Kneipentour

Glass of dark beer with candle in pub setting

Habt Ihr schon einmal bemerkt, dass, wo immer man sich in der Welt bewegt, Kneipen immer ein scheinbar vom Rest des öffentlichen Lebens getrennt funktionierender Kosmos sind? Auch wenn man durchschaut, wie die meisten anderen Gesellschaftsbereiche eines Landes funktionieren, wird man doch oft von den ungeschriebenen Gesetzen beispielsweise eines Pubs überrascht. Wie bestellt man also ein Bier in England?

Im Vereinigten Königreich gibt es in Kneipen, genannt pubs (kurz für public house), keine Bedienung an den Tischen. Man geht an die Theke und bestellt. Meist gibt es eine Auswahl mehrerer Biere vom Fass (draught / on tap) sowie ein bis zwei Sorten cider (Apfelwein). Manche Biere (oft die sogenannten ales) werden bei Raumtemperatur getrunken. Alles vom Fass gibt es als pint (knapp 500 mL) oder als half (pint). Ein Bier mit Limonade (in Deutschland je nach Region „Radler“ oder „Alster“) heißt shandy. Man bezahlt gleich an der Theke und setzt sich dann an einen freien Tisch.

In Deutschland kann man in der Regel annehmen, dass in allen Gastwirtschaften, also Restaurants und Kneipen, am Tisch bedient wird. Das Angebot der Biersorten unterscheidet sich regional und reicht von Weißbier bzw. Weizenbier über Pils bis hin zu Kölsch (Köln) und Alt (Düsseldorf), wobei jedes Bier in einem anderen Glas und in anderer Menge serviert wird. Das Kölsch wird in sogenannten Stangen (200 mL) ausgeschenkt. In Brauhäusern ist es Usus, dass ein leeres Glas automatisch durch ein volles ersetzt wird. Will man kein weiteres Kölsch, so legt man seinen Bierdeckel auf das Glas.

Im britischen Pub ist es üblich, so man in einer überschaubaren Gruppe unterwegs ist, dass reihum jeweils einer eine Runde holt. Scheint dies logistisch unpraktisch oder zu teuer, weil es zu viele Gruppenmitglieder sind, so wird oft vorgeschlagen: „Shall we go Dutch?“, das heißt, jeder holt und zahlt sein eigenes Getränk.

An Karneval, wenn die Kölner Kneipen so voll sind, dass Tischbedienung nicht mehr möglich ist, wird das englische System übernommen. Man zahlt an der Theke und holt normalerweise gleich eine ganze Runde. Dazu kann man beispielsweise einen Kranz (siehe Kölsch-Knigge auf der Webseite der StäV) oder einen Meter Kölsch bestellen. (Mehr zur kölnischen Kultur auf www.koeln-lese.de.)

Wenn man im Pub Essen bestellt, tut man dies ebenfalls an der Theke, bezahlt es dort und erhält dann meist einen Gegenstand mit einer Nummer darauf. Das Essen wird an den Tisch gebracht, wobei die Bedienung den richtigen Tisch anhand dieser Nummer identifiziert.

Übrigens, ein kleiner Exkurs ans andere Ende der Welt: In Australien steht auf Pubs oft Hotel. Auf Hotels steht aber auch Hotel. Also Vorsicht: Nicht jedes hotel hat auch tatsächlich Zimmer zu vermieten. „Eine Runde spendieren“ oder „einen ausgeben“ heißt im australischen Englisch (und nur dort!) to shout. Man hört dort also oft „My shout!“ oder „Can I shout you a drink?“

Für die Nachlese zur englischen Kultur empfehle ich auch an dieser Stelle gerne wieder Kate Fox’ Buch Watching the English. The Hidden Rules of English Behaviour. (Siehe Links.)

Das war’s mit unserer kleinen Kneipentour (Englisch: pub crawl). Weiter geht es nächste Woche mit Stimmen aus dem Off.

Der Pommes-Buddha sagt: Das letzte Kölsch war schlecht.

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The Meadow

Bayerische Oktoberfestbreze mit Bier

It’s the world’s most famous beerfest. And it used to be strictly Munich. In recent years, though, in the first weeks of autumn, shop windows all over Germany have been displaying an increasingly higher number of traditional Bavarian costumes. What is this Oktoberfestisation?

I must admit I’m writing as something of an outsider, as I’ve personally never attended the jolly celebration which calls itself die Wies’n (‘the meadow’). It sounds very similar to Cologne Carnival: throngs of people dress up and get drunk, and there’s music and dancing and fun and everybody is BFF with everybody else. And the media only ever show you the Schnapsleichen, those who overdid it and passed out in the street.

In fact, the two festivals are rather compatible. I became BFF for a day with many a Bavarian during carnival. Bavarians think our Kölsch glasses are cute. (Yes, they really do drink out of one-litre [or Maß] glasses!) And we Cologners take quite a fancy to wearing Dirndls and Lederhosen. Be warned, though, fellow citizens of Köln! It may offend Bavarians if their traditional outfits are misappropriated for use as silly carnival costumes. (Yes, I’ve been told off in the past. Shame on me!)

When I asked him if he was planning to visit this year’s Oktoberfest, a colleague based in Munich told me that he would probably end up going perhaps just one night because he was so busy. And what is more, he explained, one had to avoid the Italian weekend (one specific Oktoberfest weekend notorious for having half of Italy visit). Sounds just like carnival. When you live in Cologne (also the name of an excellent micro blog making spot-on contributions to the subject, by the way), you tend to take the big crazy celebrations for granted and not go out every single night like you used to as a student.

What we don’t get about Oktoberfest is that it starts in September. I’m sure there’s a good reason to do with tradition and that the people of Munich are tired of responding to this remark – so let’s leave it at that.

However, as you may or may not know, the perfect symbiosis of Cologne and Munich partying tradition has for a while now been distilled into the 1. Kölner Oktoberfest by one of the city’s large breweries Gaffel (with the tag line ‘… but with real beer!’, meaning Kölsch as opposed to Bavarian beer). What more can you wish for?

And speaking of Köln, if you native speakers of non-German and non-Scandinavian languages think the Umlaut is difficult, hear more about another type of dots next week.

Finally, allow me a personal remark: unbelievably, this blog/podcast will be one year old on 1st October! Thank you to all you lovely and devoted readers and listeners for your support, comments, suggestions and encouragement. It’s been an exciting year, and I look forward to many more!

The Pommes Buddha says: Party on, Wayne! Party on, Garth!

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