Hundejahre

0108 Hundejahre

Eine meiner nettesten Kolleginnen hat keine Kinder, aber einen Hund. Wenn sie von diesem erzählt, beispielsweise von seinen kompromisslos penetranten Weckversuchen durch rücksichtloses Auf- und Abspringen auf dem Körper einer schlafenden Person, sehe ich durchaus Parallelen zu dem Leben mit kleinen Kindern. Im Unterschied zum Hund werden Kinder jedoch, wie eine andere Kollegin jüngst bemerkte, irgendwann groß. Dass Hunde bleiben, können wir auch in der englischen wie deutschen Sprache beobachten, die voll von Hundereferenzen ist. Hier ein paar Leckerli …

Der Hund ist der beste Freund des Menschen, heißt es im Deutschen oft. Dieses Tier ist zweifellos in Deutschland und auch England äußerst beliebt. Statista zufolge leben in deutschen Haushalten ca. 9,4 Mio. Hunde (ca. 11,5 % der Bevölkerung), ähnliche Zahlen ergeben sich aus unterschiedlichen Quellen für das Vereinigte Königreich (ca. 14,5 % der Bevölkerung). Die Hundevernarrtheit der Engländerinnen und Engländer war auch auf diesem Blog schon Thema. Heute wollen wir uns ein paar Redewendungen anschauen, die mit Hunden zu tun haben.

Einen schönen Ausdruck mit Hundebezug habe ich neulich bereits in One for the road vorgestellt, nämlich hair of the dog (Konterbier). Dies hat mich darauf gebracht, dass es so einige Redewendungen mit dog gibt.

Zunächst einmal wäre da das dog’s dinner, ein Ausdruck, der verwendet wird, um etwas zu beschreiben, das gehörig schief gegangen ist.

Oft hört man im Zusammenhang mit zwischenmenschlichen, oft partnerschaftlichen Beziehungen, davon, dass jemand in the doghouse ist, was bedeutet, dass diese Person in Ungnade gefallen ist. Die Redewendung ist eine Anspielung darauf, dass einer der Ehepartner nach einem Missmut verursachenden Verhalten aus dem gemeinsamen Bett sprichwörtlich in die Hundehütte verbannt wird.

Des Weiteren verwendet mein englischer Ehemann für sehr enge Kurven bzw. rasch hintereinander folgende Rechts-Links-Kombinationen gerne das Wort dog leg, im Oxford Advanced Learner’s Dictionary als „a sharp bend, especially in a road or on a golf course“ definiert. Im Deutschen gibt es hier den Begriff „Hundskurve“ oder „Hundekurve“, der mir persönlich nicht geläufig ist, sich aber nach meinen Recherchen in den Untiefen des Internet wohl im Motor- wie Segelsport großer Anwendungsbreite erfreut.

Im Deutschen wie im Englischen kann man auf den Hund kommen (to go to the dogs) und sollte schlafende Hunde nicht wecken (let sleeping dogs lie).

Meine Beobachtung ist, dass Hunde hüben wie drüben dem Menschen sehr beliebte Weggefährten sind. Mit Hunden unterwegs zu sein scheint allerdings in Deutschland ein wenig angenehmer zu sein, da Hunde, zur Überraschung meiner englischen Familie, hier oft auch in Restaurants Einlass erhalten und ihre Herrchen und Frauchen begleiten dürfen.

Mehr Hunde-Redewendungen findet Ihr hier:
Englisch: https://www.oxfordlearnersdictionaries.com/definition/english/dog_1?q=dog (Bitte herunterscrollen!)
Deutsch: https://www.duden.de/rechtschreibung/Hund (dito)

Der Pommesbuddha sagt: Wer in der Hundehütte ist, sollte nicht mit Kuchen werfen.

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One for the road

0107 One for the road

Recently, my English husband and I were invited to a private party. Later in the night, when the first people started to leave, one of them said, ‘Ich trinke noch einen Absacker, und dann gehe ich’. I thought to myself, what a nice German word, Absacker, and asked my husband if he knew what it meant. He said he didn’t, and thus started a lively conversation about German drinking terminology. Here are some examples…

According to the Duden manifesto of German orthography, ‘Absacker’ means ‘am Ende eines Zusammenseins oder vor dem Schlafengehen getrunkenes letztes Glas eines alkoholischen Getränks’. Therefore, there are several possible ways of saying it in English, depending on the context.

By the first definition, which corresponds to the definition in the Oxford Advanced Learner’s Dictionary (‘a last alcoholic drink before you leave a party’), it could be referred to as ‘one for the road’.

However, according to the Urban Dictionary, which is generally more representative of US American than British usage, ‘one for the road’ is ‘Something given to someone when that person is leaving so that he or she may enjoy it during the trip home’, which would in Germany be called a Wegbier, i.e. a bottle or can of drink you take with you and consume on the go. According to the Urban Dictionary, this may also be called a ‘road beer’ – although I myself haven’t ever heard that being used.

If Absacker is meant to refer to a last drink before going to bed, the English word for it would be ‘night cap’. In German, this can also be called a Schlummertrunk (literally ‘slumber drink’).

These considerations took the party guests to the German expression Konterbier, meaning the first beer you have when waking up hung over, which is said to help alleviate symptoms. This is in English referred to as ‘hair of the dog’.

Katerfrühstück is another nice German word. It refers to a special type of breakfast (usually involving pickled herring) said to alleviate the symptoms of a hangover. In English, this can simply be described as a ‘hangover breakfast’ or ‘morning-after breakfast’.

So whatever you do, drink responsibly and beware! In my circle of friends, a positive response to ‘Komm, nur noch ein Absacker!’ is almost inevitably the direct road to versacken, i.e. having one too many and staying out much later than you intended to or getting stuck in place or worse…

The Pommes Buddha says: Beerware of the sack!

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Ein Stern am Horizont

0104 Ein Stern am Horizont

Man sieht es allenthalben in deutschen Texten – in Stellenanzeigen, Parteiprogrammen, auf Webseiten: das Gendersternchen. Doch was hat es damit auf sich? Wer sollte es benutzen und warum? Und kann man ein * sprechen?

In einem Gespräch mit einer Freundin konstatierten wir jüngst: Wir leben in aufregenden, umwälzenden Zeiten. Allein im letzten Jahr hat sich im öffentlichen Diskurs so viel getan. Greta Thunberg hat dafür gesorgt, dass Klimaschutz nicht mehr nur special interest ist. Öffentlich geäußerte Meinungen sind vielfältiger als je zuvor. Vormals kleine Themen sind Mainstream geworden und langsam finden wir durch all diese kontroversen Auseinandersetzungen wieder in eine neue Debattenkultur.

Auch die Sichtbarkeit von Frauen in der deutschen Sprache hat einen kleinen Aufschwung erfahren. Was vormals als übertrieben penibel galt, ist nun für einige bereits selbstverständlich. Doch wie beziehen wir uns sprachlich richtig auf Männer, Frauen, Menschen?

Nun, zunächst sollten wir uns überlegen, welche Menschen in der eigenen Sprache vorkommen sollen und welche Unterscheidungen wir treffen möchten. Wir leben in einer Gesellschaft, die auf einem geschlechtlich binären (weiblich/männlich) System aufgebaut ist. Inzwischen wissen aber viele von uns bereits, dass es auch Menschen gibt, die sich keinem Geschlecht eindeutig zuordnen wollen. Seit Dezember 2018 dürfen sich diese Menschen in Deutschland in ihrem Personalausweis als „divers“ (d) bezeichnen. In vielen Stellenausschreibungen findet man daher hinter dem Jobtitel die Spezifizierung „(m/w/d)“. Betrachtet man diverse Menschen als eine Minderheit, die man nicht gesondert sichtbar machen möchte, so kann man weiter beim binären System bleiben.

Will man jedoch sprachlich so inklusiv wie möglich sein, so ist das Gendersternchen eine zwar heiß umstrittene, aber gängige Variante. Z. B. schreibt man dann „Leser*innen“ und meint damit alle im betreffenden Kontext lesenden Menschen, auch diejenigen mit nicht-binären Geschlechtsidentitäten. Ich benutze das Gendersternchen in E-Mails etc. sehr gerne, weil ich finde, dass es wie eine schöne Schneeflocke die Einzigartigkeit jedes Menschen und gleichzeitig unsere gesellschaftliche Vielfalt symbolisiert und dass es nicht schaden kann, alle Menschen einzubeziehen.

In bestimmten Kontexten wie Klima- und Nachhaltigkeitsthemen ist das Sternchen mittlerweile Gang und Gäbe. Als ich neulich auf dem Unterstützerinnentreffen für die Allianz für Entwicklung und Klima dolmetschte, sprach ich sogar das Gendersternchen, weil ich mir sicher war, dass das Publikum dort daran gewöhnt war. Das Gendersternchen spricht man, indem man vor dem Sternchen eine kleine Sprechpause macht (also „Leser-innen“; mehr dazu findet Ihr hier).

Eine weitere Möglichkeit, alle Menschen einzuschließen, wäre eine neutrale Substantivform wie „Lesende“. So etwas mag oftmals noch konstruiert klingen, aber im akademischen Kontext hat sich das seit Jahren übliche „Studierende“ bereits so etabliert, dass es einem nun schon ganz normal vorkommt. Beispielsweise wurde sogar das „Studentenwerk“ in „Studierendenwerk“ umbenannt.

Eine Freundin, deren Ehemann Lehrer an einem Gymnasium ist, berichtet, dass dort die Form „Schülerinnen und Schüler“ (im Schriftlichen abgekürzt SuS) wie selbstverständlich von allen verwendet wird.

Was ich in meinen Blogtexten mache, ist zu versuchen, weibliche und männliche Formen möglichst organisch abzuwechseln, damit der Lesefluss ungestört bleibt. Andere gehen noch weiter und verwenden ausschließlich die weibliche Form. In diesem Fall sind Männer eben „mitgemeint“, so wie Frauen es jahrzehntelang auch waren.

Im Englischen gibt es übrigens seit geraumer Zeit die Tendenz, weibliche Substantivformen zu vermeiden. Beispielsweise bezeichnen auch feministisch geprägte Schauspielerinnen sich selbst oft als actor, obwohl es die feminine Form actress durchaus gibt. Dahinter steckt die Auffassung, dass man Frauen dadurch empowert, sie nicht als Sonderfall herauszustellen. (Hier ein spannender Artikel zum Thema aus dem Guardian.) Derselbe Ansatz war in der DDR üblich, wo Frauen stets mit der maskulinen Form ihrer Berufsbezeichnung auf sich selbst Bezug nahmen („Ich bin Ingenieur“).

Ganz schön verwirrend – und ein Patentrezept gibt es nicht. Auch viele andere, kreative Lösungen sind möglich. Fakt ist, Sprache schafft Realitäten. Viele Untersuchungen zeigen, dass der Sprachgebrauch durch den sogenannten Priming-Effekt beeinflusst, was wir für möglich, für realistisch, für normal halten. Und wir alle gestalten diese Konzepte mit. Überlegt Euch also, in welcher Welt Ihr leben wollt und fangt an, sie zu sprechen!

Der Pommes-Buddha sagt: Mann, Frau – wer weiß es schon genau?

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Die Krönung

3d rendering of chess board game

Seit in Großbritannien für den Brexit gestimmt wurde, sind viele interessante Entwicklungen zu beobachten. Eine davon ist die gefühlt wieder auflebende Begeisterung für die berühmt-berüchtigte quirkiness („Schrulligkeit“) der Briten, allen voran der Royal Family. Filme wie „Paddington“ und Serien wie „The Crown“ erfreuen sich größter Beliebtheit. Hier sind ein paar unnütze Fakten über die British monarchy.

Laut der britischen Zeitung The Guardian erhält die Krone derzeit gut 82,2 Mio. GBP Steuergelder jährlich (im November 2017 wurde der Anteil von 15 % auf 25 % des Crown Estate („Kronguts“) erhöht). Bei einem BIP von rund 2 Bio. GBP im vergangenen Jahr sind das also etwa 0,004 %.

Die Queen spricht wie alle Britinnen und Briten der sozialen Oberschicht Hochenglisch, die sogenannte received pronunciation oder RP. Hierbei handelt es sich um eine auch als Queen’s English bekannte, von regionalen Färbungen freie, künstliche Variante des Englischen. Von einigen wird es auch als posh English bezeichnet.

Bis vor gut 10 Jahren wurde erwartet, dass alle Reporter der öffentlich-rechtlichen BBC-Fernseh- und Radiosender RP verwenden. Daher nannte man diese Sprachvariante auch BBC English. Die konservative Tageszeitung The Daily Telegraph (Wir erinnern uns: Sie wird gelesen von Leuten, die denken, das Land wird von einem anderen Land regiert (Blog-Eintrag „Pressestimmen“).) schrieb 2008, der Chef der BBC wünsche sich mehr regionale Akzente. Zynische Stimmen munkeln, diese Öffnung hin zu einer großzügigen Vielfalt drücke sich heute darin aus, dass Schottisch das neue BBC English geworden sei.

Hier findet man übrigens etliche Hörbeispiele britischer Dialekte: http://weloveaccents.co.uk/.

Die Königsfamilie ist nach wie vor beliebt. Laut einer Opinium (nicht Opium!)-Umfrage waren 2017 zwei Drittel der BritInnen für die Erhaltung der Monarchie. Findet gar ein königliches Großereignis wie eine Hochzeit (Save the Date: Prince Harry & Meghan Markle heiraten am 19. Mai 2018!) statt, ist das Land außer Rand und Band. Man feiert kostümiert auf den Straßen oder im eigenen Garten, wo Accessoires wie Fähnchen, Hüte und Wimpelketten nicht fehlen dürfen.

Bei der letzten royal wedding 2011 ging das Spiel „Find Your Royal Wedding Name“ in den sozialen Netzwerken viral. Nach einer Spielart setzt man seinen Namen, den man als hypothetischer Gast bei der königlichen Hochzeit trägt, wie folgt zusammen: Lord/Lady + Name des ersten Haustiers + Name der Straße, in der man aufwuchs. In anderen Varianten findet der Mädchenname der Mutter oder der Vorname der Großeltern Verwendung.

Unter glühenden Handarbeitsverfechtern hochbeliebt war auch das Buch „Knit Your Own Royal Wedding“ von Fiona Goble.

Wer sich für die menschliche Seite des jüngeren britischen Königshauses interessiert, dem sei die Netflix-Serie „The Crown“ ans Herz gelegt. Sie überzeugt durch bewegende Darstellung – doch Achtung: historische Ereignisse werden nicht immer wahrheitsgetreu dargestellt. Elisabeth II, oder wie die Berliner sie auch gerne gewohnt schnodderig, aber liebevoll, nennen: Themsen-Else, wird von der großartigen Claire Foy einfühlsam und mit wunderbarer RP portraitiert.

Wer einen für alle Generationen unterhaltsamen, angekitschten Familienfilm vor der Kulisse Londons sucht, ist mit Paddington (1 + 2) gut beraten. Nicht zuletzt ist auch das sehr britisch: das Romantische, leicht Abgehobene, Urige, Fantasievolle. Denn wie las ich neulich recht treffend auf einer Postkarte? Die Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben.

Der Pommes-Buddha sagt: It takes all sorts to make the world.

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Die Frühjahrsfibel

Wiese mit bunten Blumen im Frhling

Mit dem Beginn des Frühlings geht jedes Jahr so einiges einher. Allenthalben werden Phänomene wie die Frühjahrsmüdigkeit und der Frühjahrsputz von allerlei Blickwinkeln beleuchtet. Schauen wir uns mal einige dieser Phänomene an. Gibt’s die eigentlich auch in Großbritannien?

Mich hat’s irgendwie auch erwischt. Im März fühlte ich mich eine ganze Weile lang matt und ständig müde. Das ist die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit, die laut einer WDR-Reportage auf die energieraubende Umstellung des Stoffwechsels zurückzuführen ist und etwa zwei Drittel aller Menschen betrifft. Mein englischer Ehemann hatte davon noch nie gehört. Also googelte ich dieses Phänomen und fand heraus, dass es auf Englisch offenbar spring fever genannt werden kann. Eine Umfrage unter einer Handvoll muttersprachlicher Freunde und Kolleginnen ergab jedoch, dass spring fever 1. nicht sehr verbreitet bis hin zu unbekannt ist und 2., wenn überhaupt, meist eher in der nachgerade antonymen Bedeutung, nämlich im Sinne eines Herbeisehnens des Frühlings, verwendet wird. Das Konzept der Frühjahrsmüdigkeit scheint also in den englischsprachigen Kulturen kein etabliertes zu sein.

Den Frühjahrsputz hingegen gibt es auch im englischen Sprachraum. Dort heißt er spring cleaning. Das wissen wir spätestens seit der gleichnamigen Folge der international bekannten englischen Kinder-Kultserie Shaun das Schaf.

Es ist schon seltsam, aber auch ich verspüre dieser Tage einen gesteigerten Drang, auszumisten und alles schön zu machen. „Ausmisten“ ist übrigens auch ein schönes deutsches Wort, das eigentlich aus der Agrarwirtschaft kommt und clearing out (the dung) bedeutet. Wenn eine Deutsche, die keinen Bauernhof betreibt, jedoch sagt: „Ich hab‘ ausgemistet“, bezieht sich dies immer auf das Aussortieren von Alltagsgegenständen zum Wegwerfen, Weggeben (also Verschenken) oder Verkaufen.

Neulich fuhren wir mit unseren Kindern im Auto zum nächstgelegenen Erlebnisbauernhof (wie man das als Mittelschicht-Städter mit ökologischem Sendungsbewusstsein so macht). Vor uns fuhr ein grauhaariger Herr recht langsam und unsicher. „Sunday driver“, kommentierte mein englischer Ehemann. Ah, dachte ich, den Sonntagsfahrer gibt’s also auch auf Englisch – scheint ein international verbreitetes Phänomen zu sein. Ganz im Gegensatz zum Geisterfahrer, wie in diesem Medium bereits berichtet.

Am letzten Wochenende im März ist es dann stets soweit: Die Uhren werden auf Sommerzeit umgestellt. Das geschieht in Großbritannien übrigens zur selben Zeit. Die Sommerzeit, die ja eigentlich die „falsche“, also die von der allgemeinen Übereinkunft abweichende, Zeitzählung ist, heißt dort Daylight Saving Time, also die Zeit, die das Tageslicht erhält.

Und was hat es eigentlich mit dem Ausdruck „Fibel“ aus dem Titel auf sich? Es handelt sich, wie ich finde, um ein sehr schönes, altes deutsches Wort. Heutzutage wird es nicht mehr oft gebraucht, früher bezeichnete es ein Lesebuch, mit dem Schüler das Lesen lernten. Heute wird es laut Duden eher für Lehrbücher verwendet, die in ein Fachgebiet einführen.

Also, nun seid Ihr für den britisch-deutschen Frühling gefibelt und dürft ihn in vollen Zügen genießen!

Der Pommes-Buddha sagt: Ein Sonntagsfahrer macht noch keinen Frühling.

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Fresh fruit salad

Heallthy Organic Fruit Salad

One, two, three, four, Mary at the cottage door. Five, six, seven, eight, eating cherries off a plate. Thus goes an English nursery rhyme. But who picked the cherries Mary is innocently eating here? And do Germans pick cherries too? Read more on cherries and other proverbial fruit …

Fresh fruit salad has for decades been on British hotel breakfast menus. I recently remembered I saw it on a menu in Jersey once, and this made me think how different cultures use fruit in their proverbs and figures of speech.

The proverbial ‘cherry picking’, which is increasingly used as a loan word in German (as this example shows), i.e. the act of selectively considering only information which serves a certain purpose and thus taking the best bits of something, is referred to in German as ‘raisin picking’ (sich die Rosinen herauspicken).

A similar turn of phrase in English is ‘to have your cake and eat it (too)’, i.e. to have the best of both worlds. In German, one could say something along the lines of auf zwei/allen Hochzeiten (gleichzeitig) tanzen.

In German, cherries are usually mentioned in relation to neighbours (die Kirschen in Nachbars Garten sind süßer), to which situation Englishpeople would say the grass is always greener (on the other side (of the fence)). However, if someone is a moper, we say mit dem ist nicht gut Kirschen essen.

Speaking of fruit-bearing trees in gardens, apples are a popular subject in turns of phrases. In German, when faced with a difficult situation but having to endure it, you ‘bite the sour apple’ (in den sauren Apfel beißen). In English, you ‘bite the bullet’ or ‘grasp the nettle’ (ouch!).

In both languages, you can’t ‘compare apples and pears’ (Äpfel mit Birnen vergleichen), the equivalent in non-British English being ‘apples and oranges’. ‘Apples and pears’, though not actually used much these days, is also one of the flagship examples of Cockney Rhyming Slang (see earlier blog post ‘Poesie made in London’).

If you are making a great bargain in German, you buy something ‘for an apple and an egg’ (für’n Appel und ‘n Ei), in English it is ‘cheap as chips’ (in US American English ‘a dime a dozen’). In England, ‘an apple a day keeps the doctor away’.

If you are insinuating that a daughter is very much like her mother, the German and English sayings are similar: der Apfel fällt nicht weit vom Stamm (‘the apple does not fall far from the trunk’) and ‘the apple never falls far from the tree’. However, ‘like mother, like daughter’ is also commonly used.

Oh, we could go on for ages dwelling on the sheer abundance of fruit and vegetable-related utterances. Let me finish with some of my personal favourites.

The first one will blow your German friends away if used after a long period of not seeing each other. If they have been neglecting communication, take that, ‘Du treulose Tomate!’

The second one, using the same fruit (someone told me once that tomatoes are fruit and not vegetables – no clue if that’s true or just an alternative fact), could be a door-opener at the Ausländerbehörde, where most of you poor Brexit-beaten bastards are presently queuing for German citizenship. If you can squeeze that one in, they will let you go without a language test for sure. Just say something like, ‘Ich glaub’ ich hab’ Tomaten auf den Augen. Ich konnte Zimmer 305 nicht finden.‘ That’s it. You must be German! Come into my arms, son! Here, have a piece of Blutwurst!

And finally, numbers three and four are English expressions referring to a person who behaves in a rather strange or crazy manner: ‘nutter’ and, turning full circle back to fruit salad, ‘fruitcake’.

So enjoy your fruit salad, or fruitcake, whichever it may be, and feel free to contribute more in the comments section below.

The Pommes Buddha says: Do you have beans in your ears?

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Troubled transport

Beautiful railway station with modern red commuter train at suns

The other day I was working in Mainz, and a colleague on my team asked me if I had “mit der Bahn gekommen”. Indeed I had. But what do Germans mean when they say Bahn? And where do ice trains come from or go to? Come and join me on a railway journey through the land of trrrävelling …

Mainz is about 180 km from Cologne. If I had been asked the exact same question (“Bist du mit der Bahn gekommen?”) on a local job in Cologne, it would have meant local public transport, specifically the U-Bahn (underground trains) and Straßenbahn (trams), and sometimes S-Bahn, which stands for Schnellbahn (urban rail).

To make matters even more confusing, there are quite a few German cities, including Cologne, where underground trains turn into trams and vice versa, and Bahn is universally used to mean either.

When you travel further, however, i.e. regionally or (inter)nationally, die Bahn usually refers to regional or national rail services, the largest provider of which is the formerly state-owned Deutsche Bahn (DB). A synonym for travelling by rail is mit dem Zug fahren, which never refers to trams or underground trains.

You will also hear many Germans talk about specific types of Deutsche Bahn trains they use, the most common ones being ICE, IC and Regionalexpress or Regionalbahn. What do these names denote?

ICE (pronounce individual letters, i.e. [i tse e] – although I have taken quite a liking to the fact that other nationals call it the ‘ice train’ … I picture snowy train roofs, frosted windows with icicles and a steam train puffing through a winter wonderland …) stands for – wait for the rather disappointingly prosaic reality check here – Inter City Express. How unimaginative. Picture me pouting.

It’s supposed to be the fastest German train – a concept that is put into perspective in view of the fact that long-distance trains accounted for most of DB’s over seven years of delays in 2015 alone (cf. Handelsblatt article 3,79 Millionen Minuten Verspätung). Yes, I’m sorry to be the one to break this news to all of you who still believed in the fabled German virtue that is punctuality. Woe is me, that ship has sailed. Or rather, that train has left.

And then we have the IC, which is – who can guess? Yes, ta dahhh! The Icicle Crusher! It, too, is a relatively fast train, relatively being the operative word here.

Finally, you have your Regionalexpress and your Regionalbahn. The former is the train that stops at the larger regional stops, i.e. metropolises including Oer-Erkenschwick and Bad Oeynhausen, while the latter, also referred to as Bummelzug or Bummelbahn, stops an jeder Milchkanne, as we Germans say. Both are 5 minutes late by default. This is because only delays in excess of 5 minutes appear in DB’s delay statistics.

As for the Bummelbahn, though, it can get even bummeliger than that. DB has even sub-regional trains up its sleeve, some of which run on diesel fuel, going where no man has ever gone before. Where no Milchkanne has ever been spotted, even. Picture a poor, lonely, dusty train all alone, tumbleweed, and, in the distance, a stranger playing the harmonica … I digress.

I like trrrävelling viz Deutsche Bahn because, if nothing else, you will always have enough time to finish prepping for the job you’re going to. Or writing blog entries about die Bahn.

The Pommes-Buddha says: Five minutes are zero minutes. (Zero minutes can feel very long.)

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Mushy speak

Fish and chips fast food

Among the many things that can cause confusion – generally in this world, but in particular to persons like many of yourselves, dear readers, who live in a country where the main language is not their mother tongue – are words that sound the same but mean something entirely different in two languages. Here’s why you should never bring a ‘gift’ to a German home.

 Further to what has been discussed in “Gute Fahrt, Mr Krabs!” a while back, I would like to take you on another little stroll through the maize of acoustic pitfalls between English and German. Let the following tales be a gentle warning to any unsuspecting Yorkshire dinner guest.

One of my office mates, a sound engineer, once told me that she was involved in designing and naming a new mixer console, which was to be marketed globally. All was well, the hardware had been assembled to all the international stakeholders’ content, alas a suitable product name was to be found. The Germans came up with a name that sounded entirely unconspicuous, even professional, to the ear of a German sound mixer. The Americans, however, emmed and erred about the name, saying it didn’t quite work for them, without being too explicit. The Germans, had no idea what was wrong with the name they had so carefully concocted, until someone eventually took pity and explained what Uranus sounds like in American English (‘your anus’). (Oh, hello, Austin Powers!)

Another anecdote takes us to the north of England, where a fellow German has dinner with his English girlfriend and her mother. They are having a take-away from the local fish-and-chip shop – cod, chips, mushy peas, the whole shebang. So, with a northern accent, the mother asks the prospective son-in-law, ‘You like mushy peas?’ His face drops. What did she just ask me? Surely, she can’t have said ‘Do you like Muschi …?’ Muschi, you see, is like ‘pussy’ in English. It could just be a cat, but to the average adult it’s female genitals.

Well, and of course you may bring gifts to a German home, just don’t say ‘Das ist ein Gift’ or something, as Gift in German means ‘poison.’ Which reminds me of a very common brand of children’s bicycles in Germany, PUKY (pronounce: ‘pookie’, with a short ‘oo’ sound, or [ˈpʊki]). It’s a made-up word with no particular meaning, and, of course, it sounds nothing like throwing up in German.

So, here you are, just be careful what you say (or hear) … and enjoy dinner with your in-laws!

The Pommes Buddha says: I have a Master’s from FU Berlin.

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Wo ist die Gurke?

Cucumber and slices isolated over white background

Neulich hatte ich mal wieder ein Synchron-Erlebnis der dritten Art. Ich sah mir im WDR die erste Folge der Serie Cucumber an (Spoiler-Alarm!). (Ja, wie schon letztes Mal erwähnt: Ich bin in der digitalen Steinzeit aufgewachsen und schaue oft ganz gewöhnliches Fernsehen. Freddy würde hierzu sagen: „That’s so 35-years-old!“) Der Trailer hatte mich neugierig gemacht. Aber da die Serie auf Deutsch synchronisiert war, fehlten mir grundlegende Informationen.

Zu Beginn geht ein Mann etwa mittleren Alters durch einen Supermarkt. Aus dem Off hört man seine Stimme. Aus dem Trailer wusste ich, dass die Serie synchronisiert ist, und nahm an, es handele sich um eine US-amerikanische Serie. Hätte ich diese Off-Stimme gleich im Original gehört, hätte ich gewusst, dass es eine britische Serie ist.

Gut, diese Information kann sich die aufmerksame Zuschauerin dann kurz später zusammenreimen, da sie bald britische Straßenzüge (enge Straßen, britische Verkehrszeichen, gelbe Linien am Straßenrand etc.) erspäht. Da fragte ich mich dann, mangels unmissverständlich zuordenbarer Bauwerke, ob die Serie wohl in London spielt. Dies hätte sich gegebenenfalls ebenso durch eine Kumulation entsprechender regionaler Sprachakzente erkennen lassen.

Nach etwa einer halben Stunde wird über Daniel, den neuen Kollegen einer der Hauptfiguren, Lance, gesagt, er sei „moved up here from London“. Hm. Also nicht London. Kurz darauf wird dann Manchester erwähnt – eine Stadt, deren Akzent für Geübte recht eindeutig erkennbar ist.

Verblüffend, dachte ich mir, wie viel doch in ein paar kleinen originalen englischen Sätzen liegen kann. Insbesondere, da in der gesprochenen britischen Sprache die Regionalität sehr stark ausgeprägt ist und in britischen TV-Produktionen oft eine wichtige dramaturgische Rolle spielt. Auch erinnere ich mich, dass es früher bei deutschen Synchronisationen üblich war, die mit dieser Regionalität verknüpften Assoziationen durch eine ähnliche entsprechende Färbung in der Zielsprache hervorzurufen. Beispielsweise hat der Texaner Major Kong in der deutschen Fassung von Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb einen ruhrdeutschen Akzent. (Mehr über den Umgang mit Ruhrpottlern und deren Sprache findet Ihr hier: http://www.ruhrgebietssprache.de/.)

Um mich nicht des Sprecher-Bashings schuldig zu machen, ist es mir ganz grundsätzlich übrigens ein Anliegen, einmal zu erwähnen, dass es nicht die deutschen Stimmen als solche sind, die die Synchronisation zu einer Zumutung machen. Viele Sprecher leisten ganz wunderbare Arbeit und bemühen sich, der jeweiligen Figur Leben einzuhauchen. Mich stört vielmehr die künstliche Distanz, die durch die Synchronisation selbst, ungeachtet ihrer Qualität, geschaffen wird. Mehr zum Thema schrieb ich bereits in „An mein Ohr kommt nur Wasser und O-Ton“ und in „Magnum in distress“.

Ich begrüße daher die Initiative einiger Sender, einige englischsprachige Serien und Shows im Original mit Untertiteln zu zeigen. Besonders lobend erwähnt sei in diesem Zusammenhang die großartige Tonight Show mit Jimmy Fallon, die der TV-Sender „One“ (ehemals „Einsfestival“) tagesaktuell mit deutschen Untertiteln zeigt, vor denen man nur den Hut ziehen kann! (Leonie and colleagues, you rock!)

Wie dem auch sei: Mein englischer Ehemann und ich besorgten uns dann jedenfalls Cucumber auf Englisch und waren, kurz gesagt, begeistert! Ein unkonventionelles Setting in der LGBT-Szene von Manchester, eine Erzählung mit stilsicheren Pointen, in der sich dennoch jeder wiederfindet und eine Besetzung, die wie Arsch auf Eimer passt, machen dieses Juwel der britischen Fernsehwelt zu einem herausragenden Comedy-Drama. Cucumber sei jeder ans Herz gelegt, die jenseits der Vorstadtidyllen-Unterhaltung die eigenen Vorstellungen aus einem inspirierenden Blickwinkel unter die Lupe nehmen und mal wieder so richtig lachen (und ein wenig weinen) möchte.

Wer sich übrigens manchmal fragt, wer eigentlich die deutsche Stimme von … ist, wird hier sicher fündig: https://www.synchronkartei.de.

Der Pommes-Buddha sagt: Gurke mit Untertiteln – ein Gedicht!

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Don’t Fräulein me!

mdchen und bursche auf feldweg laufend I

Recently, I watched Season 5 of Homeland. (In British English, it used to be “Series 5” – and while people still say this, the American version of Staffel is slowly taking over.) This latest series of Homeland (and in my personal view best one yet) being based in Berlin, I was flummoxed by a few rather striking blunders. Here’s what Homeland doesn’t get quite right about Germany. (Spoiler alert!)

  1. We don’t use Fräulein At all.

Contrary to what American film and TV productions would like the world to think – because it sounds so neat and German or for whatever other reason – in the German language we no longer distinguish between a married and an unmarried woman. Since the 1980s, we have been using “Frau” to address any female person over 16 years of age. (For more details, please read “You can say you to me”.) No exceptions. Fräulein, which Carrie uses referring to her daughter’s teacher, sounds very wrong!

  1. Doctor-patient privilege applies to gunshot wounds as well.

Interestingly, in the extras on the Homeland DVD (yes, my name is Sarah and I’m not a digital native, and I still watch DVDs – Hello Sarah!) the producers say they chose Germany as a setting for their plot specifically for its strict privacy laws. Yet they ignore one of the central privacy laws in Germany which says that it is not only not obligatory but even prosecutable for a doctor to report a gunshot wound. So it is simply unthinkable that a former intelligence officer (Peter Quinn) who knows any country he is in like the back of his hand would refuse medical treatment in Germany if he is shot.

  1. The BND does not have its own police force.

Unlike the CIA, the German intelligence service BND (Bundesnachrichtendienst) has no police force of its own. The national police forces are the Bundespolizei (Federal Police), the Bundeskriminalamt (the Federal Criminal Police Office, where I happen to have worked as a translator at the beginning of my career) and the Polizei beim Bundestag (German Parliament Police).

  1. German legal proceedings do not include video-taping or depositions.

As an interpreter working in patent law, I found this slip quite interesting, especially as I often interpret during depositions, even depositions held on German soil – but they are never part of German proceedings. Also, at no point during German legal proceedings are testimonies or any kinds of statements recorded live, ie on audio or audiovisual media (with possible exceptions when children are heard as witnesses). Usually, we do not even have word-for-word transcripts – these can only be requested in court as an exception.

So despite the fact that the Homeland crew apparently gets high-ranking (former) intelligence-service experts to sit around a table to bounce ideas off them while not thinking to find a person who has lived in Germany in the past decade to double-check basic facts that, if got right, would lend the programme more credence (thanks for staying tuned to the end of this monster subclause) I still consider this latest Homeland series the most exquisite one yet. The plot is just so well-written and the characters are superbly played. Turn a blind eye to some basics, and you will have a nail-biting ball!

More food for series junkies coming soon …

The Pommes Buddha says: No, we don’t all wear lederhosen, thank you very much!

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