Arsch kurz

Acronym Chat Bubble

Die Abk. von Abk. ist Abk. Daher möchte ich euch heute mal in die wunderbare Welt der englischen Abkürzungen entführen. Wie ist es eigentlich richtig: „Mr“ oder „Mr.“? Und was haben ein Hintern und ein männliches Geschlechtsteil im öffentlichen Dienst zu suchen? Come in and find out.

Zunächst etwas zur Semantik der Abkürzungen. Und hier meine ich wirklich Dinger, die jeder Brite und Amerikaner kennt und so gut wie niemals in der Langform verwendet. Als jemand, der Englisch lernt und verstehen möchte, sollte man (mindestens) die unten aufgeführten Abkürzungen beherrschen.

Zu unterscheiden sind Abkürzungen, die als Wort ausgesprochen werden und solche, bei denen man die Buchstaben einzeln ausspricht. Die erste Kategorie umfasst weniger Elemente. Viele von ihnen stammen aus dem Militärjargon. Hier sind beispielhaft zu nennen: AWOL [ˈeɪwɒl] (Absent Without Offical Leave) und snafu (Situation Normal, All Fucked Up), wobei Letzteres in den Oxford Learner‘s Dictionaries online als Substantiv aufgeführt wird. Zudem wird in den USA in der Allgemeinsprache häufig von WASPs (White Anglo-Saxon Protestant; Aussprache identisch mit der des Insekts) gesprochen, wenn man die privilegierte Mittelschicht meint.

Übrigens steht hinter US-amerikanischen Abkürzungen in der Regel ein Punkt („Mr.“, „U.S.A.“), hinter britischen hingegen nicht („Mr“, „USA“).

Die zweite Kategorie umfasst ungleich mehr Abkürzungen, zu denen natürlich ständig neue hinzukommen. Hier eine Auswahl:

Abk. Englische Langform Deutsch
aka also known as alias
asap [im amerikanischen Englisch (AE) als Wort ausgesprochen]

as soon as possible

 

 

baldmöglichst

BO body odour (unangenehmer) Körpergeruch
BS Bullshit Blödsinn, Stuss, Schwachsinn
C of E Church of England anglikanische Kirche
DOA dead on arrival bei Ankunft bereits tot

[bekannt aus dem Titelsong der Serie Friends („Your love life’s D.O.A.“)]

GDP Gross Domestic Product Bruttoinlandsprodukt, BIP
GOP Grand Old Party gemeint ist die US-amerikanische Partei der Republikaner
GP general practitioner Hausarzt, Allgemeinmediziner
MIA missing in action vermisst [Militärjargon]
OAP old-age pensioner Rentner
ob-gyn obstetrician-gynaecologist Frauanarzt
OTT over the top übertrieben, überzogen
POW Prisoner of War Kriegsgefangener
STD sexually transmitted disease Geschlechtskrankheit
TGIF Thank God it’s Friday Gott sei Dank ist Freitag

[Ausspruch der Erleichterung am letzten Arbeitstag der Woche]

TLC tender loving care Streicheleinheiten, Zuwendung

 

Schließlich gibt’s noch ein paar kleine Schmankerl, die zu kennen nicht schadet. Hübsch finde ich SBD (Silent But Deadly) für „Schleicher“, also einen lautlosen Furz, der einen unverhofft ins olfaktorische Jenseits katapultiert.

Großartig ist auch diese Anekdote meiner Schwiegermutter. Während ihrer Zeit als Angestellte bei einer englischen Stadtverwaltung wurde eine interne Umstrukturierung durchgeführt. Ab sofort hatten sich die einzelnen Geschäftsbereiche Business Units (BUs) zu nennen. Natürlich hatten die Geschäftsbereiche auch Führungspersonen. Diese wurden Business Unit Managers genannt, bis jemand darauf kam, dass sie somit BUMs waren („bum“ = „Arsch“, oder auch „Penner“, „Gammler“, „Faulenzer“). Die Umbenennung wurde zügig rückgängig gemacht.

Ähnlich grotesk ist die Tatsache, überliefert durch das ehemalige Parlamentsmitglied Alan Johnson in Folge 7 der neunten Staffel der Comedy-Show Russell Howard’s Good News (ab Minute 19:38), dass Johnsons Ressort unter Tony Blair im Jahr 2005 ursprünglich Department for Productivity, Energy, Industry and Science, kurz: PEnIS, heißen sollte. Dies wurde im letzten Moment rückgängig gemacht.

Wer über eine unbekannte Abkürzung im Englischen stolpert, dem empfehle ich die Webseite www.acronymfinder.com. Dort findet man so gut wie alles. Für die Vulgärsprache sei dem geneigten Leser wie immer das Urban Dictionary ans Herz gelegt.

Und nächste Woche reisen wir in die Welt der deutschen Inneneinrichtung.

Der Pommes-Buddha sagt: RSVP.

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Who is Hermann?

Gugelhupf

We all know who Horst is by now. But who or what is Hermann? This similarly typical – I’m tempted to say ‘clichéd’ – German name holds many secrets. The most grassroots one of them shall be revealed today exclusively to you, dear faithful readers of the Pommes Buddha blog.

Hermann is actually … a cake! And when I say cake, you Brits must not imagine your version of a cake with lots of sugary yummy icingy twirly baroquey stuff on it. (Of course the British cake tradition has its merits too, as corroborated by crowd favourites such as The Great British Bake Off.) German cake makes no promises. It looks rather … honest but tastes enjoyably – even jolly – good.

Our man Hermann was very popular in the 1970s and ‑80s, and I’ve been told he’s still on the road today. Hermann is no ordinary cake – he is a chain cake. ‘Chain cake’ as in ‘chain letter’: you make the dough in a complex procedure whose main ingredient is TLC, divide it by four and pass three parts on to friends and family. If you feel that a cake is just what your entourage has been missing, Dr. Oetker, well-liked among Britain’s baking-savvy too, has a basic recipe for you. I personally have never made Hermann’s acquaintance, but I was once given sourdough in a jar (also, it seems, a shareable type of dough). It was moving (the experience, not the dough).

Naturally, there is not only one type of cake in Germany. Hermann is a Trockenkuchen, just like Guglhupf. But that is only the beginning. Go to the Konditorei and take your pick: Käsekuchen, Gedeckter Apfelkuchen, Schwarzwälder Kirschtorte, Donauwelle … A mouth-watering chocolate cake from Vienna (Austria, of course) is called Sacher Torte. Just to name a few.

So go on and indulge. Or make a Hermann and spread the joy! Perhaps he’ll make it as far as London and meet his namesake Herman ze German, an eatery/caterer/shop with German specialties. The question is, will he be polite enough to meet British standards? We’ll find out about that next week …

The Pommes Buddha says: You can have your Hermann and eat it too.

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