Der Elfte im Elften

Karneval

Es naht der Elfte (Tag) im Elften (Monat), und hier in Köln wird die Karnevalssaison, oder, wie es hier heißt, „Session“ (bitte nicht englisch aussprechen!) eröffnet. Eine wunderbare Gelegenheit, ein wenig mehr über den Fastelovend aufzuklären …

Eine Bekannte gestand vor einigen Jahren in geselliger Runde, dass sie lange bei dem Lied „Ich ben ne Räuber“ der kölschen Mundartband Höhner eine Textzeile vollkommen missverstanden hatte. In dem Lied heißt es: „Ich kann nit treu sin, läv en dr Daach ren“ („Ich kann nicht treu sein, leb‘ in den Tag hinein“). Als Zugezogene, unter gebürtigen oder „eingebürgerten“ Kölnern auch als „Immi“ (Immigrant) bezeichnet, tat ihr der arme Kerl aus dem Lied sehr leid, weil er ihrem Verständnis nach in der Dachrinne wohnte. Also, liebe Muttersprachler anderer Sprachen, nicht nur ihr habt manchmal Probleme, das Deutsche zu verstehen. (In diesem Zusammenhang möchte ich in einem kurzen Exkurs die großartige Webseite für herrliche Schmankerl in Form von missverstandenen Songtextenempfehlen: kissthisguy.com.)

Doch zurück zum Karneval, der am 11.11. in Köln begrüßt wird: Viele fürchten die „tollen Tage“ als ein einziges Saufgelage und eine ständige Überschreitung sittlicher und gesellschaftlicher Tabus. Das mag mancherorts so sein, doch wer in netter Gesellschaft die richtigen Lokale aufsucht, kann Zeuge dieser herzlichen, urteilslosen Brüderlichkeit werden, die in Liedern wie Drink doch ene mit besungen wird (das hier verlinkte Kölsch-Wörterbuch ist übrigens sehr zu empfehlen). Und für jüngst Zugezogene, die ihren ersten 11.11. erleben: Erkundigt Euch vorher, ob auf der Arbeit Kostümierung üblich ist – es gibt selbst Richter, die an dem Tag eine Clownsnase tragen.

Und hier noch ein Tipp an alle Immis, welche Wörter zur Vermeidung sozialer Ächtung tabu sind (wir Kölner sind zwar tolerant, ABER …): „Fasching“, „Alt(bier)“ und „Helau“!

Und was am 11.11. noch so passiert, erfahrt ihr nächste Woche.

Der Pommes-Buddha sagt: Am Elften im Elften han mer selvs e Hätz für Düsseldorfer – Kölle Alaaf!

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