Gruß aus der Heimat

Einer der Gründe, warum ich Großbritannien so mag, sind die zahlreichen liebenswerten Sitten und Bräuche seiner Einwohner. Dazu gehört beispielsweise das Verschicken einer Grußkarte zu jedem erdenklichen Anlass. In Deutschland verschickt man viel seltener Karten, und die Anforderungen an den Gratulanten unterscheiden sich von denen auf der Insel. Aber in welcher Form? Und warum stehen Liebhaber englischer Grußkarten mit der Deutschen Post auf Kriegsfuß? Read more

Out of humour

As the end of the carnival season is drawing near, Cologne is preparing for six days of celebration. Visitors from all over the world will flock in and be merry. Many foreigners think that Germans love carnival for the sole reason that it gives them permission to shed their otherwise serious face and let their hair down just for a few days a year. But is that really so? Read more

Ein Mann und sein Hund

Hand hoch: Wer von Euch erinnert sich an den „Claim“ der 80er-Jahre-TV-Serie Knight Rider? „Ein Mann und sein Auto kämpfen gegen das Unrecht“. Daran erinnert es mich, wenn ich den Titel des in Großbritannien seit Jahren immens beliebten TV-Formats „One Man and His Dog“ höre. Dabei handelt es sich jedoch keineswegs um ein Kriminalfälle aufklärendes Ermittler-Duo, sondern … Read more

Mother’s passport

As the birth of our second child is imminent or may have taken place by the time you read this, I’ve been thinking about this oddly-named booklet that accompanies you through your pregnancy in Germany, the Mutterpass (literally: ‘mother’s passport’). To me it sounds like a certificate you’re awarded when you’ve passed all the exams related to baby stuff such as changing nappies, mopping up barf and skillfully steering around nervous breakdowns two to three times a day. Read more

An mein Ohr kommt nur Wasser und O-Ton

Als ich mich neulich mit einer Freundin fürs Kino verabreden wollte, stellte ich wieder einmal fest, an welchem Punkt sich die Geister scheiden: Selbst atheistische Sprachfreaks bekreuzigen sich bei der Aussicht auf die Synchronfassung eines Films! Wie kommt es eigentlich, dass in Deutschland synchronisiert, in englischsprachigen Ländern hingegen untertitelt wird?

Traditionell werden in vier Ländern ausländische Filme synchronisiert, also in eine neue von Sprechern bzw. Schauspielern eingesprochene Fassung gebracht: in Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich. In allen anderen Ländern der Welt werden Filme untertitelt. Dies liegt hauptsächlich an der Entwicklung der Filmindustrie und ihrer damit einhergehenden Bedeutung in den genannten Ländern, die dann auch zu einer entsprechenden Ausstattung mit Finanzmitteln führte. (Synchronisation ist ungleich teurer als Untertitelung.)

Das deutsche Ohr ist also an einen deutschen Ton beim Film gewöhnt, das deutsche Auge jedoch nicht an das Lesen von Untertiteln. Ich persönlich war indes schon früh von Originalfassungen (OmU = Original mit Untertiteln; OV = Originalversion) fasziniert und schaute als Jugendliche wo ich konnte unsere niederländischen Nachbarsender im Fernsehen an, die meine Lieblingsserien im englischsprachigen Original zeigten. Schon damals fand ich, dass bei der Synchronisation von Filmen und Serien ein erheblicher Teil des Ausdrucks und der Atmosphäre verloren geht.

Ganz selten findet man jedoch auch den umgekehrten Fall, dass eine geniale Synchronfassung dem Original noch einen zusätzlichen Pfiff verleiht – dies meist bei älteren Filmen, die sich mit zum Teil abenteuerlichen, mit zielsprachlichen Spezifika wie Dialekten gespickten deutschen Fassungen schmücken können. (Hier sei einer meiner Lieblingsfilme erwähnt: „Manche mögen’s heiß“ [„Some like it hot“] von 1959, in dem der großartige Georg Thomalla Jack Lemmon seine Stimme lieh.)

Wer mehr zum Thema lesen mag, dem sei die Kurzübersicht Code of Good Subtitling Practice bzw. „die Bibel“ der Untertitelung „Subtitling“ von Jan Ivarsson und Mary Carroll ans Herz gelegt.

Und nächste Woche geht’s um kleine deutsche Wörter, die Engländer zum Lachen bringen.

Der Pommes-Buddha sagt: Ich bin ein Mann! – Na und? Niemand ist vollkommen!

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When Horst met Doris

Nomen est omen, the Latin saying goes. Is it really true that your name tells people more about you than you’d suspect? And what the heck does all of this have to do with Horst and Doris?

The authors of Freakonomics have linked baby names from US-American registry files with the average amount of years the respective mothers have spent in further and higher education. They maintain that your first name reveals your social origin (read more here).

But then there are names that burden their bearers not only as – supposed – telltale tokens of their social background but also as derisive designations, thus having acquired their own separate little picturesque lives as nouns. For example, Horst may be a nice (likely middle-aged) guy in German, but if used in a certain context (Du Horst!), the name is a way of expressing one’s displeasure at the other person’s foolishness. (Even more emphasis can be added by referring to someone as a Vollhorst.) The British, and apparently also US-American, equivalent would be ‘Doris’, as evidenced in a quote from the TV series Life of Crime, ‘You’re not even a constable. You’re a Doris. A plonk.’ (Incidentally, ‘plonk’ in British English may also refer to ‘cheap wine’, Plörre in German.)

I’m sure there are more examples of proper names being used in a derogatory manner in other English-speaking countries, and I’d love to hear from you, dear natives of those lands – do make avid use of the ‘Comment’ section below.

I wonder, though, why it’s a male name in German and a female name in English. Are there more male twonks in Germany and more female wallies in England? Or is it just a matter of Horst & Doris’ respective life partners being less tolerant than their counterparts? This is a mystery we’ll never solve. One mystery that can be solved, however, is that of the guy living in the roof gutter. Read more next week …

The Pommes Buddha says: Don’t put the saddle on the wrong Horst.

 

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Achtung, Geisterfahrer!

Es ist wieder Ferienzeit in einigen deutschen Bundesländern, und gerade mit Kindern ist das Auto wegen seines Stauraums für Kuscheltier und Kinderwagen oft Reisemittel der Wahl. „Achtung, Geisterfahrer auf der A…“ (A = Autobahn) heißt es da so manches Mal im Verkehrsfunk. Aber was heißt „Geisterfahrer“ auf Englisch?

Ein Geisterfahrer oder auch Falschfahrer „is ‚someone driving on the wrong side of the road’. There’s no word for it, because it rarely ever happens in England,” so mein englischer Ehemann. In einschlägigen Wörterbüchern und Online-Enzyklopädien findet man als US-amerikanische Entsprechung oft “ghost driver”, wobei sich im Urban Dictionary dafür an zweiter Stelle die meines Erachtens für englische Muttersprachler eher einleuchtende Fliegender-Holländer -Variante findet, nämlich der Fall, dass aufgrund der mangelnden Körpergröße des Kraftfahrers der Eindruck eines führerlosen Fahrzeugs entsteht. In meinem aufgrund seiner Sprachgebrauchsnähe für solche Zwecke präferierten Online-Wörterbuch dict.cc findet sich darüber hinaus einfach die beschreibende Übersetzung „wrong-way driver“, eine sicherlich verständliche Variante.

Erstaunlich fand ich jedoch, dass sowohl mein britisch sozialisierter Mann als auch „gooberliberation“, AutorIn des ursprünglichen „ghost driver“-Eintrags im Urban Dictionary, über dieses in Deutschland doch recht häufig auftretende Phänomen überrascht waren. In England wurde im Sommer einer Meldung über einen älteren, demenzkranken Herrn, der auf der falschen Seite des motorway fuhr, erheblicher Raum in den überregionalen Nachrichten, u. a. auf der BBC-Webseite, gewidmet.

Was läuft da anders? Nun, in England zumindest sind die Schnellstraßen-Auf- und Abfahrten räumlich erheblich weiter voneinander getrennt, sodass man sich nicht einfach „vertun“ kann. Auch sind die Straßen oft mit wesentlich deutlicheren und auch im Dunkeln weitaus besser zu erkennenden Markierungen versehen (neue BBC-Serie: „The Motorway“). Da gibt es hier noch viel zu tun, Herr Dobrindt, denn hier kann jeder Horst falsch auffahren. Hä? Wer ist Horst? Dazu nächste Woche mehr …

Der Pommes-Buddha sagt: Fahren Sie äußerst rechts und überholen Sie nicht!

 

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