Sahnestückchen zum Tee

English Scones, Devonshire style

Welcher Deutsche kennt sie nicht, die schön gedeckte Kaffeetafel mit Kaffeeservice, Kaffekanne auf dem Warmhalte-Stövchen, Kuchen, geschlagener Sahne, Tortenheber und Kuchengabeln. Traditionell bewirtet man so Nachmittags- oder Geburtstagsgäste. Dieses gemütliche Gesamterlebnis wird mit dem stehenden Ausdruck „Kaffee und Kuchen“ bezeichnet. Doch was erwartet einen im Vereinigten Königreich bei einer nachmittäglichen Zusammenkunft?

Nun, eine der beliebtesten Varianten der Teetradition ist der sogenannte cream tea. Hiermit ist nicht nur das Heißgetränk gemeint, das man übrigens in England ausschließlich mit Milch oder Sahne und niemals pur genießt, sondern ein köstlicher Nachmittagsschmaus, in tea rooms gerne auf der möglichst kitschigen Etagere serviert. Neben dem Tee, der in Kürze in einem eigenen Blog-Beitrag behandelt werden wird, kann man sich hier an liebevoll präsentierten scones mit clotted cream und Erdbeermarmelade laben.

Jede dieser Komponenten bedarf eines separaten Kommentars.
1. scone: ein süßes Brötchen mit oder ohne Rosinen; über die korrekte Aussprache des Wortes ist die Nation seit jeher gespalten (je nach geografischer Herkunft und/oder gesellschaftlicher Position [skəʊn] oder [skɒn]); das Brötchen wird aufgeschnitten und mit 2. und 3. bestrichen
2. clotted cream: Streichrahm aus Cornwall oder Devon; besitzt eine frischkäseähnliche Textur und einen Geschmack, der zwischen Butter und Sahne rangiert; wie bei der Aussprache von „scone“ scheiden sich auch hier die Geister, ob man nun zuerst die clotted cream oder zuerst die strawberry jam aufträgt (Egal! Jede der Varianten schmeckt bombastisch!!!)
3. Erdbeermarmelade: Achtung, falscher Freund! Die englische marmalade bezeichnet ausschließlich die recht bittere Orangenmarmelade. Alle anderen Marmeladen heißen jam.

Allgemein spricht man auch vom afternoon tea, bei dem zudem noch kleine Sandwiches gereicht werden. Der high tea, oft auch einfach nur „tea“, hingegen, bezeichnet eine vollwertige Mahlzeit am Abend. Auch heute noch heißt „Abendessen“, insbesondere im Norden von England und in Schottland nicht „dinner“ (oder auf Hochnäsig „supper“), sondern „tea“. „What’s for tea?“ heißt also nicht „Was gibt es zum Tee?“, sondern „Was gibt es zum Abendessen?“ Dann ergibt der Satz „Your tea is in the oven“, der einst in einer deutsch synchronisierten Fassung einer englischen TV-Serie irrtümlich mit „Dein Tee ist im Ofen“ übersetzt wurde, auch Sinn.

Und hier wie immer ein schönes Rezept.

Natürlich gibt’s auf der Insel auch Kuchen, jedoch üblicherweise zum Dessert. Und Kuchengabeln sucht man in der Besteckschublade vergeblich. Kuchen wird mit den normalen großen Gabeln bzw. in gut ausgestatteten Haushalten mit etwas kleineren Dessertgabeln gegessen.

Mehr zum englischen Tee in zwei Wochen. Nächste Woche wird’s erst einmal saisonal brutzelig.

Der Pommes-Buddha sagt: Ob [skəʊn] oder [skɒn], let’s cream tea on!

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Who is Hermann?

Gugelhupf

We all know who Horst is by now. But who or what is Hermann? This similarly typical – I’m tempted to say ‘clichéd’ – German name holds many secrets. The most grassroots one of them shall be revealed today exclusively to you, dear faithful readers of the Pommes Buddha blog.

Hermann is actually … a cake! And when I say cake, you Brits must not imagine your version of a cake with lots of sugary yummy icingy twirly baroquey stuff on it. (Of course the British cake tradition has its merits too, as corroborated by crowd favourites such as The Great British Bake Off.) German cake makes no promises. It looks rather … honest but tastes enjoyably – even jolly – good.

Our man Hermann was very popular in the 1970s and ‑80s, and I’ve been told he’s still on the road today. Hermann is no ordinary cake – he is a chain cake. ‘Chain cake’ as in ‘chain letter’: you make the dough in a complex procedure whose main ingredient is TLC, divide it by four and pass three parts on to friends and family. If you feel that a cake is just what your entourage has been missing, Dr. Oetker, well-liked among Britain’s baking-savvy too, has a basic recipe for you. I personally have never made Hermann’s acquaintance, but I was once given sourdough in a jar (also, it seems, a shareable type of dough). It was moving (the experience, not the dough).

Naturally, there is not only one type of cake in Germany. Hermann is a Trockenkuchen, just like Guglhupf. But that is only the beginning. Go to the Konditorei and take your pick: Käsekuchen, Gedeckter Apfelkuchen, Schwarzwälder Kirschtorte, Donauwelle … A mouth-watering chocolate cake from Vienna (Austria, of course) is called Sacher Torte. Just to name a few.

So go on and indulge. Or make a Hermann and spread the joy! Perhaps he’ll make it as far as London and meet his namesake Herman ze German, an eatery/caterer/shop with German specialties. The question is, will he be polite enough to meet British standards? We’ll find out about that next week …

The Pommes Buddha says: You can have your Hermann and eat it too.

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