dem Balkon mit Buch und Drink

If you happened to be on the verge of moving to Germany and had to pick a place to live, what would be your checklist to go by? Cost of renting? Climate? Food? Hospitality? These are certainly all important factors. But if you fancy as much time off work as possible, here’s a little secret that might help you decide.

Depending on the German Bundesland you live in, you may have more or fewer days off work in the calendar year. I never realised this myself until I moved from North Rhine-Westphalia (one of the länder with a fairly large number of bank holidays) to Hesse. In NRW, my birthday always used to be on a bank holiday. In Hesse, it was not.

The attentive reader may have noticed another particularity of German holidays. Unlike in England, where most bank holidays are only in theory on the same date, but in practice are moved to Mondays so that every bank holiday makes the subsequent weekend an extended, three-day weekend, German bank holidays always fall on the actual date of the original holiday. If this happens to be a Saturday or Sunday, hard cheese – you’re one work-free day short that particular year.

In case of Ascension and Corpus Christi, though, which are always on a Thursday, many German schools and employers impose the Friday between that Thursday and the following weekend as a so-called Brückentag (“bridge day”), making the weekend a four-day weekend.

There are nine national bank holidays in Germany which every Bundesland must observe. The number of additional regional bank holidays varies between zero (Berlin, Bremen, Hamburg, Lower Saxony, Schleswig-Holstein) and four (Bavaria). For those of you who want to know precisely what they’re in for, here’s a list.

Another thing should be mentioned in this context. Contrary to the meanwhile nationwide extended opening hours for shops in Great Britain, Germany’s workers’ unions have made sure that, here, working hours are staff-friendly. Shops are closed on Sundays and bank holidays. Almost without exception. Exceptions are the odd special-occasion Sunday, as well as Sundays in December (but not everywhere). The phenomenon of shops being open on Sundays is so rare that it has a special name: verkaufsoffener Sonntag. During the week and on Saturdays, most big shops are open til 8pm, or sometimes longer. In smaller towns, opening hours might end as early as 6:30pm on weekdays and noon on Saturdays. If you need anything after hours, the only options are petrol stations or kiosks (in Cologne vernacular called Büdchen – “little huts”).

So, keep your eyes peeled for opening hours and closing days.

Next time, let’s find out about one or two of Britain’s favourite summer crazes.

The Pommes Buddha says: Miss out on a day off? Not in a month of Sundays.

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Pressestimmen

Pile of old newspapers, selective focus

Pressestimmen

Wer schon einmal mit der Londoner Tube (U-Bahn) gefahren ist, wird sicherlich dieselbe Beobachtung gemacht haben wie ich: Auffallend viele Menschen in England lesen Zeitung. Laut der deutschen Zeitung Die Welt gilt die Londoner Fleet Street, die sich im britischen Sprachgebrauch als Synonym für „die Presse” etabliert hat, als Vorreiter der deutschen Presselandschaft (siehe dieser Artikel). Hier ein paar Dinge, die man über britische Tageszeitungen wissen sollte.

Zunächst ein paar Zahlen, die vielleicht überraschen: 2014/15 hatte die Tagespresse in UK eine Gesamtauflage von 7 Mio. (bei etwa 65 Mio. Einwohnern), die deutsche 16,8 Mio. (bei etwa 81 Mio. Einwohnern) – das heißt es kommt eine Tageszeitung auf jeden 5. deutschen, jedoch nur etwa jeden 9. britischen Menschen (Quellen: BDZV und Newsworks). Dennoch haben Zeitungen traditionell einen hohen persönlichen Stellenwert im Leben vieler britischer Bürger.

Die britische Tagespresse lässt sich, ähnlich wie die deutsche, grob in zwei Kategorien unterteilen: die eher sachlich-intellektuellen broadsheets und die Boulevardpresse, die tabloids, auch popular press oder yellow press genannt. Oftmals wird heutzutage zusätzlich ein mittleres Segment („mid-market newspapers“) unterschieden.

Sympathisch finde ich, dass man auf der Insel ungeachtet einer persönlichen, meist sozial geprägten Präferenz nicht selten bereit ist, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Im Urlaub oder am Sonntag, wenn genügend Zeit ist, kauft sich der interessierte Brite gerne auch mal zwei oder drei verschiedene Tageszeitungen – wobei die Sonntagsausgaben auch für ein besonders ausschweifendes Leseerlebnis sorgen, das zum britischen Kulturgut gehört.

Doch in der britischen Presselandschaft wird nicht nur gekuschelt. Die Boulevardzeitung The Sun wird seit der Hillsborough-Katastrophe und bis heute in Liverpool weitgehend boykottiert. Das Blatt hatte nach dem Zuschauerunglück im Hillsborough-Stadion in Sheffield beim Halbfinale des britischen Fußballpokalspiels zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest 1989 wahrheitswidrig das Verhalten der Liverpooler Fans verantwortlich für das Ausmaß der Katastrophe gemacht und wird seitdem von vielen Liverpudlians nicht mehr gelesen.

Ein weiterer großer Skandal ist der News-International-Skandal, in dessen Folge die des Abhörens von Mobilfunk-Mailboxen überführte Zeitung News of the World 2011 eingestellt wurde.

Zu guter Letzt sei zum Zwecke der weiteren Erhellung ein Ausflug in die audiovisuellen Medien gestattet, und zwar zu einer der TV-Serien, die meines Erachtens die britische Kultur in unvergleichlich spitzfindiger und pfiffiger Weise treffend widerspiegelt. Es handelt sich um ein Juwel der britischen intelligenten Unterhaltung − das im Übrigen in Deutschland, wo man sich in der Welt der medialen Unterhaltung in der Regel einzig zwischen „niveaulos“ und „hoch-intellektuell“ entscheiden kann, seines Gleichen sucht – und zwar Yes, Prime Minister.

Im Hinblick auf die britische Presse-Arena entspannt sich dort nun in Folge 4 der 2. Staffel dieser Polit-Realsatire der folgende Dialog zwischen dem manipulativen leitenden Regierungsbeamten Sir Humphrey, dem ansonsten als etwas unterbelichtete Marionette des administrativen Establishments dargestellte Premierminister Jim Hacker und dessen Sekretär und Stichwortgeber Bernard Woolley (Namen der Zeitungen diesseits hervorgehoben):

Sir Humphrey: The only way to understand the Press is to remember that they pander to their readers’ prejudices.

Jim Hacker: Don’t tell me about the Press. I know *exactly* who reads the papers. The Daily Mirror is read by the people who think they run the country. The Guardian is read by people who think they *ought* to run the country. The Times is read by the people who actually *do* run the country. The Daily Mail is read by the wives of the people who run the country. The Financial Times is read by people who *own* the country. The Morning Star is read by people who think the country ought to be run by *another* country. The Daily Telegraph is read by the people who think it is.

Sir Humphrey: Prime Minister, what about the people who read The Sun?

Bernard Woolley: Sun readers don’t care *who* runs the country – as long as she’s got big tits.

Yes, Prime Minister: A Conflict of Interest (1987): http://www.imdb.com/title/tt0751828/quotes?item=qt0179457

Ich persönlich fühle mich in meiner Lesepräferenz jedenfalls treffend beschrieben.

Für die weiterführende Lektüre einschließlich einer umfassenden Liste mit allen britischen Zeitungen empfehle ich diesen Link zu Wikipedia.

Und ganz am Schluss hätte ich noch einen Tipp für diejenigen, die genug von destruktivem Journalismus haben: Die neueste Entwicklung im deutschen Online-Journalismus heißt Perspective Daily. Könnte eine Alternative sein …

Und nächstes Mal schauen wir uns an, in welches deutsche Bundesland man ziehen sollte.

Der Pommes-Buddha sagt: A paper a day keeps the Brits in sway.

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Smelly Pee Season

Frische spargel teller

Dear Brits in Germany, relax, take a deep breath, you’ll live! Those of you who’ve lately noticed a certain physiological phenomenon to do with body fluid evacuation and were about to consult their doctor for fear of a rare, deadly disease, let me tell you a story about a fellow hypochondriac. One day in May, several years ago, my English husband approached me, doom-faced, and mentioned, in confidence, that his urine smelled funny. He was sure he wasn’t going to last much longer on this earth. I laughed. Wicked wife that I am. Here’s why …

Most Germans grow up knowing this because we just love asparagus. In case this is news to you, just open your peepers and note the separate Spargel section on each restaurant menu between mid-April and late June (yes, that’s Spargelsaison aka Smelly Pee Season), some establishments even have a separate menu containing a varied selection of asparagus.

So, in this country, asparagus, when in season, is the queen – and not just a lackey – of vegetables. And when I say asparagus, I mean white asparagus. We will eat green, but it’s not very common. I don’t know why we go bonkers about it – it may have something to do with seasonality, i.e. scarcity – but we absolutely love it.

And every region has its prime cultivation area. When I lived in Berlin, Beelitzer Spargel was the toast of the town. In Cologne, my impression is that the trend is more towards specific farms such as Beller Spargel. Buying straight from the supplier is the dernier cri in the middle class Gen X community, of course.

The classic recipe is boiled asparagus with potatoes, cooked or raw ham, hollandaise sauce or melted butter and chives. But there are also wonderful variations in the form of salad or risotto. For an easy meal, I recommend buying peeled asparagus (you can take the peel home too if you’re keen on using every part of the plant, and make soup from it), wrapping 4 to 6 spears in aluminium foil with some butter, salt and chives (making an air-tight package with some air inside it) and baking it in the oven (around 190 °C) for just under 30 minutes. This preserves the juicy flavours best. You can replace the potatoes with savoury pancakes (a variety from the Baden region a friend once revealed). The hollandaise sauce you can buy in a pack is just fine (Lukull is my preferred brand). So now you’re ready to take on your truly German culinary adventure.

Unfortunately, there is a small downside. As hinted above, asparagus, white or green, makes your pee smell. Not everyone’s. Some asparagus consumers are more equal than others. And some are even lucky enough to lack the gene to smell the putrid stench. But the phenomenon is known as (I love this German term) Uringeruch nach Spargelgenuss, which my giddy linguist friend Sus finds heart-warming pleasure in converting to Uringenuss nach Spargelgeruch.

The smell wears off if you drink lots, though. So here’s a simple recipe for Maibowle, a refreshing, lovely, equally seasonal punch. It requires some preparation and, yes, the woodruff (Waldmeister) is imperative (you can buy that on farmer’s markets or pick it yourself, but make sure it’s not blossoming yet; and it freezes well) – but the result is rewarding. Enjoy!

And next time, let’s take a stroll down Fleet Street …

The Pommes Buddha says: Only smelly pee is good pee.

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