Raven mothers

Garden snail reaches for a drop of dew on the grass

The other night I went out with a new German friend who had not long returned after living in the US for several years. When I asked her how she found life in Germany, she said the most difficult thing to do here was being a mother. I was intrigued and asked her to elaborate …

‘Well,’ she said, ‘in the US both my children went to daycare from the age of six months. Daycare closed at 6pm, and that’s when I picked them up. Once a week, our babysitter would pick them up and put them to bed while my husband and I went out. This was perfectly normal. In Germany, the Kita closes at 5:15pm. If I pick up my daughter at 4:45pm, she’s one of the last children there.’

So we established there was a certain undercurrent of ‘expected motherly duty’ in German society that causes mothers to be extremely hard on themselves – and judgemental about one another. In Germany, it is not uncommon for complete strangers to comment on your childrearing practices.

Another German friend living in Belgium reports that, there, it is perfectly common for your child to go to crèche from the age of three months. This seems to be the case in most European countries. According to the public study Familienleitbilder from 2015 on how parenthood and family are perceived in Germany, more than 80% of Germans reckon it is not okay for an 18-month-old child to be in care for more than 6 hours a day.

We Germans seem to be unable to shed our quintessentially patriarchal image of motherhood. We even have a word for ‘underperforming’ mothers: Rabenmütter.

On the other hand, there may also be surprisingly positive aspects about being a parent in Germany, as American mum Sara Zaske writes in TIME magazine. I recommend Tom Hodgkinson’s The Idle Parent for further reading.

Should you ever be tempted to think of yourself as a Rabenmutter, or Rabenvater, I invite you to adopt my four-year-old’s pragmatic view. In an episode of classic cartoon series Biene Maja, a snail, upon urging her young to venture out into the world on their own, was dubbed a Rabenmutter. My daughter cast a skeptical glance at the telly and declared, ‘Das ist keine Rabenmutter, das ist eine Schneckenmutter!’

Next week, learn which classic of film history most Germans don’t know.

The Pommes Buddha says: You’re not a raven mum, you’re a human mum.

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Höflichkeit ist eine Zier

Pondering Life

Eines der ersten Dinge, die mir aufgefallen sind, als ich als Studentin in London lebte, war die nachgerade allerorten erlebte Höflichkeit meiner Mitmenschen. Wenn man zur Rush Hour in der Tube versehentlich jemandem auf den Fuß trat, entschuldigte sich dieser mehrmals dafür, derlei Unannehmlichkeiten bereitet zu haben. Man mag dies als übertriebenen vorauseilenden Gehorsam aburteilen. Ich empfand es als im alltäglichen Umgang äußerst angenehmes Respektszeugnis. Was ist dran am Mythos des britischen Gentleman?

Laut dem englischen Schauspieler Edward Fox „[b]eing a gentleman is the number one priority, the chief question integral to our national life.“ Auch wenn man heute in Großbritannien, wie in jedem Land, Klagen über den Verfall von Sitte und Anstand vernimmt, so kann man doch sicher sein, dass der politeness auf der Insel im Allgemeinen erheblich mehr Bedeutung beigemessen wird als in unserem schönen Land. Mein englischer Ehemann wird es niemals müde zu betonen, dass Szenen wie die folgende – in Deutschland an der Tagesordnung – angesichts des unangebrachten Einmischens in fremde Angelegenheiten in England Stürme der Entrüstung auslösen würden.

Neulich fuhr ich in Köln mit dem Bus vom Bezirksrathaus nach Hause. Ich stand, meine zu diesem Zeitpunkt acht Wochen alte Tochter lag im Kinderwagen vor mir. Wie Babys es mit unerhörter Zuverlässigkeit in öffentlichen Verkehrsmitteln zu tun pflegen, weinte sie herzzerreißend. Eine ältere Dame wohnte dem Spektakel entsetzt bei und begann, dieses zu kommentieren. „Das Baby ist schon ganz rot. Das ist bestimmt nicht gut!“ Da ich nicht reagierte, forderte sie mich alsdann auf: „Nehmen Sie es doch mal heraus!“ Nachdem ich nur kurz erwiderte, das sei ja nun gerade schlecht möglich, setzte sie fort: „Was hat das Baby?“ (Wäre ich schlagfertig gewesen, hätte ich entgegnet: „Was haben Sie???“)

Solche und ähnliche Szenen werden mir von jungen Eltern allenthalben geschildert. Wildfremde, „gutmeinende“ Menschen verteilen großzügig Ratschläge, Aufforderungen oder gar Anfeindungen in Bezug auf die Kindererziehung. In Großbritannien ist so etwas verpöhnt. Nicht umsonst gibt es den Ausdruck small talk, denn der big talk gehört in die eigenen vier Wände.

Den Nörglern sage ich, entspannt Euch alle mal und schaut, wie Elternsein heute geht: http://time.com/3720541/how-to-parent-like-a-german/?xid=newsletter-brief. Zur vertiefenden Lektüre empfehle ich The Idle Parent von Tom Hodgkinson (hier zusammen mit zwei weiteren Büchern besprochen).

Nächste Woche wird’s bärig. Oder beerig?

Der Pommes-Buddha sagt: Einatmen – und ausatmen.

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