Arschquietschzeit

Red stadium seats

Arschquietschzeit

Manchmal entdeckt man in einer fremden Sprache ein Wort, das in der eigenen Sprache fehlt und das genau passend ist, für das, was man ausdrücken will. Geht das auch anderen Sprachnutzern so und bürgert sich dieses Wort dann in der eigenen Sprache ein, so nennt man dies ein „Lehnwort“. Ich möchte an dieser Stelle eine Lanze brechen für die Entlehnung des wunderbaren Ausdrucks squeaky bum time (wörtlich „Arschquietschzeit“). Aber welcher Arsch quietscht da und warum?

Laut der Webseite phrases.org.uk wurde dieser Ausdruck 2003 während der heißen Phase der britischen Premier League von Sir Alex Ferguson, damals Trainer von Man U, geprägt. Die rivalisierenden Fußballclubs Arsenal und Manchester United waren damals beide Kandidaten für den Ligasieg. „Fergie“ kreierte diesen Ausspruch, um die nervenaufreibende Stimmung zu beschreiben, bei der die Zuschauer mit ihren angespannt verschwitzten Hintern auf den Plastiksitzen hin‑ und herrutschen.

Ehrlich gesagt dachte ich bei dem Ausdruck im Zusammenhang mit der Erklärung, es handele sich um die spannende letzte Phase eines Wettkampfs, insbesondere wenn es ein Kopf-an-Kopf-Rennen gibt, zunächst an einen Hintern, der so in die Enge gequetscht ist, dass es beim Furzen quietscht. Nun, wie auch immer – die Worte lassen einprägsame Bilder entstehen. Und sie sind in England wirklich zum geflügelten Wort geworden, das rege Verwendung findet.

Auf Deutsch würde man in so einer Situation sagen „Jetzt geht’s um die Wurst“, „Jetzt gilt’s“ oder „Was für eine Zitterpartie!“. Aber keiner dieser Ausdrücke spiegelt eben genau alle Aspekte der Arschquietschzeit wider, geschweige denn das einprägsame Bild eines nervös schwitzenden Hinterns auf einer Stadionsitzschale.

Im Englischen gibt es allerhand deutsche Lehnwörter wie blitzkrieg, zeitgeist oder Weltschmerz (letzteres seltsamerweise auch im Englischen als einziges großgeschrieben). Man könnte sich jedoch noch so einige andere vorstellen – ohrwurm, hexenschuss, geisterfahrer, heimat, fremdschämen … (Mehr schöne deutsche Wörter findet Ihr übrigens auf http://deutschwortschatz.de/.) Und über eines von ihnen sprechen wir nächste Woche.

Der Pommes-Buddha sagt: So manches Wort passt wie Arsch auf Eimer.

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Gobbledegook

symbolic picture for gobbledygook

Learners of German have quite a cross to bear. Not only are they studying a language with complicated grammar and tons of irregularities and exceptions, but they are also incessantly told so by pitying native speakers of that language. Now here’s something new. Even German has a silver lining! Read on, and I’ll let you in on a big secret.

The secret is: even Germans don’t understand German – because it’s not necessary to understand it. German is all about smoke screens and mirrors. It sounds disarmingly professional and convincing. However, most of the time, people are not entirely sure what they’re talking about.

The best example of this are compound nouns. As Paul Sullivan illustrates in his text How to piss off a German (‘Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz’), these words can get quite long in German.

And legal German is even worse. Let’s take a real-life example. When, during my interpreting work for patent law firms that I frequently do, I first came across the expression ‘immaterialgüterrechtlicher Zweckübertragungsgrundsatz’, I had, quite frankly, no idea what that means, even in my own language. So what did I do? I asked someone who is in the know.

When my more senior colleague Obi Wan explained it to me, I realised that, to translate German into English, you must first dissect and analyse it. In this respect, English is much more precise. In English, this expression reads something like ‘the principle of special-purpose transfer under intellectual property law.’ Suddenly, all references are clear. It’s magic!

By implication, this means, my poor, suffering learners of German, that there’s light at the end of the tunnel. You can translate complex English concepts into German by simply condensing them into the longest-possible compounds. Easy-peasy! ‘Our jam contains large amounts of freshly-picked fruit’ will single-handedly become ‘Wir bieten pflückfrische Vollfruchtmarmelade’ (a tribute to Loriot).

English, however, is often underrated and misunderstood. Especially Germans seem to judge the quality of a German-English translation by the exact number of words that match and think if a text is intellectually comprehensible it does not dignify the Fachlichkeit of the original.

Here lies the major difference between the two cultures: academic or scientific texts in German are expected to impress by their complexity while in English they are supposed to be accessible to as vast a readership as possible. Encryption vs decryption.

For those interested in the dynamics of technical texts in English, I recommend Prof. Dirk Siepmann’s book Wissenschaftliche Texte auf Englisch schreiben (2012, Stuttgart, Klett) for further reading.

Next week, we’ll get squeaky.

The Pommes Buddha says: Your water pipes will love zerstörungsfreie Rohrleckortung.

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England gegen Deutschland

Travel destination and journey luggage concept, stack of suitcases in colors of national flags of european countries isolated on white background

Neulich fragte mich eine meiner treuen Leserinnen, ob ich eigentlich gerne in England wohnen würde, da ich doch immer nur Gutes über England und Schlechtes über Deutschland schriebe. Hm. Stimmt es wirklich, dass hier einem der beiden Länder Unrecht getan wird? Oder beiden? Was ist besser: England oder Deutschland?

Ohne hier nun eine Punktestatistik der bisherigen Blog-Einträge zu erarbeiten, will ich ihre Bemerkung würdigen und annehmen, dass dieser Eindruck auch bei anderen Leserinnen entstanden sein könnte.

Drei Erklärungen gäbe es vielleicht, sollte doch England oft besser weggekommen sein. Zunächst mein Empfinden, dass wir Deutschen uns nicht gerade durch große Bescheidenheit auszeichnen und wohl kein weiteres Bauchpinseln mehr nötig haben. Hier möchte ich mir jedoch gleich selbst widersprechen und sagen, dass dies eine sehr verallgemeinernde Ansicht ist, die nur aus marginalen Begegnungen im Ausland herrührt und sich eigentlich nicht einmal mit meinen Erfahrungen im persönlichen Umfeld deckt. (Sehr introspektiv, der heutige Text!)

Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass sich unsere nationalen Identitäten (oder zumindest deren kleinster gemeinsamer Nenner) unterscheiden. Als Deutscher ist man es gewohnt, auf der Weltbühne wahrgenommen und respektiert zu werden. Mein Mann hingegen findet, als Engländer fristet man ein Underdog-Dasein. Man kommt von einer kleinen Insel, die niemand richtig ernst nimmt. – Ach, Schnuffi, so ist es gar nicht! Aber offenbar wird es von vielen Briten so empfunden.

Der zweite Grund könnte der Effekt der Kirschen des Nachbarn sein, die immer süßer erscheinen als die eigenen (auf Englisch „The grass is always greener (on the other side of the fence)“). Das, was man hat, schätzt man weniger als das, was Andere haben.

Der dritte Grund ist der, dass es im Kontext eines interkulturellen Blogs naheliegt, mit Klischees zu spielen und diese bisweilen überspitzt darzustellen, da darauf vertraut werden kann, dass die geneigten Leser schon wissen, wie sich das in Wirklichkeit verhält (bzw. hat ja jede ihre eigene Wirklichkeit). (Nein, nicht alle Deutschen sind pünktlich, ernst und größenwahnsinnig.)

In England oder Deutschland leben? Am Schönsten wäre es, wenn beides ginge. Aber am Zweitschönsten ist es, in einem schönen Land zu leben und dieses andere schöne Land so oft wie möglich besuchen zu können. Ein Eintauchen in beide Kulturen – das genieße ich als großes Privileg.

Natürlich wird die existenzielle Frage „England oder Deutschland?“ auf die Spitze getrieben, wann immer sich die beiden Länder in einer wichtigen internationalen Sportveranstaltung begegnen. Mein Mann versucht regelmäßig, unsere Kinder zu indoktrinieren, zu England zu halten. Finde ich okay, weil wir ja dafür immer gewinnen! Hi, hi!

Also: Im Rennen England gegen Deutschland gibt es nur Sieger! Damit ein wundervolles neues Jahr! Und nächste Woche geht’s nach den gesellschaftsphilosophischen Betrachtungen gleich weiter mit sprachphilosophischen.

Der Pommes-Buddha sagt: Dengland ist das schönste Land!

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Schöne Bescherung

Tannenbaum in stimmungsvoller Schneelandschaft

When days grow short and snowflakes fall (not!), many people like to snuggle up in cosy cotton and enjoy a cuppa. Others prefer to explore a different kind of Gemütlichkeit abroad. One of the big German winter tourism attractions are the Christmas markets, the most famous one being the Christkindlesmarkt in Nuremberg. But who or what is Christkindle and how do Germans celebrate Christmas? Let’s take a peek …

Historically, in Germany, 6th December (St Nicholas Day) was the day when Christmas presents were given. This tradition changed in the 16th century when the Protestant movement, turning away from the cult of the saints, focused on the Christkind (literally ‘child of the Christians’, i.e. Jesus) as the bearer of good tidings, and henceforth the Bescherung (handing out of presents) took place on 24th December. (See Wikipedia.)

Yes, we know Jesus was born on 25th December. But if you’ve lived in Germany for a while, you’ll know that Germans like to reinfeiern, meaning to start celebrating the night before an actual event and work up to a midnight climax when ditties are due and gifts are given.

And, as many things in Germany, celebration is serious business. The Bescherung must not take place before 5pm. (My English husband cringes in agony and disbelief at the idea of having to wait the entire day to open presents, especially as a child.) And we dress festively. And we don’t wear silly hats or use other paraphernalia such as Christmas crackers.

Dear Germans, be aware that, in England and many other countries, Christmas presents are given on the morning of the 25th December and unwrapped bum-style, i.e. in pyjamas. Most of these presents, the children are told, are deposited through the chimney by Santa, or Father Christmas.

The little ones traditionally leave a glass of milk and a mince pie on the side for Santa and a carrot for Rudolph (the red-nosed reindeer), as these two appreciate a small break and some refreshments on their tiresome journey. Miraculously, the milk will be drunk and the mince pie and carrot half-eaten in the morning!

These days in Germany, the question of whether presents are brought by Christkind or Weihnachtsmann is largely a matter of personal (or intra-familial) preference. My sister and I waited impatiently outside the living room door until we heard ‘the bell.’ Then my mum would say, Das Christkind war da, and explain that this angel-like creature had just flown back out of the window.

Today, my husband and I find it easier to hop on the Weihnachtsmann bandwagon, as this is also the prevailing notion at nursery school and in our children’s friends’ families.

No matter how you celebrate, dear readers, have a very merry Christmas!

Next week, witness the ultimate end-of-year showdown: England vs. Germany!

The Pommes Buddha says: You’d better watch out! You’d better not cry!

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Pantomime auf Englisch

Weihnachtsfreude

Als ich mein erstes Weihnachten bei meinen Schwiegereltern in Großbritannien feierte, kam in der Planungsphase die Frage auf, ob wir uns ein panto-Theaterstück ansehen wollen. „Was ist panto?“ fragte ich meinen Gatten. Pantomime,“ antwortete dieser. Ah! Pantomime. Das kenne ich. Oder … ?

Für Deutsche bedeutet der Begriff „Pantomime“ so viel wie „stummes Theater“. Die Schauspieler stellen alles ohne Worte dar und kommunizieren ausschließlich durch Mimik und Gestik. Klassisch stellt man sich hierzu eine Figur in schwarzer Kleidung mit weißen Handschuhen und einem weiß geschminkten Gesicht vor.

Wer sich in dieser Erwartung Karten für ein englisches panto-Stück kauft, wird im besten Fall überrascht, im schlechtesten Fall entsetzt sein. In der britischen Weihnachtssaison bezieht sich das Wort pantomime auf das krasse Gegenteil des deutschen Begriffsinhalts: eine zotige, schrille, bunte Inszenierung eines Märchens mit gesprochenem Wort, Gesang und ritualisierter Publikumsbeteiligung.

Es handelt sich um eine sehr britische und dort traditionelle Form des Theaters, die Unterhaltung für die ganze Familie zu bieten beabsichtigt. Über kindliche Sprache und Bühnenbilder hinaus verstecken sich oft auch Anspielungen und Humor, die nur Erwachsenen zugänglich sind.

Zur Tradition gehört es, dass mindestens eine der führenden weiblichen Rollen (meist die einer unsympathischen Figur) von einem Mann gespielt wird. Dies erinnert zwar, wie die audience participation, an die Rocky Horror Picture Show, darf jedoch keinesfalls mit Travestie verwechselt werden. Vielmehr ist dies Ausdruck einer Gesellschaft, die sich selbst gern auf die Schippe nimmt und in der die Rollenklischees nicht nur im Theater weniger starr sind als dies in unserem Land noch der Fall ist. (Wunderbar kompatibel ist diese Haltung übrigens mit dem Kölner Karneval. So feierte mein Ehemann diesen bereits diverse Male als betont schwache Kopie von Königin Elisabeth II. (mit Drei-Tage-Bart).)

Schillernde Kostüme à la Priscilla, Disneyeske Bühnenbilder, Männer in Frauenkleidern, ein kreischendes Publikum. Im Deutschen kommt mir für diese Art der Unterhaltung das schöne Wort „Klamauk“ in den Sinn. Für viele Engländer gehört dieses Theatererlebnis an Weihnachten einfach dazu. Andere rümpfen über diese eher ordinäre Form der darstellenden Kunst die Nase. Fakt ist: Wer Karneval mag, wird panto lieben! Einfach mal den geistigen Anspruch über Bord werfen und von der Stimmung mitreißen lassen. Natürlich gibt’s da von Produktion zu Produktion auch Qualitätsunterschiede. Aber wie Eltern wissen, sinkt die eigene Schmerzgrenze in nachgerade absurde Tiefen im Austausch für ekstatisch funkelnde Kinderaugen.

Nächste Woche gibt’s noch mehr, das Kinderaugen zum funkeln bringt.

Der Pommes-Buddha sagt: He’s behind you!

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Nimble fingers

Zwei Hnde drcken die Daumen

This week’s text is a sequel to my German entry Fingerfertigkeit. Have you ever seen a German shake their fist at someone? No, I don’t mean in the menacing wait-till-I-get-you! kind of way of James Bond villains. I mean in a kind, encouraging manner, smiling and wishing the other person luck. How does the luck get into the fist is what you’re asking? You’ll find out in a minute.

Well, first of all, it’s not a real fist. It’s a fist that as a child in my first ju-jitsu class my teacher told me not to make, i.e. one with the thumb inside all your other fingers. If you punch someone like this, you’ll sprain, if not sever or worse!, your thumb. This type of fist is referred to as Daumen drücken (‘pressing thumbs’) in German. And it’s not a fist for fighting. It’s a fist for wishing.

A Canadian friend, who suggested this gesture as a blog topic, said when she first heard this expression, she was not sure what to imagine. She thought perhaps people pressed their extended thumb against the thumb of their other hand – or someone else’s.

It’s not clear where the thumb-pressing comes from. In one of its episodes, the popular children’s TV show Wissen macht Ah! by regional broadcaster WDR, which explains all kinds of phenomena and is generally a good source of information for learners of German, explains a thing or two about Daumen drücken.

For those Germans who haven’t (Brit slang alert!) cottoned on: Brits, Canadians and Americans (and certainly many others) don’t ever press their thumbs for any reason. When they wish someone luck, they cross their fingers. So when you mean to say ‘Ich drück’ dir die Daumen!’ to native speakers of English, you need to make an entirely different gesture (cross index and middle fingers) and say, ‘Fingers crossed!’

This gesture, which is said to be based on the Christian symbol of the cross, is not unknown to Germans. We use it to secretly break a promise we make (this being a common variety of use in several English-speaking countries as well) or to emphasise that two people are really close or get on very well (‘Die sind so!’).

Wieder was gelernt, as your German friends will say. Or Man lernt nie aus – you live and learn. Well, fingers crossed you’ll know who’s behind you next week!

The Pommes Buddha says: It’s not evil. It’s magic.

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Seitenverkehrt

Pedestrian zebra crossing in London

„Drive on the left, drive on the left, drive on the left.“ Dieser Satz wird zum Mantra, wann immer wir in Folkstone den Shuttlezug des Channel Tunnel verlassen. Wer zwischen Kontinentaleuropa und Großbritannien hin‑ und herreist, muss sich immer wieder an die korrekte Fahrtrichtung erinnern. Auch meinem englischen Ehemann passiert es nach Jahren noch, dass er an der falschen Seite ins Auto steigen will. Doch nicht nur der Straßenverkehr ist in England irgendwie anders (siehe Verkehrserziehung auf Englisch) …

Nicht nur als Autofahrer muss man auf der Insel genau achtgeben, wenn man Rechtsverkehr gewohnt ist – auch als Fußgänger kann es verwirrend sein, dass die Autos aus der anderen Richtung kommen. In London und anderen Städten wird der Fußgänger an Überwegen vorsichtshalber durch einen Hinweis mit Pfeil am Fahrbahnrand entsprechend instruiert („LOOK LEFT“ bzw. „LOOK RIGHT“). Es gibt durchaus Zustände, in denen auch ein Brite dankbar für diese Anweisung ist.

Bewegt man sich zu Fuß auf englischen Bürgersteigen, so wird man feststellen, dass entgegenkommende Passanten, analog zur Fahrtrichtung auf den Straßen, intuitiv nach links ausweichen, wohingegen sie dies in unseren Breiten eher nach rechts tun. Kollisionen vorprogrammiert!

Doch auch zu Tisch wird der aufmerksame Europäer seltsam anmutende Handgriffe beobachten können. Schließt mal kurz die Augen und stellt Euch vor, wie Ihr Suppe löffelt. Nichts dabei, oder? Die Briten machen das jedoch anders. Sie kippen einen so gut wie leeren Teller Suppe meist nach hinten, also vom Körper weg, um den Rest der Flüssigkeit dann mit einer Bewegung auszulöffeln, die ebenfalls vom Körper weg weist. Sieht für uns etwas sonderbar aus – ist aber so!

Eine Sache gibt es jedoch, die in Deutschland und England gleich ist. ÖPNV-Profis werden sofort wissen, wovon ich spreche. Auf allen Rolltreppen beider Nationen gibt es, zumindest in größeren Städten, die (hierzulande ungeschriebene, in London allerorten ausgewiesene) Regel „Rechts stehen, links gehen“. In beiden Ländern werden Pendler ungehalten, wenn Ungeübte die Passage für Eilige auf der linken Seite versperren.

Zum Fahren im Linksverkehr gibt es noch eine Anekdote, wie sie in ähnlicher Form sicher viele zu erzählen wissen. Als Jugendliche machte ich einmal mit meiner Familie und einer befreundeten Familie in England Urlaub. Unterwegs im Mietwagen auf der Straße tippte unsere Freundin ihren Mann, der vorne rechts saß, an und forderte ihn auf, sich mal umzudrehen und sich etwas anzuschauen. Dieser erwiderte entsetzt: „Aber ich fahre doch!“

Aber wehe man ist dann auch noch Linkshänder – dann ist das Chaos perfekt! Und wie dann Daumendrücken geht, sehen wir nächste Woche.

Der Pommes-Buddha sagt: Mein rechter, rechter Platz ist frei …

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Very special bread!

Many mixed breads and rolls shot from above.

When not only one’s heart begins to wander but one’s body eventually follows, one of the items that one misses most when roaming abroad are baking goods. They are different not only in each country but in every region. Let’s look at some German bread specialties.

I understand if foreigners don’t get the idea of Schwarzbrot. My English husband says it’s the devil’s food, and he would only use it to cobble his shoes. Admittedly, I never eat Schwarzbrot on its own. But I love it as an ingredient of one of the best sandwiches ever. Try this: half a white Brötchen with butter and a slice of young Gouda cheese (and it’s pronounced gow-dah [ˈɡaʊdə], not goo-dah [ˈɡuːdə]) topped with a slice of buttered Schwarzbrot. This is Rhineland regional. I grew up on it. (If you don’t love it, Schwarzbrot is really not for you.)

Of course, bakeries in Germany also sell ‘imports.’ Pretzls are not ‘German’ per se, but they come from the country’s southern regions. Bavarians and Swabians will dismiss most of the pretzels sold elsewhere as insufficient. Also, Germans love croissants. But, dear French, don’t expect the French utterly buttery fluffy crispy type. Germans need more substantial croissants.

When I lived in Sydney, there was a German bakery in one of the shopping centres (QVB). As it turns out, German bakeries are a thing. Every self-respecting city in the world now has at least one of them.

And, to top the German-bakery theme off, I love this little story. When travelling in India, my husband went to find a Rough Guide-recommended German bakery in the city of Varanasi. After a longish period of time, the over-obliging Indian staff apologised for his wait and explained that they were preparing to cater for the Dalai Lama (‘Very special day!’). Being familiar with some Indian people’s tendency to, let’s say, amplify certain aspects of a story, Mr K was not inclined to believe the tale. But when the German owner of the bakery confirmed the Dalai Lama was going to visit a nearby village, my husband and his companion decided to go and have a look. They told their tuk-tuk driver they were going to see the Dalai Lama. The tuk-tuk driver looked at them with an incredulous and slightly patronising grin. All three of them stood in a large crowd and, eventually, they did indeed see the Dalai Lama and waved at him frantically (using the opportunity that arose when the ten-odd rows of people in front of them bowed in humility) until he waved back. On the way back, their tuk-tuk driver, overexcited and eyes all a-glow, kept repeating ‘Very special day!’

Next week, it’s all going topsy-turvy. Very special week!

The Pommes Buddha says: Don’t sneeze when eating pumpernickel.

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Der Preis ist heiß

Football ticket card modern design. Vector illustration

Der deutsche Fußball ist in letzter Zeit in aller Munde. Die Nationalelf wurde jüngst Weltmeister, Bayern München startet wieder einmal durch, und nun, neuerdings, bröckelt die Fassade des unantastbaren Kaiser Franz. Während andere über Skandale und schockierende Ereignisse hinter den Kulissen berichten, wollen wir uns an der Basis die angenehmen Seiten des Daseins als Fußballfan in Deutschland anschauen.

Als Bayern München neulich in der Gruppenrunde der Champions League auswärts gegen Arsenal spielte (übrigens heißt es nicht, wie die deutsche Berichterstattung nicht müde wird zu titulieren, Arsenal London), machten die Proteste der Münchener Fans über Ticketpreise in England Schlagzeilen. Die BBC Sport-Webseite berichtet, dass Arsenal mit einem Dauerkartenpreis von 2.013 £ (ca. 2.875 €) der teuerste Club der Premier League sei. Das günstigste Dauerticket liege bei 1.014 £ (ca. 1448 €). (Bei Bayern kostet das teuerste bzw. günstigste Jahresticket laut Webseite 750 € bzw. 140 €.)

Seit Jahren diskutiert man auf der Insel hitzig darüber, dass der Sport sich weg von einem Breitensport und hin zu einem Elite-Ereignis entwickelt, bei dem nicht eingefleischte Fans, sondern desinteressierte Geschäftsleute das Publikum geben. Selbst die günstigsten Einzeltickets für ein weniger prestigeträchtiges Spiel liegen so hoch, dass sie sich der kleine Mann und die kleine Frau kaum noch leisten können (siehe auch: http://www.bbc.com/sport/0/football/29614980). Dies mag auch mit daran liegen, dass es seit Hillsborough in UK keine Stehplätze mehr gibt. Hier stellt sich jedoch die Frage, ob es an der Zeit wäre, Fußballtickets öffentlich zu subventionieren. (Wer hierbei nicht sofort an Humphreys gerümpfte Nase denkt, dem empfehle ich grundsätzlich die geniale britische Politsatire-Serie Yes, Prime Minister und insbesondere Folge 6 der zweiten Staffel, The Patron of the Arts.) Für die weitere Lektüre zum Thema schreibt der Guardian Filching from the fans.

Beim 1. FC Köln liegen Ticketpreise übrigens bei 785 €/115 €. Mr K, dessen Herz in seinem englischen Leben für West Ham United schlägt, hat sich mittlerweile und mit großem Vergnügen zu einem Vollblut-FC-Fan gemausert.

Bei einem Stadionbesuch in Deutschland fällt dem geneigten Engländer sofort auf, dass das Bild auf den Zuschauertribünen, wenn nicht geprägt, so aber deutlich durchzogen ist von Frauen und Kindern. Oft gibt es sogar designierte Familienbereiche. Mein englischer Ehemann bezeichnet Deutschland daher gerne als family football-friendly nation. Es gibt bezahlbare Tickets, Stehplätze und man darf im Stadion Bier trinken. Das Paradies auf Erden für jeden englischen Fußballfan!

Und zum Schluss noch ein Tipp für die coolste Fußballsendung, die das deutsche Fernsehen zu bieten hat: Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs. Unbedingt gucken (auch für Nichtfußballfans)!

Nächste Woche geht’s um ein Paradies für Deutsche.

Der Pommes-Buddha sagt: Im Stadion sind alle Fans gleich, doch manche sind gleicher als andere.

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The land of Me

Euromnzen auf weiem Hintergrund

Have you ever been to a shop in Britain? It’s lovely. First off, Anglo-Saxons have a natural urge to queue. It’s like the click of a buckle – they snap into place, no elbows or headlocks involved. Just like driving in the UK, it is utterly relaxing (when you’re used to German roads). Also, checkout assistants are usually friendly and will exchange a few words or even banter with customers. You think that’s a given? Here’s your pep talk for shopping in Germany.

German people’s behaviour in public spaces is not exactly one of our flagship qualities. Here’s what it is all about (other than the Hokey Cokey, of course):

1. The non-queue
Don your fighting gear. Germans seem to have an inborn itch to come first. The towel-on-the-deckchair phenomenon is not a myth! My English husband always says, the way to a German checkout is like a Formula 1 race. (Especially when a new till opens – a German will not have you snatch the butter from her bread, as the saying goes.)

Once it’s your turn, know that you’re expected to proceed efficiently. Elderly citizens idly counting their small change will be huffed and puffed at, just as will anyone who doesn’t vacate the packing area soon enough, i.e. in a nanosecond. (Sales assistants may even push your shopping out of the way.)

Oh, and we also don’t do common sense, especially not when it comes to queuing. I’ve tried to use it at several instances, and it ended in arguments each and every time. Picture a counter with two checkouts. What will Germans never do? Form one queue. They will form two queues and join whichever one looks shorter.

If you want to force Germans to form one single file, you need to make them take numbers. This worked so well at post offices in the past that these are now the only places in Germany where the system works (meanwhile even without taking numbers).

2. The Wechselgeldschale
This is a very German phenomenon: people avoid body contact with strangers. So to that end (and possibly to make the process of handing back change more efficient as no waiting for human interaction is required), there are trays for change on almost every German shop counter. The money is placed on the tray instead of in the customer’s hand. And if there is no tray, the change will often be placed on the counter for the customer to pick up.

So now you know what we Germans mean when we complain about our own country as Servicewüste Deutschland, a place deserted of service.

Okay, US-American shop assistants may take it a bit too far to the other extreme. A very dear Irish friend of mine was rather startled when, on leaving a boutique in L.A., she heard the salesperson chirp ‘Missing you already!’ When she turned around in confusion, she saw that the young lady in question hadn’t even lifted her head from whatever she was scribbling. L.A. – so blasé.

Next week, we’ll see what’s really good about Germany.

The Pommes Buddha says: Hooookey Cokey Cokey!

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