Sahnehäubchen

0086 Sahnehaeubchen

Neulich bei einer Fortbildung unterhielt ich mich beim Mittagessen mit einer deutschen Kollegin, die in England lebt. Plötzlich seufzte diese mit Blick auf den Dessertteller ganz verzückt: „Ach, als Deutsche freue mich ja über die kleinsten Dinge, die ich sonst nicht bekomme – und wenn es nur ein Sahnehäubchen ist!“ England, das Land ohne Sahnehäubchen? Ein kulinarischer Exkurs in die Welt der Milchprodukte.

Nachdem ich ein wenig unschlüssig schaute, führte sie aus: „Na, in England bekommst du die Sahne ja immer nur flüssig.“ Stimmt. Wenn man dort Kuchen mit Sahne bestellt, wird die Sahne einfach flüssig über den Kuchen geschüttet. Dies, liebe Briten, werdet ihr in Deutschland nicht erleben. Sahne im flüssigen Zustand gilt hierzulande allenfalls als Vorstufe eines Produkts, die es weiter zu verarbeiten gilt – sei es als Verfeinerung für Suppen und Saucen oder zu Schlagsahne als Garnierung für Süßspeisen und Obst.

Ein Wort für Schlagsahne gibt es im Englischen auch: whipped cream. Allerdings wird diese weitaus weniger häufig verwendet als in Deutschland. Selbst die für Wimbledon-Zuschauer nahezu obligatorischen strawberries and cream bemühen die Sahne lediglich in flüssiger Form.

Überhaupt sind Milchprodukte ein interessantes Phänomen, da diese sich in so gut wie allen, sogar regionalen, Kulturen in Herstellungsweise und Darreichungsform sowie im praktischen Gebrauch unterscheiden und ihre Benennungen damit meist auch unübersetzbar sind. Ich bin in diesem Blog ja bereits an der Aufgabe verzweifelt, hier in Deutschland frische clotted cream zu erwerben (siehe “Sahnestückchen zum Tee” und “Die ewige Einkaufsliste“). Aber schauen wir uns doch mal einige speziell deutsche Milchprodukte an.

Insbesondere kommen mir da Schmand und Quark in den Sinn. Laut der Webseite www.schmand-sahne-rahm.de unterscheiden sich Sahne, Schmand, clotted cream und sour cream lediglich in ihrem Fettgehalt. Bei der clotted cream kommt hinzu, dass sie weder pasteurisiert noch homogenisiert ist – ansonsten handelt es sich jedoch schlicht um sehr fette saure Sahne (daher am ehesten zu ersetzen durch Crème double).

Quark ist laut Wikipedia ausgefälltes Milcheiweiß. Speisequark ist sehr speziell in Konsistenz und Geschmack. Er verleiht beispielsweise dem deutschen Käsekuchen seine eher lockere und saftige Beschaffenheit im Vergleich zum sehr dichten, cremigen englischen cheesecake. Somit verbirgt sich hinter den vermeintlich Eins zu Eins übersetzbaren Begriffen „Käsekuchen“ und „cheesecake“ eben nicht dasselbe.

Schön, dass es da im Kühlregal eines jeden Landes so viel zu entdecken gibt!

Und beim nächsten Mal schauen wir uns wieder einmal in einer bekannten Ballsportart um.

Der Pommesbuddha sagt: Die Quarktasche – nicht nur Modeaccessoire der Teilchenphysikerin.

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Happy holidays

Urlaub auf dem Balkon mit Buch und Drink

If you happened to be on the verge of moving to Germany and had to pick a place to live, what would be your checklist to go by? Cost of renting? Climate? Food? Hospitality? These are certainly all important factors. But if you fancy as much time off work as possible, here’s a little secret that might help you decide.

Depending on the German Bundesland you live in, you may have more or fewer days off work in the calendar year. I never realised this myself until I moved from North Rhine-Westphalia (one of the länder with a fairly large number of bank holidays) to Hesse. In NRW, my birthday always used to be on a bank holiday. In Hesse, it was not.

The attentive reader may have noticed another particularity of German holidays. Unlike in England, where most bank holidays are only in theory on the same date, but in practice are moved to Mondays so that every bank holiday makes the subsequent weekend an extended, three-day weekend, German bank holidays always fall on the actual date of the original holiday. If this happens to be a Saturday or Sunday, hard cheese – you’re one work-free day short that particular year.

In case of Ascension and Corpus Christi, though, which are always on a Thursday, many German schools and employers impose the Friday between that Thursday and the following weekend as a so-called Brückentag (“bridge day”), making the weekend a four-day weekend.

There are nine national bank holidays in Germany which every Bundesland must observe. The number of additional regional bank holidays varies between zero (Berlin, Bremen, Hamburg, Lower Saxony, Schleswig-Holstein) and four (Bavaria). For those of you who want to know precisely what they’re in for, here’s a list.

Another thing should be mentioned in this context. Contrary to the meanwhile nationwide extended opening hours for shops in Great Britain, Germany’s workers’ unions have made sure that, here, working hours are staff-friendly. Shops are closed on Sundays and bank holidays. Almost without exception. Exceptions are the odd special-occasion Sunday, as well as Sundays in December (but not everywhere). The phenomenon of shops being open on Sundays is so rare that it has a special name: verkaufsoffener Sonntag. During the week and on Saturdays, most big shops are open til 8pm, or sometimes longer. In smaller towns, opening hours might end as early as 6:30pm on weekdays and noon on Saturdays. If you need anything after hours, the only options are petrol stations or kiosks (in Cologne vernacular called Büdchen – “little huts”).

So, keep your eyes peeled for opening hours and closing days.

Next time, let’s find out about one or two of Britain’s favourite summer crazes.

The Pommes Buddha says: Miss out on a day off? Not in a month of Sundays.

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Pressestimmen

Pile of old newspapers, selective focus

Pressestimmen

Wer schon einmal mit der Londoner Tube (U-Bahn) gefahren ist, wird sicherlich dieselbe Beobachtung gemacht haben wie ich: Auffallend viele Menschen in England lesen Zeitung. Laut der deutschen Zeitung Die Welt gilt die Londoner Fleet Street, die sich im britischen Sprachgebrauch als Synonym für „die Presse” etabliert hat, als Vorreiter der deutschen Presselandschaft (siehe dieser Artikel). Hier ein paar Dinge, die man über britische Tageszeitungen wissen sollte.

Zunächst ein paar Zahlen, die vielleicht überraschen: 2014/15 hatte die Tagespresse in UK eine Gesamtauflage von 7 Mio. (bei etwa 65 Mio. Einwohnern), die deutsche 16,8 Mio. (bei etwa 81 Mio. Einwohnern) – das heißt es kommt eine Tageszeitung auf jeden 5. deutschen, jedoch nur etwa jeden 9. britischen Menschen (Quellen: BDZV und Newsworks). Dennoch haben Zeitungen traditionell einen hohen persönlichen Stellenwert im Leben vieler britischer Bürger.

Die britische Tagespresse lässt sich, ähnlich wie die deutsche, grob in zwei Kategorien unterteilen: die eher sachlich-intellektuellen broadsheets und die Boulevardpresse, die tabloids, auch popular press oder yellow press genannt. Oftmals wird heutzutage zusätzlich ein mittleres Segment („mid-market newspapers“) unterschieden.

Sympathisch finde ich, dass man auf der Insel ungeachtet einer persönlichen, meist sozial geprägten Präferenz nicht selten bereit ist, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Im Urlaub oder am Sonntag, wenn genügend Zeit ist, kauft sich der interessierte Brite gerne auch mal zwei oder drei verschiedene Tageszeitungen – wobei die Sonntagsausgaben auch für ein besonders ausschweifendes Leseerlebnis sorgen, das zum britischen Kulturgut gehört.

Doch in der britischen Presselandschaft wird nicht nur gekuschelt. Die Boulevardzeitung The Sun wird seit der Hillsborough-Katastrophe und bis heute in Liverpool weitgehend boykottiert. Das Blatt hatte nach dem Zuschauerunglück im Hillsborough-Stadion in Sheffield beim Halbfinale des britischen Fußballpokalspiels zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest 1989 wahrheitswidrig das Verhalten der Liverpooler Fans verantwortlich für das Ausmaß der Katastrophe gemacht und wird seitdem von vielen Liverpudlians nicht mehr gelesen.

Ein weiterer großer Skandal ist der News-International-Skandal, in dessen Folge die des Abhörens von Mobilfunk-Mailboxen überführte Zeitung News of the World 2011 eingestellt wurde.

Zu guter Letzt sei zum Zwecke der weiteren Erhellung ein Ausflug in die audiovisuellen Medien gestattet, und zwar zu einer der TV-Serien, die meines Erachtens die britische Kultur in unvergleichlich spitzfindiger und pfiffiger Weise treffend widerspiegelt. Es handelt sich um ein Juwel der britischen intelligenten Unterhaltung − das im Übrigen in Deutschland, wo man sich in der Welt der medialen Unterhaltung in der Regel einzig zwischen „niveaulos“ und „hoch-intellektuell“ entscheiden kann, seines Gleichen sucht – und zwar Yes, Prime Minister.

Im Hinblick auf die britische Presse-Arena entspannt sich dort nun in Folge 4 der 2. Staffel dieser Polit-Realsatire der folgende Dialog zwischen dem manipulativen leitenden Regierungsbeamten Sir Humphrey, dem ansonsten als etwas unterbelichtete Marionette des administrativen Establishments dargestellte Premierminister Jim Hacker und dessen Sekretär und Stichwortgeber Bernard Woolley (Namen der Zeitungen diesseits hervorgehoben):

Sir Humphrey: The only way to understand the Press is to remember that they pander to their readers’ prejudices.

Jim Hacker: Don’t tell me about the Press. I know *exactly* who reads the papers. The Daily Mirror is read by the people who think they run the country. The Guardian is read by people who think they *ought* to run the country. The Times is read by the people who actually *do* run the country. The Daily Mail is read by the wives of the people who run the country. The Financial Times is read by people who *own* the country. The Morning Star is read by people who think the country ought to be run by *another* country. The Daily Telegraph is read by the people who think it is.

Sir Humphrey: Prime Minister, what about the people who read The Sun?

Bernard Woolley: Sun readers don’t care *who* runs the country – as long as she’s got big tits.

Yes, Prime Minister: A Conflict of Interest (1987): http://www.imdb.com/title/tt0751828/quotes?item=qt0179457

Ich persönlich fühle mich in meiner Lesepräferenz jedenfalls treffend beschrieben.

Für die weiterführende Lektüre einschließlich einer umfassenden Liste mit allen britischen Zeitungen empfehle ich diesen Link zu Wikipedia.

Und ganz am Schluss hätte ich noch einen Tipp für diejenigen, die genug von destruktivem Journalismus haben: Die neueste Entwicklung im deutschen Online-Journalismus heißt Perspective Daily. Könnte eine Alternative sein …

Und nächstes Mal schauen wir uns an, in welches deutsche Bundesland man ziehen sollte.

Der Pommes-Buddha sagt: A paper a day keeps the Brits in sway.

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Smelly Pee Season

Frische spargel teller

Dear Brits in Germany, relax, take a deep breath, you’ll live! Those of you who’ve lately noticed a certain physiological phenomenon to do with body fluid evacuation and were about to consult their doctor for fear of a rare, deadly disease, let me tell you a story about a fellow hypochondriac. One day in May, several years ago, my English husband approached me, doom-faced, and mentioned, in confidence, that his urine smelled funny. He was sure he wasn’t going to last much longer on this earth. I laughed. Wicked wife that I am. Here’s why …

Most Germans grow up knowing this because we just love asparagus. In case this is news to you, just open your peepers and note the separate Spargel section on each restaurant menu between mid-April and late June (yes, that’s Spargelsaison aka Smelly Pee Season), some establishments even have a separate menu containing a varied selection of asparagus.

So, in this country, asparagus, when in season, is the queen – and not just a lackey – of vegetables. And when I say asparagus, I mean white asparagus. We will eat green, but it’s not very common. I don’t know why we go bonkers about it – it may have something to do with seasonality, i.e. scarcity – but we absolutely love it.

And every region has its prime cultivation area. When I lived in Berlin, Beelitzer Spargel was the toast of the town. In Cologne, my impression is that the trend is more towards specific farms such as Beller Spargel. Buying straight from the supplier is the dernier cri in the middle class Gen X community, of course.

The classic recipe is boiled asparagus with potatoes, cooked or raw ham, hollandaise sauce or melted butter and chives. But there are also wonderful variations in the form of salad or risotto. For an easy meal, I recommend buying peeled asparagus (you can take the peel home too if you’re keen on using every part of the plant, and make soup from it), wrapping 4 to 6 spears in aluminium foil with some butter, salt and chives (making an air-tight package with some air inside it) and baking it in the oven (around 190 °C) for just under 30 minutes. This preserves the juicy flavours best. You can replace the potatoes with savoury pancakes (a variety from the Baden region a friend once revealed). The hollandaise sauce you can buy in a pack is just fine (Lukull is my preferred brand). So now you’re ready to take on your truly German culinary adventure.

Unfortunately, there is a small downside. As hinted above, asparagus, white or green, makes your pee smell. Not everyone’s. Some asparagus consumers are more equal than others. And some are even lucky enough to lack the gene to smell the putrid stench. But the phenomenon is known as (I love this German term) Uringeruch nach Spargelgenuss, which my giddy linguist friend Sus finds heart-warming pleasure in converting to Uringenuss nach Spargelgeruch.

The smell wears off if you drink lots, though. So here’s a simple recipe for Maibowle, a refreshing, lovely, equally seasonal punch. It requires some preparation and, yes, the woodruff (Waldmeister) is imperative (you can buy that on farmer’s markets or pick it yourself, but make sure it’s not blossoming yet; and it freezes well) – but the result is rewarding. Enjoy!

And next time, let’s take a stroll down Fleet Street …

The Pommes Buddha says: Only smelly pee is good pee.

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Hörnchenfieber

European red squirrel with hazelnut, clean green background, Czech republic, Europe

In meinem Auslandssemester in London traf ich im Hyde Park zum ersten Mal auf in meinen Augen riesige graue Eichhörnchen. Wir hielten diese damals für Ausnahmeerscheinungen. Erst als mein englischer Ehemann in Deutschland zum ersten Mal ein (rotes) Eichhörnchen sah und gleich das Statistische Tieramt, oder was immer das deutsche Äquivalent des JNCC ist, benachrichtigen wollte, wurde mir klar, dass es sich beim grauen Pelz wohl um die Serienausstattung britischer Hörnchen handelt. Ein Abriss der deutschen und britischen Hörnchenkultur …

Die großen, grauen Eichhörnchen, im Deutschen „Grauhörnchen“, kommen ursprünglich aus den USA und wurden laut Wikipedia 1889 vom Menschen in England eingebürgert. Im Süden von Großbritannien haben sie die roten Eichhörnchen inzwischen fast ganz verdrängt. Lediglich in Schottland trifft man die roten Nager auch heute noch häufiger an.

Das Wort Eichhörnchen wurde trotz ursprünglich anderer Herkunft schon früh an die Wörter „Eiche“ (oak) und „Hörnchen“ angelehnt, welches wiederum auf die Benennung von tierischen Geweihen (im Englischen ebenfalls horn) zurückgeht. „Hörnchen“ kann jedoch im Deutschen vielerlei bedeuten. In der Umgangssprache wird eine „Beule“ am Kopf gern als „Hörnchen“ bezeichnet. Ein „Hörnchen“ kann man aber auch essen – entweder in Form des Butterhörnchens aus Hefeteig oder der französischen Croissants oder als Eiswaffel. Um haarige Probleme zu vermeiden, gilt es bei der Aussprache genau zu unterscheiden: „Eichhörnchen“ oder „Eishörnchen“ (ice cream cone). Bei Kindern unter etwa drei Jahre heißt beides „Eishörnsen“.

Die Italiener lieben ja übrigens Teighörnchen mit Cremefüllung, cornetti genannt, nach demselben Wortursprung. Demnach geht der Markenname Cornetto ebenfalls auf das italienische Wort für „Hörnchen“ zurück.

Und dann gibt es noch Hörnchennudeln und die Kartoffelsorte „Bamberger Hörnchen“. Und im nicht-kulinarischen Bereich die Fahrradlenker-Erweiterungen.

Eichhörnchen heißt übrigens squirrel auf Englisch. Das gibt’s auch als Verb. Im Deutschen bezieht man to squirrel away auf ein anderes Tier und nennt es „hamstern“. In der Umgangssprache gibt es auch den Ausdruck squirrel fund, der sich analog zu der Überwinterungsmetapher auf Geld bezieht, das man für schlechte Zeiten beiseite schafft.

Die Österreicher, die für so einige Dinge viel süßere Wörter haben als die Deutschen, nennen das squirrel übrigens Eichkatzerl (gesprochen: „Oachkatzerl“). Wie wunderbar! Wer das nicht mag, ist ein Hörnchenochse. Übrigens würde mein englischer Ehemann hier sagen: „Österreichisch klingt wie wenn ein Inder Deutsch spricht.“

Und nächstes Mal geht’s um ein sehr deutsches Gericht, das gern mit Bamberger Hörnchen serviert wird.

Der Pommes-Buddha sagt: Im Becher oder im Hörnchen?

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How to become a German

Weier, deutscher Spargel mit glatter Petersilie auf Holztisch

It’s happened! My valuable source of English quirkiness is henceforth lost. I regret to inform you, dear readers, that Mr K, formerly known as ‘My English Husband’, has now reached the ultimate stage of naturalisation. On Wednesday, 6 April 2016, at 11:49 hrs, he bought a Jack Wolfskin all-weather jacket. Meanwhile he has received a ‘welcome-to-the-club’ letter from Angie.

So, I said, ‘So now that you’re a proper German, do some German things! He came up with quite a few. Here’s a to-do list for those among you who are still practicing.

  1. Use ‘Na?’ as a universal greeting.
    Never underestimate the power of this Tardis of a word. It may only have two letters, but depending on the length and intonation of the vowel – which, believe you me, can be stretched to the duration of a cricket match – as well as the facial expression going with it, it can mean anything between Whaddup? and Wipe that cheeky smirk right off your face, you bum! You still owe me an apology for standing me up last Tuesday! Again, German is easier than you think. Some more examples of what ‘na’ may stand for:
English German
Good morning. Na?
How are you? Na?
Fancy seeing you here. Na?
Good to see you. How did your date go last night? Na?
Does that Matjesbrötchen still repeat on you? Na?
How’s work going? Na?

 

  1. Find something to moan about.
    Anything. There’s always something. The weather: it’s always too hot or too cold. Das gibt’s doch nicht!
  2. Give a stranger a hard time out of the blue.
    Preferably, yell at a child riding his bike on the pavement, ‘Das hier ist ein Bürgersteig und kein Radweg!’
  3. Confirm any piece of information saying ‘Genau!’
    The Germans’ favourite word ever.
  4. Do The Pout.

For more advice, turn to How To Be German In 20 Easy Steps.

Then again, my German husband still drinks his tea with milk and comments on our little one’s bowel movements with ‘My word, what a ripper!’ And, to be fair, he only bought the Jack Wolfskin fashion item at the recommendation of Which? magazine. Perhaps he may still be blog material after all …

See you next week, bright-eyed and bushy-tailed.

The Pommes Buddha says: Ich habe keine Zeit.

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Der Klang von Musik

Historic city of Salzburg with Salzach river in summer, Salzburger Land, Austria

Aus einem der ersten Wanderurlaube mit meinem englischen Ehemann erinnere ich mich ganz besonders an eine Szene. Wir spazierten durch eine Postkartenidylle: rollende Hügel, saftig grüne Wiesen und, in der Ferne, die majestätischen Berge. Erfasst von dieser Schönheit breitete Herr K. seine Arme aus, drehte sich um sich selbst und begann zu singen The Hills Are Alive With the Sound of Music … Ich fragte ihn, was das für ein Lied sei.

„Wie, was das für ein Lied ist???“, sprach er entsetzt. „The Sound of Music!!! “ – „Kenne ich nicht, “ erwiderte ich. Er war fassungslos. The Sound of Music kennt doch jeder!!!

Hierzu ist Folgendes zu sagen: Wer im anglo-amerikanischen Sprachraum aufgewachsen ist, hat den Film The Sound of Music von 1965 in der Regel nicht nur gesehen, sondern gewissermaßen mit jeder Pore seiner Haut aufgesogen. Er gehört, ähnlich der Feuerzangenbowle hier, zum gefeierten Kulturgut und ist so gut wie flächendeckend bekannt. Seit ich The Sound of Music gesehen habe, habe ich in unzähligen zeitgenössischen Filmen und Serien Anspielungen darauf entdeckt oder Lieder daraus gehört. Beispielsweise singt Ruth in einer späteren Folge von Six Feet Under das Stück Favourite Things aus dem Film.

Nun, der Film lief damals auch in Deutschland. Doch verziehen sei dem geneigten Kinogänger, der hinter dem deutschen Titel Meine Lieder, Meine Träume nicht unbedingt ein bahnbrechendes Ereignis der Filmgeschichte vermutete und somit fernblieb. Veranlasst hat der geringe Bekanntheitsgrad des Films Barbara Litzlfellner, dessen Unkenntnis als eines von 26 untrüglichen Zeichen dafür zu sehen, dass man in Deutschland geboren und aufgewachsen ist. (Ihre Liste ist übrigens ein gelungenes Abbild der deutschen Mentalität.)

The Sound of Music ist ein Epos. Als deutscher oder österreichischer Zuschauer mag man versucht sein, das Werk ob der Bergkulisse von Salzburg und der scheinbar seichten Dialoge im Genre des Heimatfilms zu verorten – doch dies würde der Komplexität des Films nicht gerecht. Inszeniert wie eine Oper, behandelt er zeitlose Themen wie Unangepasstheit, Konfliktbewältigung und politischen Widerstand, und bleibt somit individual- wie gesellschaftspsychologisch äußerst relevant.

Der Reichtum an Figuren und Themen bietet zudem Rezipienten jeden Alters ein breites Identifikationspotential. Meine vierjährige Tochter ist nahezu besessen von dem Film, der selbst Die Eiskönigin von ihrem Thron zu stoßen vermochte. Sie singt die Lieder rauf und runter, unermüdlich, Tag und Nacht.

Ähnlich gelagert ist der Fall übrigens bei dem in Deutschland um Einiges bekannteren Film Der Zauberer von Oz. Dieser hat im englischsprachigen Raum ebenfalls eine Art Kultstatus erreicht. In England wird er traditionell an Weihnachten geschaut.

Und nächste Woche erzähle ich Euch, wie man so richtig deutsch wird!

Der Pommes-Buddha sagt: Musik lässt Berge beben.

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Raven mothers

Garden snail reaches for a drop of dew on the grass

The other night I went out with a new German friend who had not long returned after living in the US for several years. When I asked her how she found life in Germany, she said the most difficult thing to do here was being a mother. I was intrigued and asked her to elaborate…

‘Well,’ she said, ‘in the US both my children went to daycare from the age of six months. Daycare closed at 6pm, and that’s when I picked them up. Once a week, our babysitter would pick them up and put them to bed while my husband and I went out. This was perfectly normal. In Germany, the Kita closes at 5:15pm. If I pick up my daughter at 4:45pm, she’s one of the last children there.’

So we established there was a certain undercurrent of ‘expected motherly duty’ in German society that causes mothers to be extremely hard on themselves – and judgemental about one another. In Germany, it is not uncommon for complete strangers to comment on your childrearing practices.

Another German friend living in Belgium reports that, there, it is perfectly common for your child to go to crèche from the age of three months. This seems to be the case in most European countries. According to the public study Familienleitbilder from 2015 on how parenthood and family are perceived in Germany, more than 80% of Germans reckon it is not okay for an 18-month-old child to be in care for more than 6 hours a day.

We Germans seem to be unable to shed our quintessentially patriarchal image of motherhood. We even have a word for ‘underperforming’ mothers: Rabenmütter.

On the other hand, there may also be surprisingly positive aspects about being a parent in Germany, as American mum Sara Zaske writes in TIME magazine. I recommend Tom Hodgkinson’s The Idle Parent for further reading.

Should you ever be tempted to think of yourself as a Rabenmutter, or Rabenvater, I invite you to adopt my four-year-old’s pragmatic view. In an episode of classic cartoon series Biene Maja, a snail, upon urging her young to venture out into the world on their own, was dubbed a Rabenmutter. My daughter cast a skeptical glance at the telly and declared, ‘Das ist keine Rabenmutter, das ist eine Schneckenmutter!’

Next week, learn which classic of film history most Germans don’t know.

The Pommes Buddha says: You’re not a raven mum, you’re a human mum.

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Tawhydee

Bus rural Australia

Ich werde nie vergessen, wie ich das erste Mal in Australien in einen Bus stieg. Ich war Mitte Zwanzig, hatte in den Studiengängen Dolmetschen und Übersetzen Englisch studiert und schon einige Zeit als Übersetzerin gearbeitet. Man könnte sagen, ich war des Englischen mächtig. Als ich mich nach dem Fahrpreis erkundigte, hörte ich nur „tawhydee“. Das musste eine Zahl sein. Aber welche?

Dialekte stellen nicht nur Touristen und diejenigen, die ohnehin nicht firm in einer Sprache sind, regelmäßig vor große Herausforderungen, sondern auch Sprachprofis.

Es gibt Akzente, die einem nicht liegen. Indisches Englisch zum Beispiel kann eine große Herausforderung sein. Zum Glück arbeitet man als Dolmetscher immer zu zweit. Dies dient nicht nur der körperlich-geistigen Regeneration, sondern stellt auch sicher, dass in Notsituationen einer für den anderen einspringen kann.

Doch nicht nur native Akzente bereiten Probleme. Gerade das oft unterschätzte Englische wird bei internationalen Veranstaltungen gerne als Lingua franca genutzt und somit häufig von Nicht-Muttersprachlern gesprochen. Dabei wird angenommen, es vereinfache die Kommunikation, wenn alle dieselbe Sprache sprechen, doch nicht selten ist das Gegenteil der Fall. Konfrontiert mit so manch deutschem Akzent oder Satzbau verstehen all diejenigen, die des Deutschen nicht mächtig sind, dann nichts mehr – einschließlich Englisch-Muttersprachlern.

Aber was macht man als Dolmetscher, wenn man kein Wort versteht? In Dolmetscherkreisen kursiert der urbane Mythos über einen Kollegen, der einst eine englische Tischrede eines chinesischen Delegierten zu dolmetschen hatte. Der Redner begann zu sprechen, und schnell wurde klar, dass er kein Wort Englisch konnte und versuchte, die Rede phonetisch abzulesen. Die Anwesenden schauten sich betreten an. Niemand verstand auch nur ein Wort. Dann war der Dolmetscher an der Reihe. Er stellte sich vor die Gruppe und hielt eine beeindruckende Rede über die deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen. Am Ende gab es Applaus und Dank und alle waren zufrieden. In einem ruhigen Moment kam einer der höherrangigen Delegierten der deutschen Seite auf den Dolmetscher zu und beglückwünschte ihn zu seiner Leistung – er selbst habe kein Wort verstanden und es sei ihm ein Rätsel, wie dies dem Dolmetscher gelungen sei. Was niemand ahnte, war, dass der Dolmetscher auch kein Wort verstanden hatte. Er hatte auf sein durch Vorbereitung und Erfahrung erworbenes kulturelles und politisches Hintergrundwissen zurückgegriffen und schlicht improvisiert, um den chinesischen Delegierten nicht bloßzustellen.

Zum Glück kommt es äußerst selten vor, dass wir als Dolmetscher nichts verstehen. Zum Einen beugen wir vor, indem wir unser Ohr gern und täglich an immer neue Akzente und Dialekte gewöhnen. Zum Anderen ist es nicht unbedingt notwendig, jedes einzelne Wort zu verstehen, da man mit der Zeit lernt, vortrefflich zu antizipieren. Oft genug weiß man also schon vor der Rednerin selbst, was diese sagen wird, und kann vermeintliche Lücken recht gut füllen.

Zurück zu „tawhydee“. Am ehesten konnte ich mir vorstellen, dass es twenty hieß. Aber zwanzig Dollar war zu viel. Vielleicht zwei Dollar zwanzig? Die legte ich hin. Die Busfahrerin schaute mich immer noch wie versteinert an und wiederholte: „Tawhydee!“ Also legte ich noch einen Dollar dazu. Ich bekam zwanzig Cent zurück. Ah! Two-eighty! Zwei Dollar achtzig!

Und hier findet Ihr eine schöne Auswahl britischer Akzente zum Üben: http://www.weloveaccents.co.uk/.

Nächste Woche geht’s um ein deutsches Phänomen.

Der Pommes-Buddha sagt: Gut präpariert ist halb verstanden.

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The name

Two businesspeople in office with a handshake.

At times, the smallest word can make a world of difference. We’ve looked at the indefinite article before (‘Ich bin ein Berliner’). Today, let’s look at the power of the definite article. Not thrilled? Wait ‘till you meet Birgit!

Imagine you’re a Brit who’s just moved to Germany. On your first day at work, you meet the colleague with whom you’re going to share an office. She smiles at you, extends her right hand and says, ‘Ich bin die Birgit.’ The Birgit??? What Birgit? ‘If she’s the Birgit, why have I never heard of her before,’ you will rightly wonder.

To all other readers, whose native language is not English, it’s helpful to know that, in certain contexts, the definite article can equal a label of universal significance. It denotes something or someone of which or whom there is only one at a time in the world. Like the Dalai Lama, the Pope or the Pommes Buddha.

In colloquial German, however, it is rather common to place the definite article in front of a name. This conveys an air of, often anticipated, familiarity. It makes the situation more casual and the other person feel more at ease. You would never siezen die Birigt. (Compare the once-popular song Ich bin der Martin ‘ne.)

It’s not compulsory, of course. Many Germans use their name without an article. This can be confusing if the name of the person introducing herself sounds like it starts with a definite article. If you hear, ‘Ich bin Dilara,’ you may identify it as die Lara. The same is true for Diana (die Jana).

By the way, the pronunciation of the in English (/ðə/ vs /ði/) is largely a matter of emphasis. To lend special weight to a word, say /ði/ (‘thee’), otherwise /ðə/ (‘tha’).

The variant /ði/, however, is also used whenever the subsequent noun starts with a vowel sound (ocean, end, internet ‒ but not year, ewe or Europe because the starting sound in all these cases is /j/).

In these cases, the indefinite article, too, changes from a to an. In this respect, I love the grammatical consistency of Cockney, the London accent. Londoners drop the letter h at the beginning of virtually every word, turning words such as history, hotel, house etc. into words beginning with a vowel sound. Consequently, they say an ‘ouse instead of a house. That’s just brilliant!

So, here’s a new entry for your book of the most German phrases ever. Next time you want to come across particularly German, just say, ‘Aber der Dieter hat gesagt, ich soll das so machen!’

Next week let’s meet a very special Australian bus driver.

The Pommes Buddha says: My favourite band? The The. The who? No, The The.

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